Wo steht der interreligiöse Dialog?
Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde lädt ein
KEVELAER. Wo steht der interreligiöse Dialog? In der augenblicklichen geopolitischen Lage sowie der eigenen gesellschaftlichen und politischen Situation scheint diese Frage mehr als auf der Hand zu liegen. Doch was haben Religionen, vor allem der Dialog oder Nicht-Dialog der Religionen damit zu tun? Ist es heute überhaupt noch bedeutungsvoll, was in diesen Gruppierungen gedacht oder angestrebt wird?
Das Organisationsteam der interreligiösen Friedenswallfahrt in Kevelaer, die seit mehr als zehn Jahren alljährlich im Sommer in Kevelaer stattfindet, ist der Meinung, dass gerade von den Religionen in diesen unübersichtlichen Zeiten Zuversicht und Orientierung ausgehen muss. Gerade eben durch Dialog, durch das Betonen und Eintreten für gemeinsame Werte wie Mitmenschlichkeit, Teilhabe, Gerechtigkeit und Frieden.
Darum gibt es am Sonntag, 18. Januar, gleich zu Jahresbeginn, von 15 bis 17 Uhr in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kevelaer, Händelstraße 40, eine Veranstaltung zu diesem Thema.
Es wird ein Nachmittag werden zur heutigen Relevanz dieser drei Welt-Religionen – gerade im Hinblick auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Unter der Moderation des Kevelaerer Bürgermeisters Dr. Dominik Pichler gibt es kurze Impulsvorträge der Referenten aller drei Religionen sowie Gespräche und die Möglichkeit zum Austausch mit den Zuhörern. Warmer Tee und Kaffee sowie etwas Gebäck sind eingeplant.
Jeder Mensch kann auf seine Weise – in seinem Leben, mit seinem Glauben – eben nicht nur Zuschauer bleiben, wenn die Welt immer mehr in Schieflage gerät. Wenn Hass und Gewalt immer mehr dominieren. Alle können vielmehr Teil einer Heilung sein, wenn sie nicht zu Werkzeugen von Spaltung und Vorverurteilungen werden, sondern Zusammenhalt leben – gerade um die Werte von Freiheit, Demokratie, Menschenachtung willen. Umso wichtiger ist es, dass alle gemeinsam und nicht als Individuen, Nationalisten oder aus den jeweiligen Blasen oder von den eigenen Inseln her denken und agieren. Von den Religionen muss Frieden und Menschenliebe ausgehen, nicht Hass, nicht Spaltung, nicht Gewalt.
Mitwirkende sind Ahmad Aweimer (Dialog- und Kirchenbeauftragter des Zentralrats der Muslime), Michael Rubinstein (Israeltische Religionsgemeinschaft Württembergs), Dr. Elke Kleuren-Schryvers (Stiftung Aktion Pro Humanität), David Burau (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kevelaer) und Paul Hagemann (Pfarrer em. in der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien Kevelaer). Michael Rubinstein, einer der drei Referenten, gibt schon einen kurzen Einblick in seine Thematik: „Aus jüdischer Perspektive ist der Einsatz für Zusammenhalt und Verantwortung füreinander ein zentraler Bestandteil unseres religiösen Selbstverständnisses. Das Judentum betont seit jeher den Dialog, die Verpflichtung zur Gerechtigkeit und den respektvollen Umgang mit dem anderen. Gerade heute kann diese Haltung einen wichtigen Beitrag zu einer solidarischen und pluralen Gesellschaft leisten.“