Wenn die Feuerwehr feiert, sind Stühle überflüssig
Ausverkaufte KFG-Kostümsitzung im Gocher Kastell war einmal mehr ein großer Erfolg
GOCH. 416 begeisterte Narren, mehr als 250 Akteure, sechs Stunden Programm! Wenn der Karnevalsverein der Freiwilligen Feuerwehr Goch zu seiner traditionellen Kostümsitzung lädt, brennt das Kastell!
Um 19.11 Uhr entzündete Sitzungspräsident Sebastian van Triel, alias Schüppe, begleitet von Spielmannszug, Musikzug, Elferrat sowie den vereinseigenen Tanzgarden ein Feuer, dass die nächsten sechs Stunden lichterloh brennen sollte…
Die Bambini der KFG-Narren tanzten sich mit ihrem Gardetanz in die Herzen des Publikums! Stolz gaben die jungen Damen zwischen drei und sechs Jahren ihr Können zum Besten und übergaben danach weiter an zwei Tanzmariechen der „etwas älteren“ Generation. Greta Görtz und Isi Felling suchten einen Tanzverein. Und wenn man eben nicht fündig wird, gründen Tochter und Mutter eben selbst einen!
Danach nahmen die Minis des KFG die Narren mit in die Welt von Harry Potter. Eine tolle Show mit Radschlägen, Hebefiguren und leuchtenden Zauberstäben, zeigten die sechs- bis elfjährigen Minis und durften natürlich auch nicht ohne eine Zugabe von der Bühne! Das Publikum und Sitzungspräsident Schüppe zeigten sich begeistert vom Können der 20 Mädchen starken Gruppe!
Auf einer Karnevalssitzung, die durch ihren Partycharakter weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist, hat es ein Büttenredner nicht leicht – aber wenn es einer schafft, die Massen zum Zuhören und Lachen zu bringen, dann ist es Feuerwehrmann Mike! Mit „Dönkes“ über die eigenen Kameraden blieb kein Auge trocken und einmal mehr zeigte Mike Baumann, der nicht nur auch im wahren Leben Feuermann ist, sondern auch Gardist der Feuerwehr-Prinzengarde, dass er von der Bühne des Gocher Kastells nicht mehr wegzudenken ist. Danach enterte erstmals der Gocher Musikverein die Bühne des Feuerwehrkarnevals! Was folgte, lässt sich kaum in Worte fassen… Erklärtes Ziel: Alle stehen, alle singen, alle feiern! Und dieses Ziel war von der ersten Sekunde an erreicht! Einfach nur Wahnsinn, was die Gocher Musiker unter der Leitung von Steffen Beniers da auf der Bühne leisteten! Derart aufgeheizt ließen die Feuerwehr-Narren die Musiker erst nach etlichen Zugaben überhaupt wieder von der Bühne gehen! Es folgten die Gardetänze der Teenies und der Feuerfunken! Beide zeigten ihren Gardemarsch in absoluter Perfektion. Die Beine flogen hoch – höher – Feuerwehr! 416 Zuschauer feierten die Leistungen der beiden Gruppen mit Standing Ovations und ließen auch diese Damen nicht ohne Zugabe von der Bühne! Der Höhepunkt einer jede Sitzung folgte direkt im Anschluss: Das Gocher Prinzenpaar Sebastian I. und Mareike III. des AKV „Vallis Comitis“ Asperden, nebst Garde und Tambourcorps Asperden.
Dass auch Ritter noch echte Gefühle haben, erfuhren die Feuerwehr-Karnevalisten dann durch das Männerballett des KFG – man, man, man was sich da alles so auf Tinder meldet. Also Rapunzel war es definitiv nicht. Man munkelt allerdings, dass Kermit der Frosch seine Angebetete vermisst. Wie dem auch sei: gekauft wie gesehen und vom Umtausch ausgeschlossen! In den Wilden Westen ging es für die Feuerfunken mit ihrem Showtanz! Als atemberaubende Cowboys mit Taktgefühl und Sexyness heizten sie dem Publikum mächtig ein! Erst nach der wohlverdienten Zugabe durften sie die Bühne wieder verlassen.
Und wenn man denkt: Mehr geht nicht mehr, zauberten die Feuerwehr-Karnevalisten noch eine echte Karnevalsgröße aus dem Hut! „Planschemalöör“, die kölsche Surfpop Band aus der Karnevalshochburg vom Rhein, gab sich die Ehre und sorgte endgültig dafür, dass jeder Jecke im Publikum mindestens soviel Schweiß verloren hatte, wie die Tänzer! Singen, tanzen, feiern – mehr geht nicht!
Zum großen Finale wurden dann bei der alljährlichen Playbackshow noch mal alle Register gezogen! Fazit des Abends: Kaum benutzte Stühle, glückliche Akteure und ein sensationelles Publikum, das alles gab und bis zur letzten Minute feierte, als wenn es kein Morgen gäbe!
Wenn sich Ritter auf Tinder tummeln, gibt es so manche Überraschung! Foto: KFG