RSV Praest feiert 75. Jubiläum: „Wir sind eine echte Konstante“
Großes Festwochenende vom 10. bis 12. Juli. Vorsitzender Michael Kühn spricht im NN-Interview über sportliche Höhepunkte, Gemeinschaft und die Zukunft des Vereins.
PRAEST. „75 Jahre Leidenschaft, Gemeinschaft, Zukunft“ – unter diesem Motto feiert der RSV Praest von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Juli, sein großes Vereinsjubiläum. Im NN-Interview spricht RSV-Vorsitzender Michael Kühn über Höhepunkte und Herausforderungen der vergangenen 75 Jahre und wirft einen Blick auf die Zukunft – und natürlich das große Festwochenende.
Herr Kühn, 75 Jahre RSV Prast: Was ist das Erste, was Ihnen dazu durch den Kopf geht?
Michael Kühn: Viele Erlebnisse, viele sportliche Erfolge, eine lange Zeit, viele Menschen, Charaktere, Persönlichkeiten, die in all den Jahren den RSV mit mir gelebt haben.
Sie haben die besonderen Erlebnisse und sportlichen Erfolge angesprochen. Gibt es das ein oder andere Erlebnis, das Ihnen ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist, sowohl sportlich als auch abseits des Sportplatzes?
Kühn: In unserer Vereinsgeschichte sind die vergangenen 20 Jahre, bis auf die letzten zwei, sportlich am erfolgreichsten zu bewerten. Wir haben 20 Jahre als Dorfverein Bezirksliga- und Landesliga-Fußball im Dorf geboten. Das bleibt, bei all den Erfolgen, die die vielen Trainer und Vorsitzenden vor mir auch gehabt haben, einfach eine sehr erfolgreiche Zeit.
Das „Vereinsfest schlechthin“ ist jedes Jahr die Weihnachtsfeier des RSV, wie Vorsitzender Michael Kühn verrät. Foto: privat
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Kühn: Ich sage mal: Wir sind eine echte Konstante in Praest. Wir haben jedes Jahr seit mehr als 30 Jahren Top-Weihnachtsfeiern, die das Vereinsfest des Jahres schlechthin sind. Wir gehen jedes Jahr gemeinsam zum Griechen nach einer Stadtmeisterschaft, und das seit 30, wenn nicht 40 Jahren mit der ersten und zweiten Mannschaft, sodass also neben dem fußballerischen Bereich auch der gesellige Bereich beim RSV Praest nie zu kurz kommt.
Gab es auch schwierige Zeiten, durch die der RSV gehen musste?
Kühn: Da ich gefühlt seit 1976 das Vereinsgeschehen aktiv in diversen Positionen wahrgenommen habe, gibt es auch in den erfolgreichen Jahren immer „Ups and Downs“. Es hat sich vieles geändert, gewandelt, die Jugendarbeit ist deutlich schwieriger geworden. Es gibt nicht nur Fußball, weniger Zeit für ehrenamtliche Tätigkeit, die Bereitschaft mit anzupacken, es werden weniger.
Wie schwierig ist es gerade in einer kleineren Ortschaft wie Prast, einen Verein am Leben zu halten? Beispielsweise Stichwort Nachwuchsmangel.
Kühn: Diese Problematik kennen wir und vor allem unsere Jugendleiter natürlich auch. Wir hatten in den 1970er und 1980er Jahren Jugend Hochkonjunkturzeiten. Was die Verantwortlichen in den vergangenen 20 bis 25 Jahren mitmachen mussten, war nicht ganz so einfach. Du bekommst in einem Dorf nicht mal eben 10 bis 20 Neugeborene Kinder pro Jahr in deine Jugendabteilung. So musst du Spielgemeinschaften eingehen, wie wir sie auch jetzt mit Elten betreiben. Es wird Fusionen geben müssen, damit weiterhin die Jugendabteilungen überhaupt überleben können.
Ein Blick in die RSV-Historie: Die 1. Mannschaft von 1959. Foto: privat
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Kühn: Das ist schwer zu sagen. Man muss einfach sehen, dass es nicht mehr möglich ist, in einem Dorf wie Praest jedes Jahr fast einen kompletten Fußball-Jahrgang „zur Welt zur bringen“. Für die Zukunft muss man vielmehr schauen, dass die Kinder, die hier zusammen zur Schule gehen, auch in einer Spielgemeinschaft gemeinsam unterwegs sind, um ihnen überhaupt weiter die Möglichkeiten bieten zu können, sich in einem Sportverein zu entwickeln, Gemeinschaft untereinander zu erleben und zu lernen, sich durchzusetzen – eben generell ein Vereinsleben zu erleben. Aber das ist natürlich nicht ganz so einfach.
Was lässt Sie, bei allen Herausforderungen, dennoch positiv in die Zukunft des RSV Praest blicken?
Kühn: Ich hoffe einfach, dass sich im Dorf weiterhin Menschen finden, die auch nach meiner beziehungsweise unserer Zeit – und ich bin mit meinen Vorstandskollegen jetzt schon fast 20 Jahre unterwegs – aktiv im Verein weiter mitarbeiten. Wir haben bereits einige junge Vorstandsmitglieder gewonnen. Es sind junge Leute mit ins Boot gekommen, die auch das Jubiläumsfest mit organisiert haben und die, so glaube ich, auch in naher Zukunft weitere Vorstandsarbeit übernehmen werden. Außerdem haben wir im Dorf noch genügend Leute, die wissen, dass es wichtig ist, eine sportliche Grundlage im Dorf anbieten zu können und sich in der Gemeinschaft zu treffen. Die Kinder lernen eine Menge für Ihr Leben, im Sozialverhalten wie im dem sportlichen Bereich. Wir haben aktuell in der ersten und zweiten Mannschaft noch viele Menschen, die den RSV weiterleben und weitertragen.
Siegerjubel: 2018 feiern die Damen des RSV Praest den Aufstieg in die Bezirksliga. Foto: privat
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Kühn: Ich habe in den vergangenen 30 bis 40 Jahren fast jedes Fest mit vielen Kollegen und Helfern zusammen organisiert. Wer mich kennt, der weiß, dass ich versuche, für ein solches Fest eine gewisse Breite zu finden. Entsprechend sind wir auch für dieses Wochenende aufgestellt. Wir haben zum Auftakt am Freitagabend ein Altherren-Turnier, zu dem sich sechs Mannschaften angemeldet haben, sodass sich dort 70 Altherren tummeln werden. Am nächsten Tag haben wir das Legendenspiel, unseren Festakt und anschließend die schwarz-gelb Nacht, für die wir eine Menge Werbung gemacht haben, einen guten DJ und einen Überraschungsgast. Ich hoffe, wir haben das Dorf aktiviert und wir freuen uns über jeden auswertigen Gast – jeder ist herzlich willkommen. Und am Sonntag gehen wir mit dem Jugendtag dann zurück zum Nachwuchs. Somit sollten wir am Wochenende für jede Altersschicht was parat haben.
Das Programm zum 75. Jubiläum des RSV Praest
Freitag, 10. Juli: ab 18.30 Uhr Altherrn-Turnier, anschließend gemütlicher Ausklang mit allen Mannschaften
Samstag, 11. Juli: ab 15 Uhr Legenden-Spiel der aktiven und ehemaligen Seniorenspieler, ab 15.30 Uhr 75 RSV-Matinee mit geladenen Gästen im Vereinsheim, ab 18.30 Uhr „Schwarz-Gelbe Nacht“, Party im Vereinsheim mit DJ Olli und Überraschungsgast
Sonntag, 12. Juli: ab 10 Uhr Tag der Jugend mit Turnieren der kleinsten Kicker, buntem Fußballprogramm und vielen Überraschungen, ab 14.30 Uhr Ausklang der Jubiläumswoche