Neuer „„Kalender für das Klever Land“ ist erschienen
Beiträge über Kunst, Kultur, Architektur und Geschichte am Niederrhein
KLEVERLAND. Im freundlichen Sonnengelb liegt der neue „Kalender für das Klever Land auf das Jahr 2026“ ab sofort in allen Buchhandlungen. Das Titelbild zeigt den unter Denkmalschutz stehenden Bauernhof, der gegenüber Schloss Moyland liegt.
Der Kalender beginnt mit Beiträgen über die Kunst am Niederrhein. So hat der Kunsthistoriker Dr. Stephan Kuhn wieder unbekannte Ansichten entdeckt, dieses Mal Zeichnungen des Niederländers Alexander Oltmans, der im August 1834 den Niederrhein besucht hat. Seine im Kalender abgebildeten neun Ansichten aus Kleve, Materborn, Wardhausen, Rindern, Griethausen, Emmerich und Elten waren hierzulande bisher nicht bekannt. Niederrheinische Landschaften gibt es auch im Beitrag von Manuel Brüx, der auch die sechs Motive für das Kalendarium zusammengestellt hat.
Peter Korte erinnert an seinen Freund Hein Driessen, den „mallorquinischen Niederrheiner“, der Ende Juli verstorben ist. In weiteren Texten stellt er das Emmericher Rheinmuseum vor und schildert eine Anekdote über die 1965 errichtete Hängebrücke zwischen Emmerich und Kleve.
Eine Perle des Neuen Bauens am Unteren Niederrhein stellt Lutz Kühnen vor: Haus Haan in Grieth am Rhein, das Bauhaus-Denkmal aus den beginnenden 1930er-Jahren, welches gerade liebevoll restauriert wird.
Die Beiträge zur Geschichte beginnen mit einem Text der Archäologin Dr. Julia Rücker zu Ausgrabungen römischer Relikte am Niedergermanischen Limes. Bert Thissen schreibt über die Funktion der Burggrafen von Kleve, Hüter der Schwanenburg im Auftrage der Grafen und Herzöge von Kleve. Julian Krause widmet sich der Tomburg bei Rheinbach, die vormals im Besitz der Klever Grafen war, heute eine Ruine ist. Norbert Kohnen berichtet über Adam Graf von Schwarzenberg, der 1631 Emmerich besuchte: ein „melancholischer und sehr teurer Ort“. Dr. Hermann Opgen-Rhein stellt Haus Empel und seine Bewohner im Zeitalter des Barocks vor.
Nicht nur der Adel ist Thema, auch die Frage, womit die Gocher in früherer Zeit heizten, erläutert durch Hans-Joachim Koepp, der sich in einem weiteren Artikel über die Gocher Sauvegarde berichtet, der Bürgerwehr.
Kreisarchivarin Dr. Beate Sturm zeichnet das Bild eines Gewerkschaftlers und Widerstandskämpfers aus Goch, Peter Claahsen. Dr. Sarah Bartenstein und Dr. Max Schlenker haben sich im Auftrag der Sparkasse Rhein-Maas an die Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus gemacht, soweit es die Sparkassen in Kleve und im Klever Land betrifft. Ein erster Einblick ist im Kalender abgedruckt, eine ausführliche Darstellung folgt.
Michael Lehmann stellt die Gemeinnützige Baugenossenschaft Uedem vor, die seit ihrer Gründung in den 1920er-Jahren vielen Familien günstige Wohnungen verschaffen konnte.
Zwei Fotostrecken gibt es: Hans-Josef van Lier und Bert Thissen erinnern an das epochale Hochwasser von 1926 – vor 100 Jahren. Hans-Peter Roeloffs bringt eine Fotostrecke vom blau schillernden Eisvogel, der am Kermisdahl anzutreffen ist.
Auch Erinnerungen finden sich im Kalender: Werner van Ackeren schreibt über den „Reigen der Damen der Gesellschaft“ mit Abbildungen von 1909 und 1911, allerdings wollten die Damen der Gesellschaft nicht als abgehobene Gesellschaft verstanden werden. Wolfgang R. Müller berichtet über eine Gaststätte aus Haffen-Mehr mit der unvergessenen Wirtin „Schluse Mina“.
Mundart gibt es in Beiträgen von Alois van Doornick und Derk Mekes, für den die alten Bäume in seinem Garten ein Stück Familiengeschichte sind.
Der Kalender schließt mit einer Liste der 2024/2025 neu erschienenen Literatur ab sowie der aufschlussreichen Chronik des Klever Landes. Hierfür zeichnet Kleves Stadtarchivarin Katrin Bürgel verantwortlich.
Jetzt im Buchhandel: Kalender für das Klever Land auf das Jahr 2026, 216 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-402-22441-0, erhältlich in Buchhandlungen und beim Aschendorff-Verlag, Verkaufspreis 14,90 Euro.