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Monika Kamp (rechts) erhält bei ihrem Vorhaben tatkräftige Unterstützung von ihrer Familie und Freunden. Foto: J. Kurschatke
3. Juni 2026 · Jacqueline Kurschatke · Niederrhein

Projektstart für das Hospiz „Himmelsgarten am Niederrhein“

Initiatorin Monika Kamp errichtet einen Ort für unheilbar erkrankte Kinder

NIEDERRHEIN. Für Monika Kamp aus Wachtendonk verändert sich vor 28 Jahren das ganze Leben. Sie verliert ihre Tochter an Leukämie – Laura stirbt mit gerade einmal fünf Jahren. Nach der traumatischen Erfahrung, ihre Tochter in einem kalten, sterilen Krankenzimmer sterben zu sehen, ist für die Mutter klar: „Das ist nicht das, was Kinder in so einer Situation brauchen“. Mit dem Wunsch, ein neuen Kinderhospiz am Niederrhein zu bauen, möchte Kamp nun anderen Familien durch diese schwere Zeit des Abschieds helfen. Ein „Himmelsgarten“ nach Lauras Vorstellungen, der Kindern in ihrer letzten Zeit Leichtigkeit bietet soll entstehen.

Fast drei Jahrzehnte sind vergangen seit Monika Kamp Abschied von ihrer Tochter Laura nehmen musste. Was bleibt sind Erinnerungen und das Gefühl, dass Laura doch noch irgendwo bei ihr sei. „Am Tag ihrer Geburt haben wir zuhause einen Baum gepflanzt. Egal welches Wetter es ist, er beginnt jedes Jahr an ihrem Geburtstag wieder zu blühen“, berichtet Kamp. Die Idee zu Lauras Ehren ein eigenes Kinderhospiz zu erbauen, entstand bereits kurz nach ihrem Tod. Aber „man schiebt solche Dinge auf. Man verbringt die Jahre nach so einem Schicksalsschlag damit einfach weiter zu funktionieren. Man geht arbeiten und versucht zu leben, aber die Wunde im Herzen verheilt nie wirklich“, berichtet Kamp weiter. Auslöser dafür, ihr Herzensprojekt nun doch anzugehen sei, so sagt sie, möglicherweise der Tod eines Pferdes auf ihrem Hof gewesen. Lauras Pferd. „Er war immer das, was mich hier am meisten an sie erinnert hat. Mit 33 Jahren ist er dann im vergangenen Jahr gestorben. Vielleicht war auch das ein Zeichen sich ein Stück zu lösen und das Projekt in die Tat umzusetzen.“

An Kamps Seite sind zahlreiche Freunde und Bekannte, die bei der Planung helfen. Einer von ihnen ist Rainer Prott. Auch er betont, die Zeit sei jetzt gekommen: „Wir werden alle nicht jünger. Allein würden wir es nicht mehr schaffen. Also machen wir es gemeinsam.“ Gemeinsam startete die erste Ausarbeitung der Pläne; Skizzieren der zukünftigen Hospizanlage oder das finden von möglichen Grundstücken zum Bau. Was aktuell am meisten zähle: „Für mich ist wichtig unser Vorhaben erst einmal einer breiten Masse bekannt zu machen. 5.000 Flyer haben wir dafür schon in der Nachbarschaft verteilt“, berichtet Kamp. „Viele sagen zu mir, es ist mutig so ein Projekt zu starten. Ich sage, es ist mutig um Hilfe zu bitten. Und wir sind für jede Hilfe dankbar“, betont Kamp weiter.

Lauras „Himmelsgarten am Niederrhein“

Als Baufläche ins Auge geworfen hatten die Initiatorin und ihr Team unter anderem eine etwa zehn Hektar große Fläche in Grefrath, die derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird. Laut Prott eine Fläche mit „idealen Voraussetzungen“. Eben viel Platz für die großen Pläne von Monika Kamp – und Laura. Wie die Pressestelle der Stadt Grefrath mitteilt, ist jedoch in absehbarer Zukunft nicht geplant, die Fläche als Bauland auszuweisen. Die Suche muss also weitergehen.

Einen festen Plan gibt es in jedem Fall: „Kurz vor ihrem Tod hat Laura mir gesagt, wie der Himmel für sie aussieht“, und das sei vor allem ein heller, tierfreundlicher Ort. „Ich möchte einen Ort schaffen, der ein Stück Himmel ist und Menschen von überall mehr zusammenbringt. Damit wir uns alle wieder mehr fühlen“, sagt Kamp.

Konkret beschreiben Kamp und ihr Team den Plan so: Eine Art Hospizdorf soll es werden, bestehend aus mehreren kleinen Häusern für Freizeit- und Gesundheitsangebote. Das Haupthaus aus Holzbauweise möglichst offen geschnitten, mit viel Raum für Tageslicht. Zwölf Sterbezimmer, jeweils mit Schlafmöglichkeiten für Eltern sowie eigenem Badezimmer. Darüber hinaus wünscht sich Kamp einen grünen Dach- sowie Erinnerungsgarten. Aufenthaltsbereiche und Räume für ehrenamtliche Seelsorge soll es auch geben. Nicht fehlen dürfen Parkplätze vor der Tür sowie eine direkte Anbindung an Kliniken in der Umgebung mit einem Stellplatz für Krankentransporte. Besonders machen soll das Hospiz die Nähe zu Tieren. Pferde, Hasen, Alpakas und Co. kann sich Monika Kamp dort vorstellen. Yüksel Sari, ebenfalls ein Freund der Familie betont weiter: „Die Kinder sollen den Tod und ihre Krankheit nicht spüren. Erwachsenen sind die Umstände konstant bewusst. Kindern aber nicht. Sie sollen Tiere um sich haben und die Möglichkeit ein letztes Mal im Matsch zu spielen und ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Ein Abenteuerland.“

Um sich weitere Inspiration einzuholen und den verwalterischen Aspekt hinter einem Hospiz noch besser zu verstehen, möchte Monika Kamp bald für ein paar Tage hinter die Kulissen eines Hospizes schnuppern. Für ihren eigenen Plan heiße es derzeit noch geduldig sein: „Die Planung braucht Zeit. Unsere nächsten Gespräche sind in den kommenden Wochen.“ Für weitere Informationen ist Monika Kamp unter Telefon 0163/8579512 zu erreichen. Ebenfalls Auskunft zum Projekt erteilt Rainer Prott unter Telefon 0151/11505150.

Monika Kamp (rechts) erhält bei ihrem Vorhaben tatkräftige Unterstützung von ihrer Familie und Freunden. Foto: J. Kurschatke

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