Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Muhammad Idrees stammt aus Pakistan. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
14. Februar 2026 · Heiner Frost · Kleve

Die Probleme ausländischer Studenten im Blick

NN-Serie: Muhammad Idrees ist neues Mitglied im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration

KLEVE.Muhammad Idrees ist Pakistani, 27 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Söhne. Derzeit studiert er an der Hochschule Rhein-Waal International Business Administration. Im März wird er sein Studium abschließen.

Seit Oktober ist Idrees Mitglied im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Kleve. Er ist als unabhängiger Kandidat in den Ausschuss gewählt worden und für ihn ist es das erste Mal, dass er in einem politischen (Ehren)Amt tätig ist. Erfahrungen auf politischer Ebene hat er trotzdem. Er war Mitglied im Studentenparlament der HSRW. Außerdem war er „Campus Representative“ für den Allgemeinen Studentenausschuss (AStA). Für Idrees wird es im Ausschuss vor allem darum gehen, die Probleme der Studentenschaft zu vermitteln und im Idealfall dafür zu sorgen, dass sich Dinge verbessern. „Wir haben mehr als 5.000 Studenten hier in Kleve“ sagt Idrees und nennt – nach deren Hauptproblemen gefragt – drei wichtige Punkte. „Eines der Hauptprobleme für neu ankommende Studenten ist es, eine Wohnung zu finden. Das ist unglaublich schwer.“ Auch Idrees sucht für sich und seine Familie, die noch in Essen wohnt, eine Wohnung in Kleve. Ein zweites sei es, die deutsche Sprache zu lernen. „Das Studium findet ja auf Englisch statt, aber im täglichen Leben braucht man die Landessprache. Natürlich: Es gibt Kurse, die man besuchen kann, aber manche sind so anspruchsvoll, dass das neben dem Studium nicht so einfach ist.“

Ein weiteres Problem: „Jobs für Studenten. Viele Kommilitonen suchen Jobs in Krefeld, Duisburg, Düsseldorf, weil hier das Angebot zu klein ist. Dann hat jemand einen Job gefunden und ist auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen.“ Das Thema: R10. „Du kommst zwei- oder dreimal nicht zum Job und das war‘s.“ Probleme wie verkehrstechnische Anbindung und Wohnung stellen sich natürlich nicht nur für Studenten, aber, so Idrees, wenn man aus dem Ausland hier ankomme, sich mit bürokratischen Abläufen nicht auskenne und dann noch Sprachdefizite habe, wirke das wie ein Verstärker.

Mittlerweile hat das erste Treffen des Ausschusses stattgefunden. Wie war Idrees‘ Eindruck? „Ich hätte mir gewünscht, dass es vor dem ersten offiziellen Treffen eine Runde gegeben hätte, in der man die anderen kennenlernt. Das hat mir gefehlt und beim ersten Treffen ging es nicht ums Kennenlernen. Das finde ich schade. Auch bei der Wahl zum Vorsitz ging es meiner Meinung nach nicht so sehr darum, dass sich die Mitglieder mit ihren Ideen vorstellen – da spielten eher parteipolitische Erwägungen eine Rolle. Das finde ich schade.“ Wann wird eigentlich das nächste Treffen stattfinden? Idrees: „Das ist auch so ein Punkt: Unser nächstes Treffen wird erst in drei Monaten stattfinden. Das ist meiner Ansicht nach ein viel zu großes Intervall. Was soll man in der Zwischenzeit machen? Ich habe das gefragt und da hieß es dann: Nachdenken.“ So sei es, meint Idrees, schwierig, den Ausschuss in Gang zu bringen und Ideen beziehungsweise Initiativen zu entwickeln. Idrees möchte etwas erreichen. Das ist deutlich zu spüren. Das ist ihm wichtig. „Wir sind im Ausschuss ja ganz unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Interessen und Zielen. Da ist es wichtig, gut zu kommunizieren. Sonst ist am Ende eine Wahlperiode vergangen und es ist wenig passiert. Das wäre dann schade. Es muss ja im Idealfall darum gehen, zusammen etwas zu erreichen – unabhängig von parteipolitischen Erwägungen.“ Was nütze es, wenn alle jetzt drei Monate Zeit zum Nachdenken hätten und am Ende einzelne mit Ideen kämen, von denen sich herausstellt, dass man sie nicht umsetzen könne.

Der Ausschuss: Bei der letzten Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen wurden nicht nur Vertreter für Gemeinden, Städte und Kreise, Bürgermeister und Landräte gewählt – es wurde auch über die Zusammensetzung der Integrationsräte entschieden. In Kleve gibt es zehn direkt gewählte Mitglieder, die wir vorstellen. Das sind: Bassam Alkhouri (Liste Mifgash); Kenan Araca (Liste SPD); Jawad Azizi (Liste Grüne); Hamid Benbouazza (Liste SPD); Katharina Dahlmann (Liste AfD); Yuliya Görtz (Liste AfD); Muhammad Idrees (Einzelbewerber); Alina Mykhailenko (Liste Grüne); Emine Polat (Liste SPD); Abdul Shaaban (Liste OK).

Muhammad Idrees stammt aus Pakistan. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

Prospekte
weitere Artikel