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Auf mehr als 10.000 Quadratmetern bietet der neue Waldspielplatz in Elten zukünftig viele Möglichkeiten zum Spielen, Sport machen, entspannen im Grünen oder Treffen. Foto: Natur Leben/Jenny Humrich
25. Juli 2025 · Jacqueline Kurschatke · Emmerich

Weitere Details zur Planung des Waldspielplatzes in Elten

Landschaftsarchitektin Jenny Humrich berichtet von ihrem Natur-Konzept mit pädagogischem Mehrwert

ELTEN. Das im Emmericher Ortsteil Elten aktuell ein großer Wald- und Erlebnisspielplatz entsteht, wurde bereits berichtet. Fußballspieler Robin Gosens leitete das Projekt 2022 mit Unterstützung seiner „Träumen lohnt sich“-Stiftung in die Wege, um seiner Heimat etwas zurückzugeben, den Kindern in Elten einen Rückzugsort zum Lernen, Toben und Entdecken zu erschaffen. Jenny Humrich, leitende Ingenieurin und Landschaftsarchitektin, berichtet nun noch einmal detailliert von ihrem Baukonzept, den Spielmöglichkeiten und einem wichtigen pädagogischen Ansatz, den man dabei nicht vergessen dürfe.

Erwachsene haben Verantwortung gegenüber Kindern – nicht zuletzt um sie an Neues heranzuführen und ihnen positive Werte zu vermitteln. Der Waldspielplatz in Elten ist für Jenny Humrich deshalb weit mehr als nur eines ihrer vielen Projekte: „Das, was heute von uns gefordert ist, ist den Umgang mit der Natur neu zu lernen. Wenn wir der Natur nicht guttun, zeigt sie es uns. Kinder nehmen sich an Erwachsenen ein Beispiel. Deshalb ist es wichtig, Kinder anzuleiten und zu zeigen das man die Natur wertschätzt, indem man Orte wie einen Waldspielplatz schafft.“

Ein Spielplatz biete Spaß, Bewegung und Gemeinschaft, das Spielen draußen führe außerdem zu einem Gefühl von Freiheit: „In geschlossenen Räumen kann Gemeinschaft auch schnell zu viel werden. Draußen hat man mehr Platz und ist frei, ein Spielplatz im Wald bringt zusätzlich auch immer ein Gefühl von Abenteuer mit sich.“ Weitere positive Eigenschaften eines Waldspielplatzes seien die natürliche Beschattung und die Nähe zu den Pflanzen. „Bäume und Pflanzen sorgen für natürlichen Schatten und schützen die Kinder dadurch vor der heißen Jahreszeit. Außerdem hat man dort diese Akklimatisierung mit der Natur und einen Ausgleich vom Alltag“, wie Humrich weiter ergänzt. Die Architektin erklärt, Kinder seien noch sehr offen und leicht von der Natur- und Pflanzenwelt zu begeistern. Sie mithilfe eines Waldspielplatzes schon früh an ihre grüne Umgebung heranzuführen, habe einen positiven Einfluss auf ihr späteres Leben. Neben dem Spaß und Abenteuergefühl soll also auch das Wissen über die Natur, Bewegung und Motorik der Kinder gefördert werden. Dafür wird es auf der 10.200 Quadratmeter großen Fläche diverse Spiel- und Entdeckungsmöglichkeiten geben, angefangen mit einem großen Kletterturm sowie einer Doppelschaukel. Außerdem laden Reckstangen in verschiedenen Höhen zum Turnen ein. Läufer können die etwa 400 Meter lange Bahn um den Spielplatz nutzen, um ihre Runden zu drehen oder über Hindernisse balancieren, um ihren Gleichgewichtssinn zu trainieren.

Einen besonderen Charakter erhält der Spielplatz allerdings durch Materialien wie Stein oder Totholz, die den Kindern zur Verfügung stehen werden: „Das was aktuell noch geplant wird ist eine Bauecke mit Totholz und allerlei Findlingen wie Steinen. Diese haben eine große Eigendynamik. Menschen bauen und spielen gern mit ihnen. Den Kindern bietet es einen Raum zum Stöbern und Buddeln“, betont Humrich. Neben klassischen Spielgeräten solle auch die Kreativität angeregt werden. „Bei einer Schaukel ist die Handhabung sehr klar. Wir möchten aber Anreize dafür schaffen, dass die Kinder alternative Spielweisen finden.“ Die Natur ganz in Ruhe auf sich wirken lassen könnte man anschließend in einer Hängematte zum entspannen. Tieren und Insekten kommt man durch Beobachtungsstationen und Insektenhotels näher. So kann jeder die Natur individuell entdecken: Schulklassen oder kleinere Gruppen, können sich in einem Steinkreis für gemeinschaftliche Treffen niederlassen.

Jenny Humrich lobt die bisherige Zusammenarbeit mit Robin und Rabea Gosens sowie der Stadt Emmerich. Obwohl Genehmigungsverfahren und Planungen sich in die Länge gezogen hätten, sei man nun fast mit der Vorbereitung der Bauarbeiten fertig. „Robin Gosens und seine Frau Rabea waren von Anfang an sehr engagiert und hatten eine klare Vorstellung davon, wie sie sich den Waldspielplatz wünschen. Aktuell überprüft die Stadt den Wald auf seine Sicherheit, erfasst marode Bäume und forstet auf“, erklärt die Architektin. Bald könne es dann aber wirklich an die Umsetzung gehen. Nach 25 Jahren Erfahrung in der Planung naturnaher Erlebnisräume für Kinder wisse sie, dass sich das Warten am Ende lohne. „Ich bin selbst in der Natur aufgewachsen und habe die Erfahrung gemacht, dass sie sich sehr positiv auf den Menschen auswirkt“, erläutert sie abschließend. Sie sei froh, dass die Gosens mit ihrer Stiftung und Reichweite wichtige soziale Projekte wie dieses ins Leben riefen.

Nach ihrer Ausbildung zur Garten- und Landschaftsbauerin absolvierte Jenny Humrich ein Studium mit Diplom in Landschaftsarchitektur, Schwerpunkt Freiraumplanung. Später bildete sie sich zur Naturpädagogin weiter. Vor einigen Jahren entwickelte Humrich dann das Konzept „Natur Leben“ und unterstützt seither Kitas und Institutionen dabei, naturnahe Erlebnisräume mit pädagogischem Mehrwert zu realisieren.

Jenny Humrich vermittelt mit ihrer Arbeit Liebe zur Natur. Foto: Natur Leben/Jenny Humrich

Jenny Humrich vermittelt mit ihrer Arbeit Liebe zur Natur. Foto: Natur Leben/Jenny Humrich

Auf mehr als 10.000 Quadratmetern bietet der neue Waldspielplatz in Elten zukünftig viele Möglichkeiten zum Spielen, Sport machen, entspannen im Grünen oder Treffen. Foto: Natur Leben/Jenny Humrich

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