Rheinmuseum Emmerich zeigt unveröffentlichte Zeichnungen von Pieter Derksen
Sonderausstellung zeigt Emmerich und den Rhein aus neuen Perspektiven – Zusammenarbeit mit Stichting Daglonershuisje
EMMERICH. Das Rheinmuseum Emmerich präsentiert vom 16. August bis 11. Oktober die Sonderausstellung „Pieter Derksen zeichnet/tekent Emmerich am Rhein“. Erstmals werden zahlreiche bislang unveröffentlichte Zeichnungen des 2019 verstorbenen niederländischen Künstlers Pieter Derksen (1945–2019) gezeigt, die die Stadt Emmerich und den Rhein zum Thema haben.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der niederländischen Stichting Daglonershuisje, die den künstlerischen Nachlass Pieter Derksens sowie die Werke seines langjährigen Weggefährten WillyPeter Klumpen verwaltet. Beide Künstler erkundeten über viele Jahre gemeinsam die deutschniederländische Grenzregion und hielten Landschaften, Städte und Alltagsszenen jeweils auf ihre ganz eigene Weise fest.
Während Pieter Derksen mit feinrealistischen Zeichnungen beeindruckte, stehen die farbintensiven Gemälde WillyPeter Klumpens für einen intuitiven und expressiven Blick auf die Landschaft. Eine Auswahl seiner Werke ergänzt die Ausstellung.
Pieter Derksen lebte und arbeitete im niederländischen Grenzort Stokkum und war weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Besonders in der deutsch-niederländischen Grenzregion war er vielen Menschen vertraut. Oft sah man ihn auf einem niedrigen Hocker am Straßenrand sitzen, während er Landschaften, Städte und Alltagsszenen mit großer Präzision zeichnete. Sein Fahrrad lehnte dabei meist an einem Zaun oder Baum in unmittelbarer Nähe. Rund die Hälfte der von der Stichting Daglonershuisje verwalteten Werke entstand in Deutschland, insbesondere entlang des Niederrheins.
Die bislang noch nie gezeigten Zeichnungen widmen sich der Stadt Emmerich und dem Rhein. Durch ihre ungewöhnlichen Perspektiven verwandeln sie vertraute Straßen, Gebäude und Rheinansichten in faszinierende Zeitbilder – zugleich vertraut und überraschend neu. Immer wieder wird dabei sichtbar, wie Kunst Menschen und Regionen über Grenzen hinweg miteinander verbindet.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Skizzenbücher, weitere Arbeiten aus dem Nachlass, eine Videopräsentation sowie eine projizierte Präsentation von Rheinansichten. Darüber hinaus lädt eine gezeichnete Stadtwanderung dazu ein, die in den Zeichnungen dargestellten Orte selbst zu entdecken und mit dem heutigen Stadtbild zu vergleichen. Die Ausstellung eröffnet damit einen umfassenden Einblick in Leben und Werk Pieter Derksens.
Mit dem Rheinmuseum Emmerich wurde bewusst ein Ausstellungsort gewählt, der eng mit der Geschichte des Rheins verbunden ist. Mit seinen Sammlungen zur Schifffahrt, Stadtgeschichte und zum Leben am Fluss bietet das Museum den idealen historischen Rahmen für die Ausstellung. Mehr als 150 Schiffsmodelle, historische Rheinkarten, nautische Exponate und zahlreiche Objekte zur Geschichte der Binnenschifffahrt machen das Museum selbst zu einem besonderen Erlebnis und schaffen eine spannende Verbindung zwischen Kunst und Regionalgeschichte.
Begleitend zur Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Emmerich ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm statt. Geplant sind unter anderem moderierte Gesprächsveranstaltungen zur Stadtgeschichte, Führungen sowie Aktionen im öffentlichen Raum, bei denen historische Ansichten Emmerichs mit den Zeichnungen Pieter Derksens in Beziehung gesetzt werden.
Mit der Ausstellung setzen das Rheinmuseum Emmerich und die Stichting Daglonershuisje ein Zeichen für die enge kulturelle Verbundenheit der deutsch-niederländischen Grenzregion. Besucher sind eingeladen, Emmerich und den Rhein durch die Augen eines außergewöhnlichen Zeichners neu zu entdecken und zugleich zwei Künstler kennenzulernen, deren Werke auf unterschiedliche Weise die gemeinsame Landschaft beider Länder widerspiegeln.