Zur Stärkung des ländlichen Raums: Ministerin Silke Gorißen überreicht Förderbescheide an Projekte am Niederrhein
Die Kommunen Geldern, Kalkar, Goch und Issum profitieren
KREIS KLEVE. Die ländlichen Räume nehmen zwei Drittel der Landesfläche ein und sind Wohn- und Lebensmittelpunkt vieler Menschen in Nordrhein-Westfalen. Mit der Struktur- und Dorfentwicklung setzt sich die Landesregierung für starke und lebendige Dörfer in Nordrhein-Westfalen ein. Allein im Jahr 2026 werden seitens der Landesregierung 196 Projekte mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert, darunter Sanierungen von dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtungen, Neugestaltungen von Dorfplätzen oder Spielplätzen. In diesem Rahmen überreichte Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen am Freitag, 10. Juli, in Kalkar vier Förderbescheide an Förderberechtigte aus Geldern, Kalkar, Goch und Issum im Gesamtvolumen von rund 540.000 Euro.
Ministerin Silke Gorißen: „Der ländliche Raum in Nordrhein-Westfalen ist für viele Menschen Lebensmittelpunkt und Heimat. Die Landesregierung investiert auch in diesem Jahr in die Zukunftsfähigkeit der Dörfer, damit sie lebenswert und attraktiv bleiben – so auch im Kreis Kleve mit einer Gesamtsumme von rund 540.000 Euro. Mit Unterstützung der Landesregierung werden gleich mehrere zentrale Orte der Begegnung im Kreis Kleve umgestaltet und modernisiert: In Kalkar wird ein zentraler Spielplatz naturnah umgestaltet, in Goch sowie in Issum erfolgt jeweils die Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Outdoor-Fitnessangebots als Ergänzung zum bestehenden Vereinssport. Zudem wird in Geldern die Infrastruktur am Sportplatz durch den Neubau eines umfangreichen Multifunktions- und Gemeinschaftsraums fit für die Zukunft gemacht, der künftig allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht. Die Menschen am Niederrhein zeigen, wie mit guter Planung, Beteiligung und Eigeninitiative Großes bewegt werden kann.“
Geldern-Kapellen erhält einen Förderbescheid für den Bau eines neuen Multifunktions- und Gemeinschaftsraumes. Die neue Anlage am Sportplatz des SV Arminia Kapellen-Hamb e.V. dient zukünftig dem Sport- und Musikverein sowie den Pfadfindern. Durch die öffentlich zugängliche Infrastruktur entsteht ein zentraler Begegnungsort für verschiedene lokale Nutzergruppen. Das Projekt wird auch durch das ehrenamtliche Engagement und die Eigenleistung der Vereinsmitglieder realisiert und zeigt den hohen Stellenwert der Maßnahme für die Dorfgemeinschaft.
Rüdiger Oymanns, 1. Vorsitzender des Sportvereins Arminia Kapellen-Hamb: „Die Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen ist für unser Dorf eine wertvolle Unterstützung und zugleich eine Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements, das die Basis für die dörfliche Vereinsarbeit ist. Mit dem neuen Gemeinschaftsraum am Sportplatz schaffen wir in unserem Dorf einen weiteren Ort der Begegnung, der den Zusammenhalt stärkt und Raum für Gemeinschaft, Austausch und Vereinsleben bietet. Als federführender Verein bedanken wir uns herzlich beim Land Nordrhein-Westfalen für die Förderung und das Vertrauen in unser Projekt.“
Die Stadt Kalkar setzt mit der Umgestaltung des Spielplatzes Düstern-Bongert im Stadtteil Grieth einen weiteren Baustein ihres Spielplatzkonzeptes um. Das modernisierte Areal zielt darauf ab, die generationenübergreifende Gemeinschaft im Dorf zu stärken. Durch ein ausgewogenes Angebot entstehen vielfältige Bewegungsräume und Spielmöglichkeiten für alle Altersgruppen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umwelt- und Klimaschutz, indem die Fläche naturnah und nachhaltig angepasst wird. Ziel der Maßnahme ist es, den historischen Dorfmittelpunkt als lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt zu reaktivieren.
Alexandra Schacky, Bürgermeisterin der Stadt Kalkar: „Grieth am Rhein ist ein historisches Hansestädtchen und lange schon ein sehr lebendiger Kalkarer Stadtteil mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Die Förderung für die Planung und Neugestaltung des zentralen Spielplatzes in Grieth freut uns alle sehr. Ein attraktiver Spielplatz ist immer auch ein Begegnungsraum für alle Generationen. Wir haben diese Erfahrungen in anderen Stadtteilen sammeln können und wissen um die Nachhaltigkeit solcher Investitionen: für Kinder und Eltern und Großeltern.“
Im Ortsteil Hassum der Stadt Goch wird das lokale Sportprogramm um ein frei zugängliches Outdoor-Fitnessangebot erweitert. Die neue Anlage dient als Ergänzung zu den bestehenden Aktivitäten der Sportvereine und steht der gesamten Dorfgemeinschaft offen. Das Projekt stärkt das gemeinschaftliche Miteinander durch frei nutzbare Bewegungsflächen. Ein Schwerpunkt liegt auf Angeboten für Kinder und Jugendliche, um ihnen wohnortnah Raum für Bewegung und Entdeckung zu bieten.
Andre Giesen, 1. Vorsitzender der DJK Sportgemeinschaft Hommersum-Hassum e.V. 1947: „Wir im ländlichen Raum zeichnen uns vor allem durch eine starke Gemeinschaft aus und freuen uns daher sehr über diese wertvolle Unterstützung. Für unsere über 940 Mitglieder bedeutet die Förderung, dass wir unser vielfältiges Breitensportangebot weiter ausbauen können. Zudem erhält die gesamte Bevölkerung vor Ort die Möglichkeit, auf unserer schönen Anlage eigenverantwortlich an den neuen Outdoor-Fitnessgeräten zu trainieren. Das Projekt stärkt unseren Sportplatz und den Verein nachhaltig als sozialen Treffpunkt für Hassum und Hommersum – denn für die Menschen hier sind wir schon jetzt weit mehr als nur ein reiner Sportverein.“
In der Gemeinde Issum entsteht mit einem neuen Outdoor-Fitnessangebot eine öffentlich zugängliche Alternative zu den klassischen Vereinsangeboten. Die Anlage ist als zentraler Begegnungsort gedacht, der die Vitalität und Gesundheit der gesamten Bürgerschaft aktiv fördert. Durch die barrierefreie Zugänglichkeit schafft das Projekt wichtige soziale Strukturen für ein solidarisches Miteinander im Dorf. Insbesondere Kinder und Jugendliche profitieren von den neuen Freiflächen, die ausreichend Platz zum Ausprobieren bieten. Die Maßnahme ist ein gutes Beispiel dafür, wie ländliche Räume durch gezielte Infrastruktur gestärkt werden können.
Rainer Pütz, 1. Vorsitzender TV ISSUM 1890 e.V.: „Als größter Sportverein der Gemeinde Issum liegen uns der Breitensport und die gezielte Spitzenförderung gleichermaßen am Herzen. Wegen fehlender Hallenkapazitäten ließ sich dies bisher nicht optimal umsetzen. Die Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen ermöglicht es uns nun, beides an einem zentralen Ort zu verwirklichen. Die neuen Fitnessgeräte stehen allen Bürgerinnen und Bürgern frei zur Verfügung. Durch die Nähe zur Sporthalle, zum Jugendheim und zur Skateranlage schlagen sie eine Brücke zwischen unseren Abteilungen – von Handball und Tang Soo Do über Turnen bis Volleyball – und der gesamten Bevölkerung. Dank der Landesförderung nimmt ein tolles Projekt Fahrt auf. Wir danken der Gemeinde Issum und dem Kreis Kleve für die unkomplizierte Unterstützung.“
Hintergrund Förderprogramm
Allein im Jahr 2026 werden durch Landes- und Bundesmittel 196 Projekte mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert, was Gesamtinvestitionen von 44 Millionen Euro aktiviert. Zu den geförderten Projekten zählen beispielsweise Sanierungen von dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtungen, Neugestaltungen von Dorfplätzen als Begegnungsorte, Schaffung von Dorfläden, Mehrfunktionshäusern und Kleinspielfeldern.
Mit dem Regierungsantritt 2022 wurde die Struktur- und Dorfentwicklung umfassend neu ausgerichtet, wodurch insgesamt rund 800 Projekte mit rund 85 Millionen Euro gefördert und insgesamt Investitionen in Höhe von 180 Millionen Euro ausgelöst wurden. Dabei kommt der Großteil dieser Mittel bürgerschaftlichen und kommunal getragenen Projekten zugute, wodurch eine breite Zielgruppe erreicht wird. Ein Beispiel dafür ist die konstante Förderung dorfgemäßer Gemeinschaftseinrichtungen, die seit Beginn mindestens ein Drittel aller Förderprojekte umfasst. Dies unterstreicht die nachhaltige Bedeutung der finanziellen Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit. Die durch die Förderung ausgelösten Gesamtinvestitionen kommen größtenteils der heimischen Wirtschaft zugute und tragen somit erheblich zur Erhaltung des regionalen Gewerbes bei.