Hier wurde Rainer Benien (r.) im Januar 2025 als Bürgermeisterkandidat der SPD vorgestellt. Neben ihm sitzt Amtsvorgängerin Ulrike Westkamp. NN-Archivfoto: Sabrina Peters
22. Oktober 2026 · Sabrina Peters · Wesel

Wesels Bürgermeister Rainer Benien tritt aus SPD aus

Die SPD Wesel bedauert den Parteiaustritt

WESEL. Wesels Bürgermeister Rainer Benien ist aus der SPD ausgetreten. Das teilte er selbst in den sozialen Netzwerken mit.

„Nach sorgfältiger Abwägung habe ich mich entschieden, aus der SPD auszutreten. Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Mit vielen Menschen in der SPD in Wesel verbindet mich eine lange und gute Zusammenarbeit, für die ich sehr dankbar bin. Für meine Arbeit als Bürgermeister ändert sich dadurch nichts. Mein Fokus liegt weiterhin auf den Menschen in Wesel und auf der weiteren Entwicklung unserer Stadt. Wir haben wichtige Aufgaben vor uns: bei der wirtschaftlichen Entwicklung, bei Bildung und Infrastruktur und bei der Frage, wie wir Wesel auch in Zukunft lebenswert gestalten. Dafür möchte ich meine ganze Kraft und Aufmerksamkeit einsetzen. Ich werde auch weiterhin mit allen demokratischen Fraktionen und Ratsmitgliedern konstruktiv und verlässlich zusammenarbeiten. Das gilt selbstverständlich auch für die SPD-Fraktion. Für mich bleibt entscheidend, was auch bisher im Mittelpunkt meiner Arbeit stand: gemeinsam für die Menschen in Wesel zu arbeiten. Ich bitte um Verständnis, dass ich mich dazu nicht weiter äußern werde“, teilte Benien dort am Donnerstagmorgen mit.

„Die SPD Wesel nimmt den Austritt von Bürgermeister Rainer Benien aus der SPD mit Bedauern zur Kenntnis. Er selbst begründet diesen mit persönlichen Gründen. Aus Sicht der SPD bleiben mit diesem Schritt jedoch Fragen offen – auch mit Blick auf den Zeitpunkt und den Verlauf der vorausgegangenen Gespräche“, schrieb die SPD Wesel in einer am Donnerstagabend verschickten Pressemitteilung.

Erst kurz zuvor habe sich der Stadtverbandsvorstand mit der Finanzierung des Wahlkampfs 2030 und dem Beitrag des Bürgermeisters dazu beschäftigt. Die Gespräche darüber seien noch nicht abgeschlossen gewesen. Die SPD habe Vorschläge zur Verständigung eingebracht und war bereit, gemeinsam eine Lösung zu finden. Umso überraschender sei Austritt, der ohne vorherige Ankündigung erfolgt sei, gewesen. Damit habe Benien die gemeinsamen Gespräche einseitig abgebrochen.

„Wir haben Rainer Benien unser Vertrauen geschenkt und ihn mit großem Engagement unterstützt – im Wahlkampf und darüber hinaus. Unser Ziel war es, gemeinsam Verantwortung für Wesel zu übernehmen. Dass er die Partei nun verlässt, bedauern wir. Gerade weil wir auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit gesetzt haben, hätten wir uns gewünscht, die offenen Fragen im Gespräch zu klären“, erklärt der SPD- Stadtverbandsvorsitzende Rafael Lorberg in der Pressemitteilung.

Die SPD Wesel habe den Bürgermeisterwahlkampf 2025 vollständig finanziert. Hinzu seien Tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit gekommen. Zahlreiche Mitglieder hätten sich mit großem persönlichen Einsatz für den gemeinsamen Erfolg engagiert und den Bürgermeister auch nach der Wahl unterstützt. Dieses Engagement habe für das Vertrauen in eine gemeinsame politische Perspektive und den Willen, die Entwicklung der Stadt Wesel gemeinsam zu gestalten, gestanden.

„Parteien leben von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und dem Engagement ihrer Mitglieder. Bei der SPD ist es gute Tradition, dass sich Mandatsträger entsprechend ihren Möglichkeiten auch finanziell einbringen“, so Rafael Lorberg weiter. Die SPD Wesel bleibe an einer sachlichen und konstruktiven kommunalpolitischen Zusammenarbeit interessiert. „Für uns steht die Entwicklung unserer Stadt im Mittelpunkt. Dafür braucht es keine gemeinsame Parteimitgliedschaft, wohl aber Vertrauen, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, auch bei unterschiedlichen Auffassungen miteinander im Gespräch zu bleiben. Unsere Tür dafür steht weiterhin offen“, erklärt Rafael Lorberg.

„Die öffentliche Darsrellung entspricht nicht den Gründen für meine Entscheidung. Ausschlaggebend war, dass das für eine weitere Zusammenarbeit notwendige Vertrauen zu einzelnen Personen nichr mehr gegeben ist. Die Art der öffentlichen Reaktion bestärkt mich in meiner Entscheidung. Ich bedaure, dass mein Austritt nun auf diese Weise öffentlich kommentiert wird. Ich werde mich dennoch nicht auf eine persönliche Auseinandersertzung einlassen und auch keine internen Gespräche oder Vorgänge öffentlich austragen. Eine weitere öffentliche Auseinandersetzung würde niemandem nutzen. Meine Kraft und Aufmerksamkeit gelten meiner Aufgabe als Bürgermeisrer und der weireren Entwicklung unserer Stadt“, teilte Rainer Benien am Donnerstagabend erneut in den sozialen Netzwerken mit.

Hier wurde Rainer Benien (r.) im Januar 2025 als Bürgermeisterkandidat der SPD vorgestellt. Neben ihm sitzt Amtsvorgängerin Ulrike Westkamp. NN-Archivfoto: Sabrina Peters

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