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Harald Gülzow analysiert eine Wasserprobe. Foto: Ruben Wiltsch
28. Juni 2025 Von NN-Online · Goch

„Zu hohe Nitratbelastung im Gocher Grundwasser“

VSR-Gewässerschutz: „Ein wichtiges Argument für Agroforst“

GOCH. Der VSR-Gewässerschutz stellte in den im Mai in Goch abgegebenen 101 Brunnenwasserproben eine hohe Nitratbelastung fest. Die gemeinnützige Organisation fordert die Bundesregierung auf, Agroforst als wichtigen Baustein einer nachhaltigen Landwirtschaft voranzubringen. Durch diese Agroforstsysteme lasse sich die Nitratbelastung nachweislich senken, ohne den Ertrag auf dem Acker zu verringern.

Die Nitratrichtlinie verpflichtet dazu, Überschreitungen des Grenzwertes für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter zu verhindern. Harald Gülzow stellt bei der Auswertung der Messergebnisse fest, dass die Nitratbelastung im Brunnenwasser trotz vieler Auflagen zur Düngemenge und Düngezeitpunkt nicht so wie gehofft sinkt: „In jeder zweiten Probe aus den privat genutzten Brunnen stellten wir eine Überschreitung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) Nitrat fest“, erklärt er. Besonders erschreckend fand der Gewässerexperte die festgestellte Belastung in den Gartenbrunnen in Alt-Kalkar mit 129 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l), in Pfalzdorf mit 129 mg/l, in Goch mit 117 mg/l und in Kessel mit 111 mg/l. Etwas weniger hoch belastet ist das Brunnenwasser in Asperden mit 67 mg/l und in Uedem mit 63 mg/l. Zu den weiteren Auswertungen der Nitratmesswerte im Kreis Kleve gelangt jeder Interessierte über die interaktive Karte auf der Homepage vsr-gewaesserschutz.de/regionales/nordrhein-westfalen

Im Kreis Kleve bestehen die landwirtschaftlichen Flächen zu 66 Prozent aus Ackerflächen. Es dominieren Felder ohne Bäume. Diese verschwanden im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft. Das leichtlösliche Nitrat im Dünger wird durch Regenfälle schnell in tiefere Bodenschichten verlagert. Dort können die Feldfrüchte die Nährstoffe nicht mehr zum Wachstum verwenden. Im Gegensatz dazu können Bäume mit ihren tiefen Wurzeln das in die Tiefe transportierte Nitrat für sich nutzen. „Bäume auf den Feldern helfen das Nitrat wieder an die Oberfläche zu befördern und so in der Zukunft die Nitratbelastung im Grundwasser zu verringern“, berichtet Harald Gülzow. Diese Agroforstsysteme trügen außerdem zum Klima- und Artenschutz bei. Es fehlten bislang jedoch die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um die breite Umsetzung zu ermöglichen. Aus diesem Grund haben ein Bündnis von Agrarexperten und Beratern in dem Positionspapier „Agroforst Jetzt!“ dargelegt, wie notwendig und dringlich die Durchsetzung von Agroforstsystemen in Deutschland ist. Unter agroforst.jetzt können weitere Organisationen, landwirtschaftliche Betriebe oder Privatpersonen diesen Aufruf unterstützen.

Harald Gülzow analysiert eine Wasserprobe. Foto: Ruben Wiltsch

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