So geht es weiter beim Projekt „Modernisierung Gelderner Parkbad“
Nach Beschlussfassung im Sportausschuss vom 16. Juni
GELDERN. In seiner Sitzung am 16. Juni hat der Sportausschuss der Stadt Geldern über die weitere Zukunft des Parkbades beraten und eine Empfehlung für das weitere Vorgehen ausgesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das Projekt zur Sanierung und Erweiterung des Hallenbades nach den zuletzt deutlich gestiegenen Kosten fortgeführt werden soll.
Die Verwaltung hatte eine überarbeitete Planung (Variante F) vorgeschlagen, die sich auf die Modernisierung des bestehenden Schwimmbeckens sowie die Erweiterung durch ein Lehrschwimmbecken konzentriert. Nach Beratung im Ausschuss wurde beschlossen, sowohl dieses Konzept weiter auszuarbeiten als auch einen detaillierten Blick auf die Variante E zu legen – dem Neubau des Schwimmbades an anderer Stelle.
Die Stadt Geldern gibt einen Überblick über den bisherigen Projektverlauf und den aktuellen Stand der Planungen.
Was war der ursprüngliche politische Auftrag?
Ausgangspunkt der Planungen war der politische Wunsch, das Parkbad umfassend zu modernisieren und langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Ziel war es, die Wasserflächen zu erweitern und die Barrierefreiheit auszubauen.
Daraus entwickelte sich im Laufe der Beratungen ein Konzept, das ein barrierefreies, multifunktionales Hallenbad am bestehenden Standort an der Friedrich-Spee-Straße vorsah, das sowohl den Anforderungen des Schul- und Vereinssports als auch den Bedürfnissen von Familien und Freizeitsportlern gerecht wird. Statt eines Neubaus sollte das bestehende Gebäude saniert und erweitert werden.
Wie ist der aktuelle Planungsstand?
Zuletzt wurde der Sportausschuss am 15. April über die Ergebnisse der Entwurfsplanung informiert. Die vorgestellte Kostenberechnung ergab Gesamtkosten von rund 25,48 Millionen Euro netto und lag damit deutlich über dem bislang vorgesehenen Projektbudget von etwa 17 Millionen Euro netto.
Im Rahmen der Entwurfsplanung wurde zudem die bestehende Bausubstanz umfassend untersucht. Dabei wurden bauliche Mängel festgestellt. Unter anderem weist das Hallendach deutliche Schäden auf, die Tragkonstruktion über der Schwimmhalle gilt langfristig als nicht mehr tragfähig und punktuell wurden Schäden an der Betonüberdeckung gefunden. „Im Ergebnis stand deshalb fest: Die Option ,Wir lassen alles so wie es ist´, ist nicht möglich. Für eine Variante müssen wir uns entscheiden, um den Schwimmbetrieb in Geldern, insbesondere für Schulen und Vereine, auch für die Zukunft sicherzustellen“, fasste Bürgermeister Sven Kaiser zusammen.
Vor diesem Hintergrund hatte die Verwaltung angekündigt, eine politische Grundsatzentscheidung über die Fortsetzung des Projekts herbeiführen zu wollen.
Welche Möglichkeiten wurden anschließend geprüft?
Um die Ergebnisse der Entwurfsplanung gemeinsam mit den Fachplanern zu bewerten, fand am 20. Mai eine zusätzliche interfraktionelle Sitzung statt. Dort wurden verschiedene Szenarien für die Zukunft des Parkbades vorgestellt.
Vorgestellt wurden folgende Varianten: die Fortführung der bisherigen Planung, ein vollständiger Projektabbruch, die Durchführung notwendiger Sanierungsmaßnahmen zur Verlängerung der Nutzungsdauer des Bestandsgebäudes, eine Fortführung mit reduziertem Raumprogramm sowie die Möglichkeit eines späteren Neubaus an einem anderen Standort.
Im Ergebnis ließ sich festhalten, dass der Erhalt und die weitere Nutzung des Hallenbades grundsätzlich sinnvoll erscheinen und sich günstiger darstellt, als ein Projektabbruch mit dem Auftrag eines Neubaus auf grüner Wiese. Auf dieser Grundlage entwickelten die Architekten eine günstigere Kompromisslösung.
Was sieht die neue Variante F vor?
Die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante F setzt weiterhin auf den bestehenden Standort an der Friedrich-Spee-Straße, sieht jedoch ein reduziertes Raumprogramm vor. Ziel ist es, möglichst viel vorhandene Bausubstanz weiter zu nutzen, die notwendigen baulichen Mängel zu beseitigen und gleichzeitig die Projektkosten zu begrenzen.
Das bestehende 25-Meter-Becken soll erhalten bleiben. Ergänzend ist ein Lehrschwimmbecken mit Vollhubboden vorgesehen. Die Barrierefreiheit bleibt ebenso Bestandteil der Planung wie die energetische Sanierung entsprechend der Fördervorgaben.
Der Schwerpunkt des Bades soll künftig noch stärker auf Schwimmausbildung, Schul- und Vereinssport liegen. Auf die vorhandene Wasserrutsche, den Kinderbeckenbereich und weitere Wasserattraktionen wird hingegen verzichtet werden müssen.
Was sieht die Variante E vor?
Parallel äußerte die Politik den Wunsch, auch die Variante E noch einmal näher zu betrachten. Bei dieser wird das Parkbad auf „grüner Wiese“ neu gebaut. In welchem Umfang das passieren würde, hängt dabei von den geschätzten Kosten ab. In der Zeit bis zur Fertigstellung würde das bestehende Parkbad normal weiterbetrieben werden. Für diese Variante wäre jedoch ein neuer politischer Beschluss sowie eine neue Ausschreibung notwendig.
Welche Rolle spielen die Fördermittel?
Für das Projekt liegt weiterhin eine Förderzusage des Bundes in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro vor. Der Fokus des Förderprogramms liegt grundsätzlich auf einer Sanierung des Schwimmbades. Der Fördermittelgeber wurde bereits über die Verzögerungen im Projektverlauf und die neuen Erkenntnisse zum baulichen Zustand des Gebäudes informiert.
Da sich Planung und Umsetzung voraussichtlich verlängern werden, wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Verlängerung des Förderzeitraums beantragt werden müssen. Die Förderzusage selbst besteht jedoch weiterhin fort.
Wie hoch ist das neue Projektbudget?
Für die Variante F schlägt die Verwaltung ein gedeckeltes Projektbudget von 20 Millionen Euro netto vor. In diesem Betrag sind die bereits angefallenen Planungskosten sowie angemessene Risikozuschläge enthalten. Die zugesagten Fördermittel des Bundes reduzieren dabei den von der Stadt zu tragenden Eigenanteil erheblich. Eine Kostenschätzung für Variante E gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.
Wie lautete der Beschlussvorschlag?
Die Verwaltung wurde beauftragt, die Variante F weiterzuverfolgen und die reduzierte Planung und die notwendigen Details zu konkretisieren. Parallel soll sie potenziell geeignete Grundstücke für einen Neubau (Variante E) nennen und die Kosten für einen Projektabbruch darlegen.
Eine abschließende Entscheidung über das weitere Vorgehen trifft der Rat der Stadt Geldern in seiner kommenden Sitzung am 9. Juli.