"Jerome Vermaten, Fraktionsvorsitzender BFG, Porträtfoto"
2. Juli 2026 Von NN-Online · Goch

„Warum das BFG die Wirtschaftsförderungsgesellschaft kritisch sieht“

BürgerForum fordert Überprüfung städtischer Strukturen und direkte Verantwortung

GOCH. In den nächsten Wochen wird die Entscheidung über die Position des Geschäftsführers der Wirtschaftsförderungsgesellschaft getroffen. Das BürgerForum Goch hält eine eigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit teurer Geschäftsführung in der aktuellen Lage für nicht mehr vermittelbar. Goch stehe finanziell unter erheblichem Druck. Gleichzeitig würden Bürger stärker belastet. In einer solchen Situation müsse die Stadt zuerst bei sich selbst prüfen, welche Strukturen wirklich notwendig seien und welche Kosten eingespart werden könnten.

Jerome Vermaten, Fraktionsvorsitzender des BFG, erklärt dazu: „Wenn Bürgerinnen und Bürger stärker belastet werden, muss die Stadt zuerst bei ihren eigenen Strukturen ehrlich hinschauen. Ein Geschäftsführer kostet jährlich einen sechsstelligen Betrag - das sind Beträge, mit denen wir an anderer Stelle Familien entlasten und Vereine fördern können.“ Aus Sicht des BFG ist Wirtschaftsförderung zweifellos eine zentrale Aufgabe. Gerade deshalb gehöre sie aber direkt ins Rathaus und an die Spitze der Verwaltung. Unternehmen, Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk und Gründer brauchten keine zusätzlichen Ebenen, sondern schnelle Entscheidungen, klare Ansprechpartner und kurze Wege. Wenn es um Gewerbeflächen, Genehmigungen, Innenstadtentwicklung, Stadtmarketing oder Kontakte zur Verwaltung gehe, lägen die entscheidenden Hebel ohnehin im Rathaus.

Das BFG sieht deshalb keinen überzeugenden Mehrwert darin, eine zusätzliche Gesellschaft mit eigener Geschäftsführung vorzuhalten. Eine solche Struktur koste Geld, schaffe aber nicht automatisch bessere Ergebnisse. Im Gegenteil: Sie könne Zuständigkeiten verkomplizieren und Verantwortung verwischen. Wer wirtschaftliche Entwicklung ernst nehme, müsse sie politisch und organisatorisch klar führen.

Der Antrag des BFG sei leider abgelehnt worden. Das BFG begleitet dennoch den Prozess der Einstellung des Geschäftsführers konstruktiv. Es gelte nun, den fachlich und sachlich besten Kandidaten auszuloten. Vermaten betont „Das BFG setzt sich weiterhin für sachliche Entscheidungen ein und stellt sich gegen Klientelpolitik. Jedem Kandidaten werden wir offen begegnen und an seinen Aussagen in Zukunft prüfen.“

Jerome Vermaten, Fraktionsvorsitzender des BFG. Foto: privat

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