Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
"Visualisierung Standort Kleve, modernes Architekturdesign von KFP Architekten Essen"
21. Mai 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Krankenhaustransformation im Kreis Kleve: KKLE und ctt bauen Standorte Kleve und Geldern aus

Wilhelm-Anton-Hospital Goch und Marienhospital Kevelaer werden voraussichtlich bis 2032 weiterbetrieben

KREIS KLEVE. Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE) und die cusanus trägergesellschaft trier (ctt) stellen die nächsten Weichen für die anstehende Krankenhaustransformation im Kreis Kleve. Hinter dem schlichten Projekttitel „KarL32“ verbirgt sich eines der größten Fördervorhaben im Kontext der Krankenhausplanung Nordrhein-Westfalens.

Im Rahmen der Transformation wird der Standort Kleve in den kommenden Jahren zu einem leistungsstarken Schwerpunktversorger ausgebaut. Ab 2031/2032 wird das stationäre medizinische Angebot des Wilhelm-Anton-Hospitals Goch an den Standort Kleve verlagert. Das aktuell von der ctt betriebene St. Clemens-Hospital in Geldern soll mittelfristig in die Trägerschaft der KKLE übergehen und ebenfalls umfassend aus- und umgebaut sowie zu einem Schwerpunktversorger weiterentwickelt werden. Das stationäre medizinische Angebot des Marienhospitals Kevelaer wird ab 2031/2032 an den Standort Geldern verlagert.
"Visualisierung des Standortes Geldern von KFP Architekten, moderne Architektur, Essen/KKLE"

Visualisierung des Standortes Geldern. KFP Architekten, Essen/KKLE Foto: KFP Architekten, Essen/KKLE.

Mit der Transformation entstehen zwei moderne medizinische Zentren mit in vielen Bereichen deutlich erweiterten Leistungsangeboten und einer verbesserten Versorgungsqualität. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Notfallmedizin. Künftig sollen die Menschen im Kreis Kleve direkten Zugang zur höchsten Stufe der Notfallversorgung („Umfassende Notfallversorgung – Stufe 3“) erhalten. Damit wird die medizinische Versorgung in der Region nachhaltig gestärkt. KKLE-Geschäftsführer Sadık Taştan: „Damit bekommen die Menschen im Kreis Kleve Zugang zu diesem hohen Niveau der Notfallversorgung. Bereits mit der erfolgreichen Integration der Neurologie der Föhrenbachklinik haben wir neue Maßstäbe im Bereich der Notfallmedizin gesetzt. Im nächsten Schritt werden wir alle Maßgaben für die höchste Versorgungstufe erfüllen.“

KKLE investiert 60 Millionen Euro aus Eigenmitteln

Das Gesamtinvestitionsvolumen für den Ausbau beider Standorte beträgt rund 300 Millionen Euro. Hiervon entfallen etwa 60 Millionen Euro als Eigenmittelanteil auf die KKLE. KKLE-Geschäftsführerin Dr. Sabine Kisselbach zu den finanziellen Aspekten: „Der Eigenmittelanteil stellt für uns als Krankenhausträger selbstverständlich einen großen Kraftakt dar. Gleichzeitig steht die KKLE wirtschaftlich auf einem sehr soliden Fundament. Die kommenden Jahre werden umsichtiges Handeln und kluge wirtschaftliche Entscheidungen erfordern. Wir sehen in diesem Projekt eine einmalige Chance, die Krankenhausversorgung am unteren Niederrhein langfristig zu stärken und sind deshalb sehr gerne bereit, unseren Beitrag zu leisten.“

Förderbescheid wird Ende des Jahres erwartet

„Unsere Pläne heute im Kreistag vorzustellen, ist einer der letzten Schritte unsererseits, bevor wir der Bescheidung unseres Förderantrags entgegensehen. Das Antragsverfahren ist bereits sehr weit fortgeschritten, sodass wir aktuell damit rechnen, den endgültigen Bescheid um den Jahreswechsel in den Händen zu halten“, so Dr. Kisselbach weiter.

Geordneter Übergang

In der Zwischenzeit arbeiten KKLE und ctt weiter mit Hochdruck an dem angestrebten Trägerwechsel des St. Clemens-Hospitals, der Gelderland-Klinik und des MVZ Gelderland. ctt-Geschäftsführerin Ulrike Schnell dazu: „Die Gespräche mit der KKLE verlaufen konstruktiv, partnerschaftlich und zielgerichtet. Für die ctt ist wesentlich, dass die geplante Überführung geordnet, wirtschaftlich tragfähig und verantwortungsvoll gestaltet wird – im Interesse der Patientinnen und Patienten, der Mitarbeitenden, der ctt insgesamt und der langfristigen Stärkung des Standortes Geldern. Aktuell laufen intensive Gespräche insbesondere zu Detailfragen. In diesem Zusammenhang prüfen wir außerdem verschiedene Varianten für den zeitlichen Ablauf des Übergangs.“

Zukunft der Standorte Goch und Kevelaer

Das Wilhelm-Anton-Hospital in Goch und das Marienhospital Kevelaer werden mindestens bis zum Abschluss der Ausbauarbeiten in Geldern und Kleve – voraussichtlich bis 2032 – weiterbetrieben. Im Anschluss ist die Weiterentwicklung beider Standorte zu Gesundheitscampussen geplant, die ihren Schwerpunkt auf ambulante und ergänzende Gesundheitsleistungen legen sollen. Die konkreten Planungen werden ab 2028/2029 unter Einbeziehung von Politik, Krankenkassen und Öffentlichkeit erfolgen.

Arbeitsplätze bleiben erhalten

Die KKLE betont ausdrücklich, dass die Transformation mit einem steigenden Personalbedarf verbunden ist. „Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird gebraucht. Wir werden allen Beschäftigten auch künftig mindestens gleichwertige Arbeitsplatzangebote machen“, betont Sadık Taştan.

Für die Menschen im Kreis Kleve

„Für uns ist die Transformation eine Herzensangelegenheit und zugleich ein Gewinnerthema“, sagt Sadık Taştan. „Für die Menschen, die sich hier im Kreis behandeln lassen, steigt die Qualität des medizinischen Angebots und der Notfallversorgung. Für die Menschen, die bei uns arbeiten, schaffen wir ein modernes Arbeitsumfeld und weiterführende berufliche Perspektiven. Und für alle Menschen, die hier leben und arbeiten, ist dieses Projekt ein echter Beitrag zur Stärkung des Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandorts Kreis Kleve.“

Visualisierung des Standortes Kleve. Foto: KFP Architekten, Essen/KKLE

Prospekte