Zeugniszeit – Nerven behalten, Kinder stärken
Caritasverband Geldern-Kevelaer bietet Beratung und Unterstützung an
GELDERLAND. Das erste Schulhalbjahr endet, die Zeugnisse stehen an – und in vielen Familien steigt die Anspannung. Während es bei manchen Kindern mit Hausaufgaben, Schulranzen und Tagesstruktur reibungslos läuft, erleben andere Eltern Diskussionen, Aufschieben und Unsicherheit. Nach Einschätzung der Familien- und Erziehungsberatung ist das jedoch kein Ausnahmefall.
„Die Entwicklung zum Schulkind bedeutet weit mehr als gute Noten“, sagen Janine Wolf und Julia Althoff aus dem Team der Familien- und Erziehungsberatung des Caritasverbands Geldern-Kevelaer. „Es geht um Selbstorganisation, Konzentration, Verantwortungsgefühl und soziale Regeln. Diese Fähigkeiten entwickeln sich unterschiedlich schnell.“ Eltern wünschen sich häufig, dass ihre Kinder ihre Aufgaben selbstständig erledigen – zu Hause oder in der OGS – und zuverlässig mitarbeiten. „Dieser Wunsch ist verständlich, aber er erfüllt sich nicht bei jedem Kind sofort“, betont Wolf. „Vergleiche helfen selten. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo.“
Eine klare Haltung der Eltern sei wichtig, so die Beraterinnen. Ständige Diskussionen über den Sinn von Hausaufgaben führten oft zu mehr Frust als zu besseren Ergebnissen. Hilfreicher seien kurze, eindeutige Botschaften und feste Abläufe. Auch spielerische Elemente könnten motivieren: „Ein kleines Wettspiel, eine Geschichte rund um die Aufgaben oder ein Zeitplan können den Druck herausnehmen“, so Althoff. Bei älteren Kindern dürfen Eltern Verantwortung bewusst abgeben. „Kinder müssen auch erfahren, welche Folgen ihr Handeln oder Nichthandeln hat“, ist Wolf und Althoff wichtig. Denn Hausaufgaben sind nicht die Aufgabe der Eltern. Ihre Aufgabe ist es, den Weg zur Selbstständigkeit zu begleiten, nicht ihn dauerhaft zu übernehmen.
Struktur im Alltag ist dabei ein zentraler Faktor. „Routinen geben Sicherheit“, betonen die beiden Fachkräfte. „To-do-Listen, Wochenpläne oder feste Lernzeiten helfen vielen Kindern, den Überblick zu behalten.“ Ebenso wichtig ist der Austausch mit der Schule: Lehrkräfte und Eltern verfolgten dasselbe Ziel. Ein frühzeitiges Gespräch könne viel Entlastung bringen. Bei anhaltenden Schwierigkeiten bieten die Beratungsstellen in Geldern, Kevelaer und Straelen persönliche Unterstützung an.
Kontakt: Caritas-Centrum Geldern, Telefon 02831/9102300; Caritas-Centrum Kevelaer, Telefon 02832/5034200; Caritas-Centrum Straelen, Telefon 02834/ 986940.