Zwei Kreise und ein Hiob
Georg Hiob versteht sich vor allem als Netzwerker
NIEDERRHEIN. Georg Hiob lächelt. Sein Lächeln: eine Aufforderung zur Leichtfüßigkeit. Hiob ist der neue Kreisgruppengeschäftsführer beim „Paritätischen“. Hiobs Botschaft: „Selbe Stadt – andere Firma.“ Das hat etwas mit dem „Davor“ zu tun. Vor seiner jetzigen Stelle leitete Hiob, Jahrgang 1970 und studierter Sozialwissenschaftler, das Kolpinghaus in Kleve. Selbe Stadt – zwei Gehminuten entfernt.
Und da ja nicht jeder sofort etwas anzufangen weiß mit dem „Paritätischen“, gibt der Waschzettel auf dem Tisch Auskunft: „Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland und steht für Vielfalt, Offenheit und Toleranz. Er vereint Organisationen und Initiativen aus allen Bereichen der sozialen Arbeit.“
Fragt man den Neuen am Ruder nach seinem Hobby, muss der nicht lange nachdenken: „Politik“, sagt er und fügt hinzu: „Der Paritätische ist politisch neutral, aber nicht unpolitisch.“ So wurde denn auch bei der Ausschreibung der Stelle durchaus Wert auf politische Erfahrung gelegt, „und meine Nebentätigkeit habe ich natürlich auch angemeldet“, sagt Hiob, der im Klever Rat die CDU-Fraktion führt. Da kennt sich einer aus auf dem Polit-Parkett.
Er habe, sagt Hiob, noch einmal Lust auf etwas Neues gehabt. „Mein neuer Arbeitgeber wird noch zehn Jahre lang etwas von mir haben.“ Hiob ist – siehe oben – Jahrgang 1970 und die neue Stelle unbefristet. Hiob ist Amtsnachfolger von Andreas Fateh und sieht sich in erster Linie als Netzwerker. „Der Paritätische ist ein bunter Verband und deckt ein breites Spektrum ab, das vom Naturschutz bis zur Kinderbetreuung reicht. Wir vertreten also viele Interessen.“
Humor hat der Neue auch: „Ich habe wenig Fachwissen“, stapelt er tief und meint, dass es für jemanden in seinem Amt vor allem wichtig sei, immer diejenigen zu kennen, die am meisten und besten über ein Thema Bescheid wüssten. „Natürlich helfen mir meine politischen Kontakte.“ Das ist beim Netzwerken ein nicht zu unterschätzendes Pfund. Seit Januar ist Hiob im Amt, „und mein Kalender wird täglich voller“. Als Kreisgruppengeschäftsührer ist Hiob für die Kreisgruppe Wesel (Sitz in Moers) und die Kreisgruppe Kleve (Sitz Kleve) zuständig. Klartext: Hiob wird viel unterwegs sein. „In den kommenden Monaten werde ich den direkten Austausch mit den Mitgliedsorganisationen, Partnern und Akteuren im Kreis Kleve und Wesel suchen, um Bedarfe, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven gemeinsam zu gestalten.“ Seine „Antrittsvorlesung“ in Sachen Medien wird Hiob doppelt abhalten. „Ich bin ja auch für den Kreis Wesel zuständig, aber da gibt es eine eigene Vorstellung.“ Immer wieder betont der Neue die Vielfalt des Paritätischen. „Ich freue mich darauf, Netzwerke zu fördern, soziale Anliegen sichtbar zu machen und die Interessen der Menschen in den Kreisen Kleve und Wesel wirkungsvoll zu vertreten“, sagt der Vater zweier Kinder, die schon studieren.
Georg Hiob ist seit Anfang des Jahres neuer Kreisgruppengeschäftsführer beim „Paritätischen“. NN-Foto: HF