Wie sich Gelderns Innenstadt bis 2040 verändern könnte
Städtebaulicher Rahmenplan im Gelderner Bürgerforum vorgestellt
GELDERN. Wie kann und soll sich die Gelderner Innenstadt in den kommenden Jahren städtebaulich entwickeln? Genau um diese Frage drehte sich die Abschlussveranstaltung zum „Städtebaulichen Rahmenplan 2040 – Stadtkern Geldern“, zu der die Stadt Geldern ins Bürgerforum eingeladen hatte.
Der Städtebauliche Rahmenplan dient als Leitfaden für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt. Der letzte Rahmenplan stammt noch aus dem Jahr 1997, weshalb das Team Stadtplanung der Stadt Geldern in den vergangenen Monaten intensiv an einer Anpassung beziehungsweise Aktualisierung gearbeitet hat.
Dass das Thema auch bei vielen Gelderner Bürgern auf Interesse stößt, zeigte auch der große Zuspruch bei der jetzigen Veranstaltung im Bürgerforum. Knapp 50 Interessierte (darunter Bürger, lokalpolitische Vertreter und Innenstadtakteure) waren gekommen, um dem Vortrag von Gelderns Erstem Beigeordnetem Tim van Hees-Clanzett und Bettina von der Linde, Leiterin des Bereichs Stadtentwicklung und -planung, beizuwohnen und im Anschluss mit zu diskutieren.
Beteiligungsprozess
Der Städtebauliche Rahmenplan war in den vergangenen Monaten in einem intensiven Beteiligungsprozess mit den verschiedenen Akteuren aus der (Innen-)Stadt erarbeitet worden – unter anderem in sogenannten Innenstadt-Konferenzen, zu denen auch Bürger eingeladen waren. „Die jetzige Vorstellung im Bürgerforum diente dabei als letzte Runde des Beteiligungsprozesses“, erklärt Kerstin Deckers vom Team Stadtplanung der Stadt Geldern. „Viele Gäste der jetzigen Abschlussveranstaltung haben sich auch schon bei den Innenstadtkonferenzen beteiligt, was uns natürlich gefreut hat“, sagt Kerstin Deckers. „Denn der neue Städtebauliche Rahmenplan baut dadurch auf einem breiten Fundament auf, weil wir eben so viele Stellungnahmen verschiedener Innenstadt-Akteure erhalten haben.“ Andersherum gab es auch von den beteiligten Bürgern positives Feedback, dass sie während der Entstehung des Rahmenplans von Seiten der Stadtverwaltung mehrmals die Möglichkeit bekommen hatten, sich an der Entstehung zu beteiligen.
Besonders interessant wurde es im Bürgerforum, als verschiedene Innenstadt-Standorte aus dem neuen Rahmenplan vorgestellt wurden. Bettina von der Linde erläuterte dabei detailliert, an welchen Standorten bereits gearbeitet wird, zu welchen Standorten im Hintergrund schon Planungen seitens der Stadtverwaltung stattfinden und welche Standorte erst langfristig ins Auge gefasst werden könnten.
Ein Standort des neuen Rahmenplans ist etwa der alte Sportplatz Am Brühl. Hier ist in den kommenden Jahren die Schaffung neuen Wohnraums vorgesehen. Die Fläche befindet sich bereits im Eigentum der Stadt Geldern, der Planungsprozess hat schon begonnen und das Bauleitplanverfahren ist in der Vorbereitung. Geplant ist aus städtebaulicher Sicht unter anderem, dass sich die Bebauung in eine hochwertige Grünflächen-Gestaltung einbettet.
Ein anderer Standort der vorgestellt wurde, ist der Bereich um den Parkplatz an der Michael-Schule am Nordwall. Der Standort wäre auch nach heutiger städtebaulicher Betrachtung noch für eine Parkraumnutzung gut geeignet und hat aufgrund seiner Lage nach wie vor eine stadtbildprägende Funktion. Konsens gab es aber auch schon bei den Innenstadtkonferenzen, dass der Parkplatz zusammen mit dem angrenzenden Umfeld (zum Beispiel bis zum Eckbereich an der Deutschen Bank) ganzheitlich betrachtet werden müsse. Der neue Rahmenplan schlägt vor, eine geschlossene Baustruktur weiterzuverfolgen und eine Raumkante zum Nordwall auszubilden.
Denkbar sei dies zum Beispiel durch ein Parkhaus, „welches sich in seiner Gestaltung zurücknimmt und harmonisch einfügt“, erläuterte Bettina von der Linde. Untermauert werden könnte es durch eine entsprechende Fassadenbegrünung. Integriert werden könnte darüber zudem eine Wohnnutzung. Die verschiedenen Möglichkeiten rund um den Parkplatz an der Michael-Schule wurden auch in der Innenstadtkonferenz diskutiert und von den Teilnehmern befürwortet.
Zeitlich kategorisiert wurde der Standort als eine „kurzfristige Maßnahme“, was bedeutet, dass mit einem möglichen Beginn der Planung in ein bis drei Jahren gerechnet werden könnte. Wann aber tatsächlich mit den Planungen begonnen wird, hängt von den Gegebenheiten und Rahmenbedingungen ab, die zu diesem Zeitpunkt aktuell sein werden – etwa durch übergeordnete Fragestellungen, wie künftig der Kfz-Verkehr oder ÖPNV geführt werden soll oder ob und wie die Wälle umgestaltet werden sollen.
Zeitplan
Die Vorstellung im Bürgerforum war für die Teilnehmer der Innenstadt-Akteure der Abschluss des Beteiligungsprozesses. Den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses (BPA) wurde der Entwurf des „Städtebaulichen Rahmenplans 2040“ schon im Juni vorgestellt. Final beschlossen werden soll der Rahmenplan in der kommenden Ausschusssitzung des BPA im September. Der gesamte Entwurf des „Städtebaulichen Rahmenplans 2040“, der auch alle thematisierten Standorte enthält, ist im Ratsinformationssystem der Stadt Geldern unter ris.geldern.de abrufbar (unter Recherche – Suche – „Rahmenplan“ oder als Anlage im Ausschuss für Bauen und Planen vom 17. Juni ).
Bettina von der Linde stellte den Entwurf des städtebaulichen Rahmenplans jetzt im Bürgerforum vor.