Von den Römern bis zu den Grafen von Kleve
Volkshochschule Kleve lädt am neuen Standort zu drei historischen Vorträgen ein
KLEVE. Die Volkshochschule Kleve lädt am neuen Standort in den Wochen bis Semesterende zu drei historischen Vorträgen ein, die den Niederrhein aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchten – von der römischen Antike über die Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg bis hin zur mittelalterlichen Burgenpolitik der Grafen von Kleve.
Den Auftakt macht am Mittwoch, 27. Mai, der Vortrag „Colonia Ulpia Traiana – Die Geschichte der römischen Stadt im heutigen Xanten“. Der Prähistoriker Norbert Zieling nimmt die Zuhörer mit in die versunkene Welt der einstigen Römerstadt, die heute unter dem Boden Xantens verborgen liegt. Mit bis zu 20.000 Einwohnern, monumentalen Bauwerken und einem Rheinhafen gehörte die Colonia Ulpia Traiana einst zu den bedeutendsten Städten der Region. Zieling, der die archäologischen Ausgrabungen über mehr als drei Jahrzehnte leitete, berichtet von spektakulären Funden und modernen Radaruntersuchungen, die neue Einblicke in das Unesco-Weltkulturerbe ermöglichen.
Am Donnerstag, 11. Juni, folgt der Nachholtermin des Vortrags „100 Jahre später – vergessen, verdrängt, erinnert? Die belgische Besatzung in Kleve“. Thomas Ohl und Helga Ullrich-Scheyda widmen sich einem Kapitel der Stadtgeschichte, das heute vielfach in Vergessenheit geraten ist. Im Mittelpunkt stehen die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der frühen Weimarer Republik sowie die Auswirkungen der belgischen Besatzung auf das Rheinland und speziell auf Kleve. Der Vortrag beleuchtet Alltag, Widerstand und das Leben der Bevölkerung in einer Zeit zwischen Krise und Neubeginn. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Klevischer Verein für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg statt.
Zum Abschluss referiert am Donnerstag, 18. Juni, der Historiker und Archivar Manuel Hagemann über „Die klevischen Landesburgen“. Dabei geht es um die Burgenpolitik der Grafen von Kleve im Mittelalter und um die Frage, wie Burgen nicht nur der Verteidigung dienten, sondern auch Machtanspruch und Herrschaft sichtbar machten. Der Vortrag zeichnet nach, wie sich am unteren Niederrhein ein dichtes Netz befestigter Sitze entwickelte und welche politische Bedeutung diese Anlagen für das klevische Territorium hatten.
Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.vhs-kleve.de.