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Die Fundamente für die neuen Windenergieanlagen im Windpark in Veen stehen bereits – abgebildet ist hier eines der beiden Fundamente.  NN-Foto: SP
17. Januar 2026 · Sabrina Peters · Xanten

Zwei neue, modernere Windenergieanlagen für den Windpark in Veen

Zwei neue Windenergieanlagen ersetzen drei alte – und liefern mehr als dreimal so viel Strom

VEEN. 2002 wurde der Windpark in Alpen-Veen in Betrieb genommen. Drei Windenergieanlagen des Typs Enercon E-66 versorgen seither mit einer Jahresleistung von neun Millionen Kilowattstunden rechnerisch 3.100 Haushalte mit grünem Strom. Der Betreiber, die SL Naturenergie Unternehmensgruppe, rüstet zurzeit jedoch kräftig auf. Denn an dem Standort am Holtkämpersley in Veen entstehen gerade auf neuen Flächen zwei neue, modernere und größere Windenergieanlagen des Typs Enercon E-175, die nach der Inbetriebnahme im Sommer dieses Jahres mit 30 Millionen Kilowattstunden mehr als drei Mal so viel Strom erzeugen sollen wie die bisherigen drei Windkraftanlagen.

„Damals gehörten die drei Windenergieanlagen in Veen zu den modernsten Windenergieanlagen, die es gab. Seit 2002 ist aber viel passiert. Die Technologie hat sich weiterentwickelt und deshalb verringert sich durch das Repowering die Anzahl der Windenergieanlagen am Standort, während sich der Jahresertrag mehr als verdreifacht“, sagt Stefanie Flam, Pressesprecherin der SL NaturEnergie GmbH mit Sitz in Gladbeck. Ein Austausch von Windenergieanlagen in bereits bestehenden Windparks sei nicht unüblich. „Nach 20 Jahren läuft die EEG-Vergütung (die staatliche Zahlung pro Kilowattstunde (kWh) eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energien, die Anlagenbetreiber erhalten; Anm. d. Red.) aus. Dann wird wirtschaftlich geschaut, was sich am meisten rechnet. Da die Technik immer weiter voranschreitet, ist daher in den meisten Fällen ein Austausch der Windenergieanlagen sinnvoll. Neuere Anlagen können mittlerweile mehr Strom produzieren als die älteren“, erläutert Flam. Die sich in Veen gerade im Bau befindenden beiden neuen Windkraftenergieanlagen des Typs Enercon E-175 sind die aktuell modernsten ihrer Art. Deshalb sei auch eine mehr als Verdreifachung der Jahresleistung bei gleichzeitiger Reduzierung der Anzahl möglich.

Die drei 2002 errichteten und bislang bestehenden Windenergieanlagen in Veen haben eine Nabenhöhe von 98 Metern. Die beiden neuen Windenergieanlagen werden eine Nabenhöhe von 162 Metern haben. Einen noch deutlicheren Unterschied wird es im Bereich der Rotorblätter geben: Die bisherigen hatten einen Durchmesser von 66 Metern, die neuen werden dagegen einen Durchmesser von 175 Metern haben. Dementsprechend größer fällt auch das Fundament aus, das bereits an den beiden neuen Standorten gegossen und kurz vor Weihnachten fertig wurde: 25,5 Meter beträgt es jeweils im Durchmesser. 110 Tonnen Stahl und 880 Kubikmeter Beton wurden hier verarbeitet.

Zurzeit wird der Graben um das Fundament herum mit dem Mutterboden wieder aufgefüllt. Im März soll dann der Bau des Turms beginnen, der aus einzelnen Betonringen zusammengesetzt wird. Geplant ist, dass diese bereits im Februar angeliefert werden. Ab Ende April sollen dann mehrere Schwertransporte unter anderem das Maschinenhaus, den Generator, die Nabe und die Rotorblätter bringen. „Wir gehen davon aus, dass im Juli die erste und im August die zweite Windenergieanlage in Betrieb genommen werden kann. Gleichzeitig werden die drei älteren Windenergieanlagen abgeschaltet. Allerdings ist das kein Prozess, bei dem man einfach nur etwas aus- und wieder einstöpselt. Das wird schon etwas länger dauern“, sagt Arif Doruk, Projektleiter bei der SL Windenergie GmbH.

Anschließend würden innerhalb von sechs Monaten die drei älteren Windenergieanlagen vollständig zurückgebaut werden – auch das Fundament. Das sei sogar schriftlich festgehalten. „Es gibt ja Gerüchte, dass die Fundamente stehen bleiben. Das stimmt aber nicht. Auch die Fundamente werden vollständig entfernt und die Materialien vollständig recycelt. Der Stahl wird in der Stahlindustrie weiterverarbeitet, aus dem Beton werden unter anderem Straßen gefertigt. Die Löcher, in denen die Fundamente waren, werden zudem vor Ort wieder aufgefüllt und der Boden somit in seinen Ursprungszustand zurückversetzt“, erläutert Flam. Dann könne der Landwirt, dem die Fläche gehöre, selbst entscheiden, ob er sie wieder für einen landwirtschaftlichen Anbau nutze oder die Fläche einfach nur wieder begrünt werde.

Auch die Fundamente der beiden neuen Windenergieanlagen, die mit einem Jahresertrag von 30 Millionen Kilowattstunden ab dem Sommer rechnerisch 10.500 Haushalte versorgen können und dabei jährlich insgesamt 21.500 Tonnen CO2 – bisher waren es 6.400 Tonnen CO2 pro Jahr – einsparen werden, sollen wieder begrünt werden. In Planung sei außerdem eine Bürgerbeteiligung, bei der sich Bürger per Nachtragsdarlehen finanziell an der Windenergie beteiligen könnten. Des Weiteren werde auch in Alpen-Veen bis zu 1,5 Prozent der Erträge aus der Windenergie am Projektstandort an ortsansässige Vereine ausgeschüttet, verspricht Flam.

Sabrina Peters
Die drei alten Windenergieanlagen in Veen – hier ist eine von ihnen zu sehen – werden im Sommer abgeschaltet und ab August vollständig zurückgebaut. NN-Foto: SP

Die drei alten Windenergieanlagen in Veen – hier ist eine von ihnen zu sehen – werden im Sommer abgeschaltet und ab August vollständig zurückgebaut. NN-Foto: SP

Die Fundamente für die neuen Windenergieanlagen im Windpark in Veen stehen bereits – abgebildet ist hier eines der beiden Fundamente. NN-Foto: SP

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