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"Papst Franziskus bei der Weltsynode 2024 in Rom, organisiert von der Deutschen Bischofskonferenz"
21. Mai 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Für eine stärkere Beteiligung von Laien an der Bischofswahl

Bischof em. Genn leitete hochrangig besetzte Studiengruppe

NIEDERRHEIN. Laien sollen in Zukunft stärker in den Auswahlprozess von Bischöfen eingebunden werden. Und bei der Auswahl der Bischöfe sollen künftig synodale Kompetenzen eine besondere Rolle spielen. Das sind einige der Ergebnisse der Beratungen einer noch von Papst Franziskus im Februar 2024 eingesetzten Studiengruppe zur Bischofswahl. Die Ergebnisse wurden Anfang des Monats als Bericht veröffentlicht. Koordinator der Studiengruppe war der inzwischen emeritierte Bischof von Münster, Dr. Felix Genn. Der Gruppe gehörten neben Genn elf weitere Fachleute an, darunter zwei Frauen, die eine hohe Expertise zum Thema mitbringen.

In dem Bericht wird an verschiedenen Stellen die Bedeutung von Synodalität im Sinne einer stärkeren Einbindung und Beteiligung von Menschen, die keine Geistlichen sind, betont. Hierdurch soll, so heißt es in dem Bericht, unter anderem einem Klerikalismus bei der Bischofswahl entgegengewirkt werden. Aus der gesamten Weltkirche, so unterstreicht Bischof Genn, sei der ausdrückliche Wunsch an die Studiengruppe herangetragen worden: „Es wäre gut, wenn es eine Beteiligung des Gottesvolkes an der Bischofswahl gäbe. Das Gottesvolk soll mit befragt werden.“ Ausdrücklich wird in dem Bericht festgehalten, dass auch eine „geeignete Anzahl von Frauen und jungen Menschen“ in dem Auswahlprozess befragt werden sollte.

Nach Aussage von Bischof Genn ist die Grundintention der Überlegungen der Studiengruppe, eine Antwort auf die Frage zu geben, wie Synodalität sich auf allen kirchlichen Ebenen verwirklichen kann. Das gelte für das Hören auf das Volk Gottes ebenso wie für die Kollegialität der Bischöfe und auch für den Dienst des Papstes. Für die Auswahl der Bischöfe bedeute das: „Wir brauchen Bischöfe, die nicht top-down regieren, allein, von oben her, sondern die eine hohe Sensibilität haben für synodale, gemeinschaftliche Prozesse, die sich ihrer Rolle als Entscheider bewusst sind, aber Entscheidungen nie ohne Beratung treffen, selbst, wenn es kontrovers zugehen sollte. Dann muss man so lange miteinander ringen, bis ein Konsens da ist. Extrem gesprochen: Wir können keine Bischöfe brauchen, die sagen: Das entscheide ich, ich bin schließlich der Bischof.“ Wenn es, so unterstreicht der emeritierte Bischof von Münster, bei einzelnen Fragen „Spitz auf Knopf“ gehe, wäre es eher angebracht, Entscheidungen zu vertagen. Und wenn ein Bischof doch einmal eine andere Entscheidung treffe, als der Beschluss synodaler Gremien laute, müsse es hierfür Gewissensgründe geben, die für die synodalen Gremien nachvollziehbar seien. Synodalität greife weder die Rolle der Bischöfe noch die des Papstes an. Vielmehr gehe es darum, wie die verschiedenen Ebenen in der Kirche gut miteinander zusammenarbeiten könnten. Ohne Rückbindung an synodale Gremien könnten weder die Bischöfe noch der Papst ihren Aufträgen in einer guten Weise gerecht werden. Eine gelebte Synodalität in der Kirche, so betont Bischof Genn weiter, könne auch für eine Gesellschaft, die stark zerrissen sei und zur Polarisierung neige, ein starkes Signal sein.

Der Bericht der Studiengruppe sei, wie alle Texte, die in Folge der Weltsynode von 2024 entstanden seien, von Papst Leo XIV. bewusst öffentlich gemacht worden, so dass eine große Transparenz im Blick auf die angestellten Überlegungen bestehe. Sehr bewusst, so sagt Bischof Genn, sei dem Papst dabei: „Es kann nicht nur Papier bleiben und ad acta gelegt werden, sondern es muss nun auch gehandelt werden. Papst Leo muss schauen, wie er das, was erarbeitet wurde, umsetzen kann.“

Die von Papst Franziskus einberufene Weltsynode endete im Oktober 2024 in Rom. Foto: Deutsche Bischofskonferenz

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