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Die Agentur für Arbeit in Wesel stellte die Bilanz des Arbeitsmarktes 2025 vor. Foto: Agentur für Arbeit
9. Januar 2026 · Sabrina Peters · Niederrhein

Arbeitslosigkeit steigt auch in den Kreisen Wesel und Kleve weiter

Arbeitsmarkt hatte 2025 auch in den Kreisen Wesel und Kleve mit schwacher Konjunktur zu kämpfen

NIEDERRHEIN. Bereits seit 2023 steigt die Arbeitslosigkeit in den Kreisen Wesel und Kleve kontinuierlich an. Auch im vergangenen Jahr hat sich dieser Trend fortgesetzt, wenn auch nicht ganz so stark wie im Vorjahr: Im Arbeitsagenturbezirk Wesel, der die Kreise Wesel und Kleve umfasst, lag die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt 2025 bei 29.088 Personen (Kreis Wesel: 18.221, +3,3 Prozent; Kreis Kleve: 10.866, +2,9 Prozent). Das sind 886 Personen oder 3,1 Prozent mehr als 2024. Zum Vergleich: 2024 hatten sich 2.210 Personen mehr arbeitslos gemeldet als noch 2023.

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 6,9 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte höher als im Vorjahresdurchschnitt. „Damit hat sich die anhaltende schwächelnde wirtschaftliche Entwicklung auch bei uns im Agenturbezirk ausgewirkt“, sagt Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wesel. Die durchwachsene Konjunktur habe das gesamte letzte Jahr geprägt. „Zwar wurden in einigen Bereichen neue Beschäftigte eingestellt, aber unter dem Strich gab es mehr Entlassungen, sodass dieser Effekt überdeckt wurde“, ergänzt Ossyra. Trotzdem sei die Arbeitslosigkeit aber weniger stark gestiegen als im Vorjahr.

Das habe auch daran gelegen, dass mehr ausländische Staatsangehörige in den Arbeitsmarkt eingegliedert worden seien: Während nur 355 deutsche Staatsangehörige zum Stichtag Ende Juni 2025 einen neuen Job fanden, waren es im gleichen Zeitraum 2.087 ausländische Staatsangehörige, die einen neuen Job antraten. 725 von ihnen stammten laut der Arbeitsagentur aus den acht Asyl-Herkunftsländern, 684 aus der Ukraine. Damit sei die Beschäftigung von ausländischen Staatsbürgern überproportional gestiegen. Die deutschen Staatsangehörigen würden mit 251.241 beziehungsweise 84,1 Prozent aber immer noch den Arbeitsmarkt stark dominieren.

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist mit 256.061 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im gesamten Agenturbezirk 2025 um einen Prozentpunkt gestiegen. Allerdings habe dabei der Anteil der Teilzeitbeschäftigten um 3,7 Prozent (84.908 Teilzeitbeschäftigte) zugenommen, während der Anteil der Vollzeitbeschäftigten um 0,4 Prozent (171.153 Vollzeitbeschäftigte) zurückging.

Die Zahl der neugemeldeten Arbeitsstellen sei von 9.871 im Jahr 2024 auf 9.560 im Jahr 2025 im Agenturbezirk zurückgegangen. Das sei wohl mit der aktuellen Wirtschaftslage zu begründen, sagt Ossyra. Mit 5.946 Stellen gab es Kreis Wesel im Jahr 2025 laut der Agentur für Arbeit allerdings 15 Stellen mehr als noch im Vorjahr. Im Kreis Kleve seien dagegen 2025 nur 3.614 Stellen gemeldet worden – also 326 Stellen weniger als 2024. Die Top 10 der Berufsgruppen mit den meisten offenen Stellen führt die Lagerwirtschaft und Postzustellung an. Danach kommt der Verkauf, Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege sowie Maschinenbau- und Betriebstechnik. Nach wie vor, so Ossyra, würden die Arbeitgeber am meisten Fachkräfte suchen. Bei den gemeldeten Stellen würden sie mit 54,7 Prozent mehr als die Hälfte ausmachen. Auf dem Arbeitsmarkt seien jedoch erneut mit 57,1 Prozent sogenannte Helfer am meisten als arbeitssuchend gemeldet. Das sei – zusammen mit dem Rückgang der Stellen – keine leichte Ausgangslage, um arbeitslose Menschen zusammenzubringen, sagt Ossyra und betont, dass gezielt in Weiterbildung investiert werde: „Aktuelle Kenntnisse oder ein nachträglich erworbener Berufsabschluss bringen sowohl Arbeitslose als auch Beschäftigte und ihre Arbeitgeber weiter.“

Für das Jahr 2026 seien die Prognosen verhalten, aber auch positiv. Es gebe einen angekündigten leichten konjunkturellen Aufwind, der auch mit dem 500 Milliarden Euro-Sondervermögen des Bundes zu tun habe. „Das kann die Wirtschaft ein bisschen pushen“, sagt Ossyra. Eine generelle Trendwende sei aber nicht zu erwarten. Zudem sei „die weltpolitische Lage und die daraus entstehenden Auswirkungen auf unseren Arbeitsmarkt schwer einzuschätzen“. In den nächsten Jahren müssten sich die Unternehmen in den Kreisen Wesel und Kleve darüber hinaus auf strukturelle Veränderungen durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Demografie einstellen, sagt Ossyra. Bereits jetzt würden die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) von den Unternehmen vielfältig genutzt und die Bedarfe an Arbeitnehmende verändern. „Hier sollte jede und jeder Beschäftigte darauf achten, Kompetenzen auf dem Laufenden zu halten. Unternehmen sollten ihre Belegschaft mitnehmen und frühzeitig in passende Weiterbildung investieren. Hier bieten wir als Partner Unterstützung durch Beratung und Förderung, zum Beispiel mit unserem Arbeitgeber-Service an“, sagt Ossyra. Weitere Informationen gibt es online unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/wesel/unternehmen.

Sabrina Peters

Die Agentur für Arbeit in Wesel stellte die Bilanz des Arbeitsmarktes 2025 vor. Foto: Agentur für Arbeit

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