Volkstrauertag im Kreis Kleve: 80 Jahre Kriegsende
In Weeze findet am 16. November die zentrale Gedenkveranstaltung des Kreises Kleve statt
„Wichtig ist immer, dass die Jugend mit eingebunden wird“, erklärt Nicola Roth, die den traditionellen Gedenktag seit zehn Jahren organisiert. „Das machen wir immer über verschiedene Vereine. In diesem Jahr ist die DLRG-Jugend dabei.“ Seit drei Jahren kümmere sich außerdem die THW-Jugend Geldern um die Grabkerzen-Aktion, in diesem Jahr am Samstagmittag vor dem Volkstrauertag, zusammen mit der DLRG und der Feuerwehr Weeze. „Bisher wurden immer circa 100 Kerzen aufgestellt, jetzt werden es circa 1.500 Kerzen sein.“ Roth spricht von „Lichtern gegen das Vergessen“ – aus gegebenem Anlass zum 80-jährigen Kriegsende.
Am 16. November hat man zunächst Gelegenheit, um 9.30 Uhr am Hochamt in der Pfarrkirche St. Cyriakus teilzunehmen. Die Gedenkveranstaltung selbst beginnt um 10.30 Uhr auf dem Cyriakusplatz. „Von hier laufen wir geschlossen mit Bundeswehr, geladenen Gästen, Tambourkorps, Musikverein und allen übrigen Vereinen zu der Kriegsgräberstätte“, erklärt Bürgermeister Georg Koenen. Zum Programm gehören unter anderem Musik- und Gedichtbeiträge sowie die traditionelle Kranzniederlegung. „Hauptredner ist dieses Mal der Regierungspräsident Thomas Schürmann“, sagt Nicola Roth. Auch weitere namhafte Gäste aus Politik und Kirche werden wieder erwartet, abseits der vielen zivilen Gäste, die herzlich zur Teilnahme eingeladen sind. Wer möchte, kann nach der Veranstaltung gegen 12/12.15 Uhr zudem das Erlebte im Bürgerhaus bei einem Beisammensein nachwirken lassen.
Geht es um die Bedeutung der Veranstaltung, sind sich Roth und Koenen vor allem angesichts der politischen Lage einig: „Die Zeitzeugen werden weniger, so ist der Lauf der Dinge. Umso wichtiger ist es, gegen das Vergessen anzuarbeiten“, sagen die beiden. Die Weezer Vereine sehen es offenbar genauso: „Auch für sie gehört die Teilnahme immer fest dazu“, lobt Nicola Roth. „Das ist gelebte Tradition“, ergänzt Georg Koenen.
Am Volkstrauertag spielt die Friedenbotschaft eine zentrale Rolle – in Weeze auch wieder in Verbindung mit der Jugend. Vor einigen Jahren habe man zum Beispiel in einer Sprühkreideaktion den Weg vom Rathaus zur Kriegsgräberstätte mit Ornamenten versehen, erzählt Roth „Das war ein Jugendprojekt zusammen mit dem Wellenbrecher.“ Koenen denkt wiederum an die Gaesdonck, die das Thema in einem Geschichts-Leistungskurs aufgegriffen und vor Ort unterstützt habe. Das macht die Veranstaltung aus: „Wenn man von einer schönen Veranstaltung sprechen kann, eine mit Herz und Liebe, dann ist es genau so eine.“ Seine Empfehlung: „Einfach mal abends während der Dämmerung die Stätte aufsuchen und den Ort auf sich wirken lassen. Das ist wirklich beeindruckend.“