Grünes Licht für 18 gute Ideen
Projektauswahlgremium der Leader-Region „Leistende Landschaft“ beschließt Kleinprojekte 2026
GELDERLAND. Ein bunter Blumenstrauß an Ideen kann jetzt in Geldern, Straelen, Kevelaer und Nettetal in die Tat umgesetzt werden – die Kleinprojekte 2026 sind bewilligt. Das Lei.La-Regionalmanagement freute sich sehr über die große Resonanz auf die diesjährige Ausschreibung der Leader-Region „Leistende Landschaft“ (Lei.La) für Kleinprojekte bis 20.000 Euro.
Von insgesamt 24 gültigen Anträgen können 18 Kleinprojekte gefördert werden. Erneut gab es mehr Ideen als Geld und so entschied am Ende das Ranking auf Basis der Förderkriterien. Das Förderbudget von 200.000 Euro ist auch in diesem Jahr vollständig ausgeschöpft.
„Wir freuen uns über die erneut große Resonanz auf die Ausschreibung,“ sagt Anne Teller-Weyers, sie ist im Team des Regionalmanagements maßgeblich für den Förderbereich Kleinprojekte zuständig. „Der Ideenreichtum zeigt, dass die Menschen Lust haben sich für ihre Region einzusetzen und diese gemeinsam aktiv gestalten.“
Die Leader-Region Lei.La nutzt bereits zum sechsten Mal das Budget zur Förderung von Kleinprojekten zur ländlichen Entwicklung. Über 40 Ideen für Projekte wurden dem Regionalmanagement in diesem Jahr vorgestellt. Insgesamt wurden dann 24 gültige Anträge eingereicht. Die 18 Projekte mit den meisten Punkten passen ins Förderbudget und konnten sich jetzt über ihre Bewilligung freuen.
Das Ranking der Projekte erfolgt auf Basis vorher festgelegter Förderkriterien und wurde vom interdisziplinär besetzten Projektauswahlgremium der Leader-Region in seiner Sitzung im Mai beraten und beschlossen. In allen vier Kommunen der Region können jetzt Projekte starten.
Breites Spektrum
Das Spektrum der Inhalte ist breit: Neue Begegnungsorte, attraktive Spielräume und regionale Geschichte sind ebenso vertreten wie die Themen Bildung und Natur.
Projektträger sind in erster Linie gemeinnützige Vereine, aber auch Kommunen und Privatpersonen. Die größte Gruppe der Projekte adressieren dörfliche Treffpunkte. Übergreifendes Ziel dieser Ideen ist es, Gemeinschaft durch Begegnung zu stärken.
In den Gelderner Ortschaften Lüllingen und Aengenesch entstehen überdache Sitzgelegenheit in der Dorfmitte. Sie dienen künftig auch Rad- und Wandertouristen als attraktive Rastmöglichkeit. In Vernum, in Wetten sowie in Lobberich wird die Ausstattung von ehrenamtlich getragenen Begegnungsstätten unterstützt, gefördert werden vor allem Mobiliar und Geschirr. In Winnekendonk entsteht ein ganz besonderer Fotopoint in der Form des Ortsnamens als lange Bank. Hier treffen sich künftig Vereine und dörfliche Gruppen zu Fototerminen mit Wiedererkennungswert und gleichzeitig bereichert die Bank den Bürgerpark als einladende Sitzgelegenheit.
Um Teilhabe geht es im Projekt „Landleben im Livestream“. Die SSG Kevelaer erhält eine Förderung, um künftig Vereinssport und dörfliche Feste mit eigener Infrastruktur online auch für diejenigen erlebbar zu machen, die nicht vor Ort sein können. Andere Vereine können diese Ausstattung leihen. Der Historischer Verein für Geldern und Umgegend kann für das Haus Ingenray in Pont dank der Kleinprojektförderung Mobiliar für den Außenbereich anschaffen. Verschiedene kulturelle Veranstaltungen lassen sich so besser umsetzen und auch für Radtouristen wird eine Rast im Park des historischen Gebäudes attraktiver.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Einen zweiten Schwerpunkt bilden Projekte im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Naturerlebnis. In der Kevelaerer Ortschaft Achterhoek entsteht aktuell ein öffentlich zugänglicher Permakultur-Waldgarten mit einer Dauerausstellung der begehbaren Installation ‚Das Archiv des Weltensammlers‘. Dank der Förderung können barrierefreie Wege angelegt und die Infrastruktur für Mitwirkung und Begegnung geschaffen werden. Mit dem Projekt „Naturkompass Kreis Viersen – Schutzgebiete im Blick“ entsteht im Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen eine interaktive und barrierefreie Ausstellung zum regionalen Naturschutz.
An der St. Luzia Grundschule in Walbeck entsteht ein grünes Klassenzimmer neben der Sporthalle. Die Schüler werden hier künftig in einer naturnahen Umgebung draußen lernen können. Im Nachmittagsbereich steht der Bereich als attraktiver Begegnungs- und Aufenthaltsort der Dorfgemeinschaft zur Verfügung.
Kinder und Bewegung stehen im Mittelpunkt der Projekte des Waldfreibades, des Vereins Aus Straelen und der Fördervereine der Grundschule Overberg/St. Norbert. Der Verein Waldfreibad Geldern erhält für das Projekt „Waldfreibad 365 – Erlebnisraum für jede Wetterlage“ eine Förderung für die Bereicherung des Geländes mit neuen Spielattraktionen. Das ehrenamtlich getragene Waldfreibad in der Walbeck soll so auch bei niedrigeren Temperaturen zu einem attraktiven Freizeitziel für die ganze Familie werden.
Der Verein Aus Straelen kann dank der Förderung einen großen Sandkasten auf dem Marktplatz installieren. Dieser wird künftig während der Sommermonate die Innenstadt lebendiger, kinder- und familienfreundlicher machen. Einzelhändler unterstützen das Projekt als Paten zum Beispiel mit dem Verleih von Spielzeug.
Die Schulhöfe der Grundschulen in Winnekendonk und Kervenheim werden mit der Förderung bunter und laden künftig zur bewegten Pause: Unter anderem gibt es farbenfrohe Hüpfspiele, die die überwiegend asphaltierten Schulhöfe deutlich aufwerten. Die Auswahl der Motive erfolgt mit Beteiligung der Schüler. Beide Schulhöfe stehen in den Nachmittagsstunden Familien aus den Dörfern als Begegnungs- und Aufenthaltsort zur Verfügung.
Regionale Geschichte und Identität
Einen letzten Schwerpunkt bilden Projekte rund um regionale Geschichte und Identität. In Nettetal kann das Projekt „Friedhöfe als Geschichtsbuch“ realisiert werden, Projektträger ist hier die Kommune. An vier Standorten werden Infotafeln mit Wissenswertem zu lokalen Persönlichkeiten, Familiengeschichten und historischen Zusammenhängen installiert. Ebenso wird es in Nettetal demnächst eine Ausstellung zum Werk des Illustrators und Karikaturisten Heinz Stenmans (1928-2017) geben. Dank der Förderung erscheint ein passendes Buch und es wird ein Katalog gedruckt.
Auch in Straelen wird es neue Infotafeln geben: Jüngst entstand ein neuer Fuß- und Radweg entlang einiger geschichtsträchtiger Orte. Die Spuren dieser Orte sind jedoch bereits vollständig verschwunden und nur noch in den Erinnerungen älterer Menschen präsent. Der Verein der Freunde und Förderer des Stadtarchivs Straelen wird jetzt historische Bilder und Informationen zusammentragen und für fünf Pultaufsteller entlang des Weges aufbereiten. Infotafeln und Ausstellungen zur Geschichte bieten immer wieder Gesprächsanlässe zwischen den Generationen und auch mit Zugezogenen. Sie fördern den Austausch, das Bewusstsein für die regionale Geschichte und schaffen Identifikationspunkte.
„Wir wünschen allen Projektträgern viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ideen!“ sagt Ute Neu, Geschäftsführerin der Leader-Region. „Die Engagierten tragen mit ihrem wertvollen, meist ehrenamtlichen Engagement maßgeblich dazu bei, dass unsere Region lebendig und lebenswert bleibt und sich stets weiterentwickelt.“
Alle Projekte, die jetzt nicht zum Zuge kamen, werden zu alternativen Förderoptionen beraten und können im nächsten Jahr wieder ihr Glück versuchen.
Den Überblick der Projekte des Jahres 2026 sowie der Kleinprojekte der vergangenen Jahre gibt es auf www.leader-leila.de/kleinprojekte.
Die Kleinprojekt-Förderung können alle Leader-Regionen in NRW abrufen, sie wird vom Land Nordrhein-Westfalen (Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz) gemeinsam mit dem Bund (Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) als ein Förderinstrument für die „Integrierte ländliche Entwicklung“ der Gemeinschaftsaufgabe „Agrar- und Küstenschutz“ angeboten.
Der notwendige regionale Eigenanteil wird von den Kommunen der Leader-Region und den Projektträgern getragen. Die Förderung wird seit 2021 einmal jährlich ausgeschrieben und bietet eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 80 Prozent der förderfähigen Gesamtprojektkosten, diese müssen zwischen 2.500 Euro und 20.000 Euro liegen. Menschen mit Ideen für die Region können sich laufend an das Regionalmanagement wenden und sich zu ihren Ideen beraten lassen. Neben den Kleinprojekten verfügt die Leader-Region über eine Förderung des Landes NRW mit der EU, hier können auch größere Projekte realisiert werden.