"Judith Waldmann neben Victor Hugo Büste von Rodin, Foto von Rüdiger Dehnen"
3. Juni 2026 · Verena Schade · Bedburg-Hau

Komm runter! Die DNA des Hauses

Die neue Ausstellung im Museum Schloss Moyland zeigt die Vielfalt der Sammlung

MOYLAND. Am Sonntag, 7. Juni, erwacht das Untergeschoss von Museum Schloss Moyland zu neuem Leben: Die Ausstellung „Komm runter!“ präsentiert eine vielseitige Auswahl an Werken aus dem eigenen Sammlungsbestand. Zwischen bekannten Namen, überraschenden Entdeckungen und kleinen Kuriositäten lädt sie zu einer spannenden Reise durch die Bestände des Hauses ein.

"Kunsthandwerk Exponate auf Ausstellung mit handgefertigten Skulpturen und kunstvollen Keramikarbeiten"

Gezigt werden auch Exponate aus dem Bereich Kunsthandwerk. Foto: Rüdiger Dehnen

Kuratiert wurde die Schau von Judith Waldmann – und auch für sie war die Zusammenstellung eine echte Entdeckungsreise. „Ich finde, das Untergeschoss hat wahnsinnig viel Charme“, sagt sie bei einem Rundgang durch die historischen Gewölbe. Es geht um verborgene Schätze, Klassiker und kuriose Objekte – für Waldmann um die „DNA des Hauses“. Die Kunsthistorikerin, die bereits einige Ausstellungen zur modernen und zeitgenössischen Kunst kuratiert hat, konnte dabei aus einem reichen Fundus schöpfen. Denn die Brüder Hans (1929–2002) und Franz Joseph (1933–2020) van der Grinten, deren Engagement den Grundstein für das heutige Museum legte, waren leidenschaftliche Sammler. „Wir zeigen Werke aus ganz unterschiedlichen Bereichen ihrer Sammlung, darunter auch viele kunsthandwerkliche Objekte“, erklärt Waldmann. Zu entdecken gibt es etwa kunstvolle Vasen, die Büste des französischen Schriftstellers Victor Hugo von Auguste Rodin oder eine kleine weiße Porzellanmaus, die neugierig um die Ecke späht.
"Gruppe von Menschen diskutiert lebhaft in einem modernen Büro, Teamarbeit, Kommunikation, Zusammenarbeit, Business-Meeting"

Interaktion ist mitunter gewünscht. Foto: Rüdiger Dehnen

Neben Werken aus der historischen Sammlung sind auch neuere Erwerbungen und Schenkungen vertreten. Dazu gehören der erst kürzlich nach Moyland eingezogene Schlossgeist von Isabell Kamp, die Videoarbeit „White on White“ von David Roth, poetische Arbeiten der 2025 verstorbenen Fluxus-Künstlerin Takako Saito sowie die Videoarbeit „Art Academy Düsseldorf 1969“ des Beuys-Schülers Emil Schult.
Porträt von Joseph Beuys, gemalt von Jörg Immendorff 1965, zeigt Beuys in charakteristischer Pose.

Mona Schwana: Ein Porträt, das Jörg Immendorff 1965 von seinem Lehrer Joseph Beuys anfertigte. Foto: Rüdiger Dehnen

„Wir zeigen einige hochkarätige Arbeiten von Schülern von Joseph Beuys, die ihren ganz eigenen Weg gegangen sind“, sagt Waldmann. Besonders verweist sie auf „Mona Schwana“, ein Porträt, das Jörg Immendorff 1965 von seinem Lehrer anfertigte. „Beuys hat es ihm damals für 200 Mark abgekauft“, erzählt sie. Es gilt als das einzige gemalte Porträt, das Beuys jemals erworben hat.

Zu den persönlichen Favoriten der Kuratorin zählt auch der „Partyraum“ von Fynn Bierik. Knarzende Holzdielen, Techno-Klänge und eine Diskokugel wecken Erinnerungen an vergangene WG-Zeiten. „Die Party findet allerdings hinter einer geschlossenen Tür statt“, verrät Waldmann mit einem Augenzwinkern.

Der Titel „Komm runter!“ ist dabei durchaus vielschichtig. Natürlich führt der Weg zunächst hinunter in den Keller. Gleichzeitig lädt die Ausstellung dazu ein, im besten Sinne herunterzukommen, innezuhalten und sich auf die Vielfalt der rund 70 Exponate einzulassen. „Auch mit Blick auf die politischen Aussagen einiger Künstler passt der Titel sehr gut“, findet Waldmann.

Fest steht: Die Ausstellung macht Spaß. Eröffnet wird „Komm runter!“ am 7. Juni. Um 15 Uhr führt Judith Waldmann persönlich durch die Schau. Der Eintritt ist an diesem Tag ab 13.30 Uhr frei. Für die Kuratorinnenführung ist eine Anmeldung unter Telefon 02824/ 951060 oder per E-Mail an besucherservice@moyland.de erforderlich. Weitere Führungen mit Judith Waldmann finden am 19. Juli und 13. September statt. Die Teilnahme kostet dann sechs Euro, ermäßigt drei Euro, plus Museumseintritt.

Judith Waldmann mit einer Büste des französischen Schriftstellers Victor Hugo von Auguste Rodin. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

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