Branche steht aktuell vor vielen Herausforderungen
Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Guido Ingenbleek besuchen Familienunternehmen „Lumler + Kox“
GELDERN. Bereits in fünfter Generation lackieren, streichen und tapezieren sie die Gebäude in Geldern und Umgebung: Lumler + Kox ist ein Familienunternehmen, das auf eine lange Geschichte zurückblickt. Gegründet im Jahr 1877, ist der Betrieb auch heute noch sehr präsent in Geldern.
Davon überzeugten sich jetzt auch Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Guido Ingenbleek. Im Rahmen der aktuellen Unternehmensbesuchs-Reihe der Stadt Geldern waren sie jetzt bei „Lumler +Kox“ am Firmenstandort am Mühlenweg zu Gast, wo sie mit der Betriebsleitung um Winfried Kox, Inhaber und Geschäftsführer, Petra Kox und ihrem Neffen und künftigen Nachfolger, Niklas Scholler, ins Gespräch kamen. Aktuell beschäftigt die Firma 16 Mitarbeitende. „Es ist uns wichtig, mit den Unternehmern hier vor Ort im Austausch zu bleiben, um direkt mitzubekommen, welche Themen sie beschäftigen und wo Verbesserungspotenzial besteht“, so Sven Kaiser. „Mit ,Lumler+Kox haben wir in Geldern ein sehr erfahrenes Unternehmen das schon seit vielen Jahrzehnten im Bereich von Maler- und Lackierer-Arbeiten tätig ist.“ Lumler + Kox hat zuletzt auch die Stadt Geldern bei einigen Projekten unterstützt, etwa bei der Modernisierung der Albert-Schweitzer-Grundschule und der Mariengrundschule in Kapellen. Auch die Fassade der St.-Michael-Grundschule wurde durch das Unternehmen neugestaltet. Wie Winfried Kox schon zu Beginn des Gesprächs deutlich machte, ist das Thema Nachwuchs und Fachkräftemangel nach wie vor ein großes Thema. „Ausbildungsmessen sind eine sehr gute Gelegenheit, um mit dem Nachwuchs in Kontakt zu kommen. Beispielsweise sind wir beim Tag der Ausbildung am Berufskolleg Geldern vertreten“, meinte Winfried Kox. Dennoch sei die Nachwuchs-Findung nicht einfach. „Die Gewinner im Handwerk sind die Bereiche Kfz und Dachdecker.“ Im Allgemeinen sei es eher schwierig, junge Menschen von einer Karriere im Handwerk zu überzeugen. Lumler + Kox würde etwa nur eine Handvoll an Bewerbungen auf Azubi-Stellen erhalten. Aktuell beschäftigt das Familienunternehmen zwei Auszubildende.
Doch neben dem Thema Fachkräftemangel seien auch die gestiegenen Materialkosten eine Herausforderung. In der Branche habe sich einiges geändert, was die tägliche Arbeit erschwere. Winfried Kox nennt Beispiele: „Reparaturverglasungen sind extrem teuer geworden.“ Zudem müssen Balkon- und Terrassentüren inzwischen sogar aus Sicherheitsglas bestehen. „Dieses ist nicht nur teurer, sondern auch um einiges schwerer als herkömmliches Glas,“, so Kox. Daher benötige man für den Einbau mehr Personal.
Ein weiteres Thema, das die Geschäftsführung derzeit beschäftigt, ist der aufwendige Antragsprozess für den Handwerkerausweis. Kaiser bedankte sich für die Rückmeldung und versprach, „dass wir das Thema mit ins Rathaus nehmen, um den Prozess künftig schneller und digitaler zu gestalten.“
Bereits geregelt ist bei Lumler+Kox die Frage der Unternehmensnachfolge. Mit Niklas Scholler, Neffe von Winfried und Petra Kox, hat das Unternehmen bereits einen designierten Nachfolger. Die Übergabe sei in etwa drei Jahren geplant. Allerdings gäbe es auch in dieser Beziehung verschiedene Herausforderungen. „Die Handwerkskammer unterstützt nur bis zu einem gewissen Punkt“, so Scholler. „Für Unternehmensnachfolger ist es zudem häufig schwierig, Kredite zu erhalten, da verschiedenste Aspekte mit einbezogen werden.“ Dabei sei das Thema der Unternehmens-Nachfolge für viele Betriebe heute eine große Problematik. „Viele andere Unternehmen in unserer Branche finden keine Nachfolger“, bringt es Scholler auf den Punkt.
„Wenn ein Unternehmen einen qualifizierten Nachfolger findet, sollte diesem der Übergang vereinfacht und nicht verkompliziert werden“, so Wirtschaftsförderer Guido Ingenbleek. „Viele Unternehmen suchen vergebens nach Nachfolgern, was dazu führt, dass einige Fachbetriebe schließen müssen.“
Die Reihe der Unternehmensbesuche führt die Stadt Geldern in den kommenden Wochen weiter fort. Der nächste Besuch führt Sven Kaiser und Guido Ingenbleek zum Unternehmen „Bauunternehmung Elsemann“.