Silke Sörensen-Wemmers und Cornelia Wagner von IMPULS beraten Frauen 2025.
3. Juni 2026 · Jacqueline Kurschatke · Niederrhein

Die Beratungsstelle IMPULS hat ein offenes Ohr für Frauen und Mädchen im Kreis Kleve

Hilfe in Gewaltsituationen und unsicheren Lebenslagen: Kostenlos und Vertraulich

GOCH / KREIS KLEVE. Die Beratungsstelle IMPULS ergreift Partei für Frauen und Mädchen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihnen in schwierigen Lebenslagen unterstützend zur Seite zu stehen. Von ihrem Hauptsitz in Goch aus, verwalten sie Beratungstermine im gesamten Kreisgebiet, leisten Präventionsarbeit an Schulen oder veranstalten Workshops zu Themen wie Selbstsicherheit.

Kostenlose Hilfe, anonym und vertraulich: Das ist das Konzept der Frauenberatungsstelle. 579 Klientinnen haben 2025 das Angebot von IMPULS wahrgenommen. Der Bedarf zieht sich durch alle Altersgruppen ab dem Jugendalter und beinhaltet eine Vielzahl an Themen. Am häufigsten, in rund zweidrittel der Fälle ist von häuslicher Gewalt oder dem leben in gewaltvollen Partnerschaften die Rede. Diese sind besonders bei jungen Frauen deutlich überrepräsentiert, wie Beraterin Silke Sörensen-Wemmers berichtet: „Es fällt auf, dass gerade junge Frauen sich vermehrt in Gewaltbeziehungen befinden. Die Art der Gewalt verändert sich auch. Es kommen beispielsweise immer mehr Fälle von Stalking, Gewalt im Netz oder psychischer Gewalt auf.“ Dazu kommen Belastungen durch psychiche Erkrankungen, Vorfälle mit K.O Tropfen und damit einhergend sexuelle Übergriffe. Doch auch Situationen die ohne Gewalt ablaufen, können ein Grund für Beratung sein. Etwa das Thema Trennung, Scheidung oder Wohnungssuche, Sucht, Essstörung oder Selbstwert. Wichtig ist den Beraterinnen um Sörensen-Wemmers zu betonen: „Kein Anliegen ist zu klein für ein Erstgespräch. Wenn man ein schlechtes Bauchgefühl bei etwas hat, reicht das bereits aus. Damit möchten wir auch vermitteln, dass man auf dieses Bauchgefühl vertrauen darf. Hier wird jedes Anliegen ernst genommen.“

Das Team von IMPULS besteht neben Silke Sörensen-Wemmers auch aus den Beraterinnen Cornelia Wagner, Laura Zwar und Marike Cöster, die mit mit insgesamt 2,5 Stellen für den gesamten Kreis zuständig sind. Sie alle sind fachlich geschult, haben einen psychologischen oder sozialpädagogischen Hintergrund. Jutta Kampert vervollständigt das Team. Sie ist für die Terminvergabe und Verwaltung zuständig. Gemeinsam sorgen sie für schnelle Hilfe; „Ein Termin kann bei uns innerhalb von ein bis zwei Wochen vergeben werden. Die Terminanfrage läuft telefonisch. Im Gespräch wird die Person dann auch nach ihrem Wohnort gefragt um die nächstgelegene Anlaufstelle zu ermitteln. Neben Goch bieten wir auch Termine in Emmerich, Kleve und Geldern an. Bei Bedarf kann auch eine Übersetzerin für das Gespräch engagiert werden“, erläutern die Beraterinnen.

Die Beratung ist für die Betoffenen kostenlos. Die Beratungsstelle gehört dem Verein Frauen helfen Frauen an wird durch Fördergelder des Kreises Kleve und des Landes NRW finanziert. Dennoch ist die Beratungsstelle Impuls auch auf Spenden angewiesen, um Finanzierungslücken zu schließen. Geplant werden jährlich mehrere Aktionen um die Angebote von IMPULS bekannt zu machen und präventive Arbeit zu leisten. So konnte einer Gruppe Frauen im vergangenen Jahr beispielsweise ein sorgenfreies Wochenende in der Wasserburg in Kleve beschert werden. Während ihre Kinder von Pädagogen betreut wurden, konnten die Frauen sich ganz auf verschiedenste Workshops zur Stärkung ihres Selbstwertes konzentrieren. Eine Aktion um „Mut zu spenden“, wie Cornelia Wagner erläutert: „Es sind an diesem Wochenende viele neue Kontakte geknüpft worden. Es ist sehr viel Stärke entstanden.“

Des Weiteren engagiert sich die Gruppe auch auf Fachtagungen gegen Gewalt an Frauen mit diversen Aktionen, kommt am Weltfrauentag auf der Straße auch persönlich mit Frauen ins Gespräch. „Im letzten Jahr haben wir zum Weltfrauentag eine Wunschbaumaktion gestartet. In diesem Jahr haben wir Rosen und Lose verteilt. Jede Frau erhielt damit einen persönlichen Spruch, der sie bestärken soll“, berichtet Wagner weiter. Regelmäßig gibt das IMPULS-Team auch Schulungen. So wird das Lehrpersonal des Berufskollegs Kleve bei einem Pädagogischen Tag am Dienstag, 9. Juli für die Bedürfnisse von jungen Frauen sensibilisiert. Schulungen in großen Freibädern im Kreis stehen ebenfalls noch für dieses Jahr auf dem Plan. Die Aktion „Ist Luisa hier?“ wird dabei dem Personal vermittelt. Kommen Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum in bedrängnis, fühlen sich unwohl oder belästigt, können sie sich mit der genannten Frage an die Mitarbeitenden vor Ort wenden. „Es setzt eine Schulung voraus zu wissen, was in so einer Situation zu tun ist. Es werden keine Fragen gestellt sondern neutral geantwortet und die Betroffene Person sofort aus der Situation herausgeholt“, erklärt Sörensen-Wemmers. Das Ordnungsamt Geldern hat sich mit dem Workshop auf die Pfingstkirmes vorbereitet. Auch das Ordnungsamt Kevelaer, die Stadtwerke Geldern und die Mitarbeitenden des Bühnenhauses Kevelaer haben sich bezüglich der Schulung bereits an IMPULS gewandt.

Besonders stolz sind die Beraterinnen auch auf ihr großes Netzwerk an Fachstellen und Partner-Organisationen. Dazu gehören unter anderem Der Weiße Ring, der Opferschutz der Polizei, die Caritas oder der Sozialdienst katholischer Frauen. Gemeinsam wurde im vergangenen Dezember das 25-jährige Jubiläum der Beratungsstelle gefeiert.

Was die Beraterinnen an ihrer Tätigkeit besonders mögen? Die Möglichkeit Frauen zu helfen den Mut zu finden, aus belastensden Familienverhätltnissen auszubrechen. Im Kreis Kleve bieten sie einen geschützen Raum um über diese Probleme zu sprechen. Für die anonyme Beratung ist eine Terminvereinbarung unter Telefon 02823/419171 oder per E-Mail an info@fb-geldern.de möglich. Weitere Informationen gibt es außerdem online unter www.fb-impuls.de.

Fast 600 Frauen wandten sich 2025 mit ihren Problemen an die Beratungsstelle IMPULS. Im Bild: Silke Sörensen-Wemmers (links) und Cornelia Wagner. NN-Foto: J. Kurschatke

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