Katholische Kirche bleibt nahe bei den Menschen
3. Juni 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Katholische Kirche bleibt nahe bei den Menschen

2025: Hohe Nachfragen bei vielen kirchlichen Angeboten im Bistum Münster

MÜNSTER. Im Bistum Münster, mit knapp 1,6 Millionen Katholiken das mitgliederstärkste deutsche Bistum, sind zahlreiche Angebote der katholischen Kirche für immer mehr Menschen von großer Bedeutung. In vielen Feldern kirchlichen Engagements ist die Nachfrage 2025 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder auf einem hohen Niveau stabil geblieben. (Hinweis: Die folgenden Zahlen beziehen sich, wenn es nicht anders vermerkt ist, auf den NRW-Teil des Bistums).

Insbesondere Angebote für junge Menschen wurden 2025 sehr gut nachgefragt. So wurden im Kindergartenjahr 2025/2026 insgesamt 45.098 Mädchen und Jungen in den 664 katholischen Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft der Kirchengemeinden betreut. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Auch die Zahl der Schüler an den 29 bischöflichen Schulen liegt konstant bei gut 18.000. Hinzu kommen noch rund 1.400 Schüler an den drei kirchengemeindlichen Schulen. Insgesamt gab es auch 2024 ein ungebrochen hohes Interesse an den katholischen Schulen und mehr Anmeldungen als verfügbare Schulplätze.

Sehr hoch und weiterwachsend war 2025 die Zahl der Jungen und Mädchen, die an einer der Ferienfreizeiten im Bistum teilnahm. Rund 19.500 Kinder und Jugendliche nutzten die Angebote. Mehr als 5.000 qualifizierte Gruppenleitungen und ehrenamtlich Helfende haben mehr als 350 Sommerferienfreizeiten ermöglicht. Ein Wachstum verzeichnen weiterhin die katholischen Jugendverbände im Bistum Münster. In den zehn Verbänden, die im Diözesanverband Münster des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) organisiert sind (inklusive des Landesverbands Oldenburg), sind inzwischen 83.548 junge Menschen aktiv. Das sind 1.687 mehr Mitglieder als im Jahr zuvor. Aufwärts geht es hierbei etwa bei der Katholischen Landjugendbewegung im Bistum Münster (KLJB). In den 151 Ortsgruppen der KLJB engagierten sich 2025 mehr als 20.100 junge Menschen. Das waren rund 1.000 mehr als im Vorjahr. Die KLJB ist damit nicht nur im Bistum Münster der mitgliederstärkste Jugendverband, sondern auch mit deutlichem Abstand der größte KLJB-Diözesanverband in Deutschland.

Aber nicht nur junge, sondern auch alte und kranke Menschen stehen im Fokus der katholischen Kirche, insbesondere der Caritas. Mit 205 Seniorenheimen, 120 Einrichtungen für Betreutes Wohnen, 116 Tagespflegen, 110 Ambulanten Diensten und Sozialstationen sowie 35 Seniorenberatungsstellen bleibt die Caritas der größte Träger in der Altenhilfe im Bistum Münster. Zudem hat die Caritas im Bistum Münster die palliative Versorgung in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter ausgebaut und gestärkt. Sie umfasst seit 2024 zwölf vollstationäre und ein teilstationäres Hospiz; neu gegründet wurden ein stationäres Hospiz in Bocholt und ein Tageshospiz in Gronau, das erste im Bistum Münster. Einen unverzichtbaren Beitrag leisten im Bistum Münster zudem die katholischen Krankenhäuser. Sie stellen rund 80 Prozent der stationären medizinischen Versorgung sicher. Die 57 der Caritas angeschlossenen Kliniken bilden das tragende Rückgrat der medizinischen Versorgung in der Region. 30.000 Mitarbeiter haben 2025 rund 600.000 Patienten behandelt. In 27 katholischen Pflegeschulen werden Auszubildende kompetent und stark auf ihrem Weg zur Pflegefachkraft begleitet.

Sehr aktiv und engagiert ist die Caritas weiterhin auch in der Beratung von Menschen in Not und in besonders herausfordernden Lebenssituationen. So wurden 2025 etwa in den 17 Migrationsberatungsstellen mehr als 5.600 Beratungen durchgeführt. Mehr als 9.000 Personen, die von Überschuldung betroffen sind, wurden in der Schuldner- und Insolvenzberatung unterstützt. Die Caritas im Bistum Münster hat rund 80.000 Mitarbeiter; hinzu kommt das Engagement von etwa 30.000 Ehrenamtlichen.

Auch die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im nordrhein-westfälischen und niedersächsischen Bistumsteil bleibt für sehr viele Menschen ein wichtiges Angebot. In den 38 EFL-Beratungsstellen fanden 2025 insgesamt 33.505 Beratungsgespräche statt. Angestiegen ist dabei die Zahl der Ratsuchenden, die bei der EFL-Hilfe und Unterstützung fanden. Sie lag 2025 bei 12.973. Eine sehr wichtige Anlaufstelle war auch 2025 die Telefonseelsorge. Im NRW-Teil des Bistums gibt es drei Stellen in gemeinsamer Trägerschaft von katholischer und evangelischer Kirche, nämlich in Münster, Recklinghausen und Wesel. 294 Ehrenamtliche sind hier im Einsatz. In den drei Stellen lag die Zahl der angenommenen Anrufe auch 2025 wieder über 40.000, genau bei 43.970. Die häufigsten Themen waren Einsamkeit, psychische und andere Erkrankungen und Beziehungskonflikte.

Ein konstant sehr hohes Interesse gibt es bei der außerschulischen Bildungs- und Medienarbeit. So nahmen 2025 mehr als 204.000 Menschen an den Veranstaltungen der acht Bildungsforen im Bistum Münster teil, 4.600 mehr als 2024. Zudem erfreuen sich auch die Jugendbildungseinrichtungen weiterhin einer hohen Beliebtheit. Die Zahl der Gäste lag im vergangenen Jahr bei knapp 30.000. Die 258 Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) und Büchereien in Krankenhäusern, die insgesamt rund 1,26 Millionen Medien vorhalten, verzeichneten im vergangenen Jahr 3.570.820 Ausleihen, das sind knapp 100.000 mehr als 2024. Die Zahl der Besuche in den Büchereien blieb 2025 auf einem konstant hohen Niveau von mehr als 1,4 Millionen. Zusätzlich besuchten mehr als 118.000 Menschen die knapp 8.000 Veranstaltungen (viele davon zur Leseförderung). Die Büchereien werden von 3.888 Mitarbeitern betreut, mehr als 97 Prozent davon sind Ehrenamtliche. Sie leisteten 2025 gut 313.000 Arbeitsstunden.

Noch einmal stärker gefordert als schon 2024 war 2025 die Notfallseelsorge: 53 hauptamtliche Seelsorger sowie 288 ehrenamtliche Mitarbeiter hatten zusammen 1.518 Einsätze, gut 260 mehr als im Jahr zuvor. Bei 246 Einsätzen haben Notfallseelsorger die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten begleitet. Diese Zahl ist aufgrund eines Erlasses des NRW-Innenministeriums an die Polizeibehörden stark gestiegen: um 100 im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem Erlass sind Notfallseelsorger nun bei der Übermittlung von Todesnachrichten grundsätzlich einzubeziehen.

Weiter sehr aktiv ist die katholische Kirche im Bistum Münster in der Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt. Ziel ist es, Kinder, Jugendliche sowie schutz- und hilfebedürftige Erwachsene vor jeglicher Form von Gewalt, insbesondere vor sexualisierter Gewalt, zu schützen. Eine Kultur des achtsamen Miteinanders wird weiter gestärkt. 2025 fanden 191 Schulungen für 2.972 Personen aus Pfarreien, Jugendverbänden und Schulen statt. Im Bistum engagieren sich insgesamt rund 220 Schulungsreferenten sowie mehr als 300 Präventionsfachkräfte in Pfarreien, Verbänden und Einrichtungen, etwa die Hälfte davon arbeitet ehrenamtlich.

Die katholische Kirche im Bistum Münster gehört nach wie vor zu den größten Arbeitgebern in der Region. Ende 2025 waren beim Bistum und in den Kirchengemeinden 22.340 Mitarbeiter beschäftigt. Von diesen arbeiteten in den Kirchengemeinden 17.241 und in der Bistumsverwaltung, dem Bischöflichen Generalvikariat (BGV), 839.

Dr. Antonius Hamers, der das Bistum Münster noch bis zur Amtseinführung von Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ am 21. Juni leitet, erklärt zu den Zahlen: „Im vergangenen Jahr konnte ich mir als Diözesanadministrator ein Bild davon machen, wie vielfältig das Glaubensleben und wie stark das Engagement von Christinnen und Christen in unserem Bistum sind. Ohne dieses Engagement ist unsere Gesellschaft, so wie wir sie kennen, nicht lebensfähig. Christinnen und Christen sind auch im Bistum Münster eine zentrale Stütze unserer Gesellschaft. Die Zahlen machen – allen Unkenrufen und allen in der Tat vorhandenen Rückgängen zum Trotz – deutlich: Viele unserer Angebote werden sehr stark nachgefragt. Die Zahlen zeigen zugleich: Christinnen und Christen setzen sich in gelebter Nachfolge Jesu Christi insbesondere für die ein, die keine Lobby in unserer Gesellschaft haben. Wir werden uns auch weiter stark machen für den Lebensschutz am Beginn und Ende des Lebens und für die Würde jedes Menschen unabhängig von seiner Herkunft oder seines sozialen Status. Ausgrenzung, Hass, Gewalt und soziale Ungerechtigkeiten sind mit uns nicht zu machen. Unser Engagement ist begründet in der Frohen Botschaft Jesu Christi. Sie motiviert uns und sie ermutigt uns, Menschen in Wort und Tat zu verkünden, wie sehr der Glaube das Leben bereichern kann. Sicher werden wir unser Engagement nur halten können, wenn Menschen uns auch zukünftig mit ihrer Kirchensteuer unterstützen und wenn Menschen sich so mit der Botschaft Jesu identifizieren, dass sie in unseren Einrichtungen engagiert und qualifiziert mitarbeiten. Allen die das tun, bin ich zutiefst dankbar.“

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