Gemeinsam Musik machen, ist eine Bereicherung. Finden (v.l.) Günter Heenen, Ursula Pitzner und Elke Luib - und laden bald zum „Wunschkonzert“. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
26. November 2024 · Verena Schade · Bedburg-Hau

Mehr Musik im Leben

Der Chor Qualburg im Takt ist auf der Suche nach neuen Stimmen

KLEVE/QUALBURG. Von Nachwuchsproblemen können sie leider ein Lied singen: „Die Pandemie hat uns hart getroffen“, sagt Ursula Pitzner, Vorsitzende des Chors Qualburg im Takt. Man habe versucht, „dran“ zu bleiben, habe Alternativen gesucht, kontaktlose Fensterkonzerte gegeben. Doch es fehlte der „Schwung“. Von anfangs knapp 30 Mitgliedern sind heute noch 14 aktive Sänger übrig geblieben. Der Altersdurchschnitt: zu hoch. Mehrstimmiger Gesang: kaum noch möglich. „Am meisten fehlen uns die Männerstimmen“, sagt Pitzner. Sie hofft, dass sich das Blatt noch wendet. Und bricht eine Lanze für „mehr Musik im Leben“.

„Gemeinsam Musik zu machen, ist einfach eine Bereicherung“, findet auch Günter Heenen, Inhaber der Steuerkanzlei Nedtax in Kleve. Er singt zwar nicht im Chor, ist aber Sänger und Bassist in einer Band – und weiß: Fachkräfte sind schwer zu finden. Das gilt eben nicht nur auf beruflicher Ebene. Ein Lichtblick für Pitzner und Heenen ist Elke Luib. Die ist nämlich nicht nur neue Mitarbeiterin in der Kanzlei, sondern auch neues Mitglied bei Qualburg im Takt. „Für mich ist das Singen ein guter Ausgleich und es macht Spaß, Teil einer netten Gemeinschaft zu sein“, sagt Luib. „Entdeckt“ wurde sie per Zufall. „Gesungen habe ich schon immer gern“, sagt Luib. Allerdings nie vor (oder mit) anderen Leuten. Als sie bei einer Freundin zu Besuch war, im Garten saß und sich kurz allein wähnte, stimmte sie „Jessie“ von Joshua Kadison an. Ihre Freundin, Mitglied beim Qualburger Chor, „erwischte“ sie dabei und entschied sofort: „Du kommst mal mit zur Probe!“ Trotz anfänglicher Skepsis („Volkslieder sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding“) ließ sich Luib einfach mal darauf ein. „Jetzt ärgere ich mich, dass ich das nicht schon viel früher mal ausprobiert habe“, sagt sie. „Es klingt einfach schön“, sagt die, die eigentlich auf Rock und Gitarrenriffs steht. Damit habe sie nicht gerechnet.

Dass Volkslieder und Schlager nicht jedermanns Sache sind, kann Ursula Pitzner durchaus verstehen. Doch ist sie auch davon überzeugt, dass der Funken trotzdem überspringen kann. Zudem sei man alternativem Liedgut gegenüber auch offen. „Wir singen auch mal den Wellerman oder Hannes Wader“, räumt sie ein. Momentan sind es aber vor allem Weihnachtslieder. Am vierten Advent soll es wieder ein Adventskonzert geben – zusammen mit anderen Mitakteuren aus der Region. Auch ein Auftritt beim Moyländer Weihnachtsmarkt ist geplant. Gastsänger, im Sinne eines Projektchors, sind da dann auch schon mal dabei. Trotzdem setzt Qualburg im Takt auf eine gewisse Konstanz. „Wir möchten ein eigenständiger, stabiler Chor bleiben und unsere Identität behalten“, betont Pitzner. Es ginge in einem Chor auch um Toleranz und Respekt, ums Netzwerken und das Miteinander. Man knüpft Kontakte, schließt Freundschaften. „Je mehr Beziehungen ich pflege, desto stärker bin ich“, sagt Pitzner. Das gelte sowohl für das Berufs- als auch für das Privatleben. Hier setzt auch Heenen an, der die Musik zum einen generell als Bereicherung empfindet, zum anderen aber auch als guten Ausgleich für alle sieht, die im Berufsleben tagtäglich gefordert sind und einfach mal „durchpusten“ wollen. „Mir gibt der Chorgesang Energie zurück, ich fühle mich dann einfach besser“, hat auch Elke Luib für sich festgestellt. Ein win-win eben – für alle Beteiligten.

Gemeinsam haben sich Pitzner und Heenen nun überlegt, wie man dem Chor wieder auf die Sprünge helfen kann. Eine Idee ist das Wunschkonzert. „Jeder, der sich grundsätzlich vorstellen kann, in einem Chor zu singen, kann uns unverbindlich mitteilen, welches Lied er gern mal in Gemeinschaft singen würde“, erklärt Pitzner. Vorschläge sollen gesammelt und schließlich ein Programm zusammengestellt (und dann auch in einem Konzert vorgetragen) werden. Den ersten kompletten Notensatz steuert Heenen, quasi als Sponsoring, bei. Man will zwar der (Chor)Linie treu bleiben, sich aber auch auf Neues einlassen und sehen, an welchen Stücken potentielle neue Chormitglieder Interesse hätten. Vorschläge/Wünsche kann man ab sofort an die Vorsitzende richten (per Mail an up@pitzner-consult.de). Darüber hinaus stehen die Proben – immer donnerstags ab 19.30 Uhr im Martinuskrug – allen Interessierten offen. „Auch zum Reinschnuppern“, betont Pitzner. „Einfach mal ausprobieren“, empfiehlt sie.

Gemeinsam Musik machen, ist eine Bereicherung. Finden (v.l.) Günter Heenen, Ursula Pitzner und Elke Luib - und laden bald zum „Wunschkonzert“. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

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