Zwischen Trauer und Trost
Ein Workshop der Ambulanten Hospizgruppe Niederrhein lädt zum Innehalten ein
NIEDERRHEIN/KEVELAER. Trauer hat viele Gesichter. Sie entsteht nicht nur beim Verlust eines geliebten Menschen, sondern auch durch Trennungen, Veränderungen im Berufsleben oder andere Einschnitte, wie den Verlust der Gesundheit. Oft trifft sie einen unerwartet – und ebenso individuell wie die Trauer selbst sind die Wege, mit ihr umzugehen. Ein Kunst-Workshop im hospizlichen Kontext widmet sich genau diesem Spannungsfeld: dem Schmerz Raum zu geben und gleichzeitig Trost als kraftvolle Ressource für sich zu entdecken.
Unter dem Titel „Zwischen Trauer und Trost“ sind Interessierte am Samstag, 9. Mai, von 11 bis 13.30 Uhr eingeladen, sich in den Räumlichkeiten der Ambulanten Hospizgruppe Niederrhein in Kevelaer (Luxemburger Galerie, Neustraße 3-15) behutsam mit ihren eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Das Angebot richtet sich sowohl an Personen, die aktuell einen Verlust verarbeiten, als auch an jene, die sich grundsätzlich mit den Themen Sterben, Tod und Begleitung beschäftigen möchten. Auch Interessierte, die sich ein ehrenamtliches Engagement im Verein vorstellen können, sind herzlich willkommen.
Im Mittelpunkt des Workshops steht eine besondere Form der Annäherung: eine Kombination aus achtsamer Selbstwahrnehmung, Imagination und kreativem Gestalten. Die Teilnehmer werden eingeladen, innezuhalten, ihrer Atmung zu folgen und inneren Bildern Raum zu geben. Ausgehend von persönlichen Erinnerungen und Empfindungen entsteht Schritt für Schritt ein individuelles Bild – symbolisiert durch ein Ginkgo-Blatt. Dieses steht für das eigene Leben, mit all seinen Brüchen, Stärken und Wandlungen.
Farben spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie geben Gefühlen Ausdruck, die sich oft nur schwer in Worte fassen lassen: Trauer, Hoffnung, Trost, vielleicht auch Mut. Dabei gibt es kein „richtig“ oder „falsch“ – jede Farbe, jede Form spiegelt die persönliche Erfahrung wider. Der kreative Prozess eröffnet neue Zugänge zum eigenen Inneren und kann helfen, Belastendes zu verarbeiten und stärkende Ressourcen sichtbar zu machen.
Trost wird dabei nicht als schnelle Lösung verstanden, sondern als etwas, das auf Dauer Halt geben kann. Am Ende entsteht nicht nur ein persönliches Kunstwerk, sondern auch ein neuer Blick auf das eigene Erleben und die Haltung, dass Trauer da sein darf, genauso wie Trost, ganz individuell.
Anmeldungen zum Workshop sind möglich bei den Koordinatorinnen der Ambulanten Hospizgruppe Niederrhein bis Dienstag, 5. Mai, unter Telefon 0172/2890798. Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro. Es sind keinerlei Malvorkenntnisse nötig. Das Material wird gestellt.