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"Urkundliche Ersterwähnung der Villa Geizefurt, 9. November 855, Staatsarchiv Würzburg"
21. April 2026 Von NN-Online · Weeze

800 Jahre Weeze: Ersturkundliche Erwähnung 1226

Festwochenende von Freitag bis Sonntag, 29. bis 31. Mai

WEEZE. Im Jahre 1956 hat Weeze mit einem großen historischen Festumzug „1.100 Jahre Weeze“ gefeiert. Im Jahre 2005 wurde dann das Jubiläum „1.150 Jahre Villa Geizefiurt“ im Rahmen der traditionellen Kirmes zelebriert. In diesem Jahr wiederum begeht die Gemeinde das Jubiläum „800 Jahre Weeze“. Wie das? Die Frage ist mehr als berechtigt. Weshalb wurden in der Vergangenheit die Jubiläen „1.100 und 1.150“ gefeiert?

Gesichert ist die ersturkundliche Erwähnung für Weeze im Jahre 1226. Ebenfalls aktenkundig und korrekt ist die ersturkundliche Erwähnung der „Villa Geizefurt“ für das Jahr 855. Dies vorausgeschickt, ist es das Anliegen des heutigen Bürgermeisters Georg Koenen, hier aufzuklären und den historischen Hintergrund zu erklären. Gleichzeitig möchte er auf das laufende Jubiläumsjahr 2026 hinweisen und zu den Feierlichkeiten einladen.

Ausgangspunkt der früheren Jubiläen war eine Urkunde aus dem Jahr 855. Im „Codex Laures hamensis“, dem Lorscher Codex, wird ein Höfe-Komplex namens „Villa Geizefurt“ in der „Odeheimero marca“ am 9. November 855 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Bezeichnung „Villa“ stand für eine damalige Höfe-Ansammlung mit einem Haupthof und Nebenhöfen/Hufen. Bis in die heutige Zeit gibt es eine Diskussion über die genaue Lage des besagten Haupthofes. Heute ist als gesichert anzunehmen, dass der Büssenhof auf dem Kalbecker Weg der „Hoff to Geitfort“ sein dürfte. Dort wurde eine kleine Gedenkstätte errichtet.

Dass man 1956 die ersturkundliche Erwähnung der „Villa Geizefurt“ mit Weeze gleichsetzte und gefeiert hat, mag der kargen Zeit nach dem Krieg und dem Bedürfnis geschuldet sein, endlich wieder etwas feiern zu können. Als 2005 die Feier „1150 Jahre Weeze“ erneut anstand, widersprachen die Historiker und diskutierten, wo denn die „Villa Geizefurt“ lag oder liegt. In einem wissenschaftlichen Kolloquium wurde unter anderem die Lage des besagten Haupthofes definiert.

Da die ersturkundliche Erwähnung der „Villa Geizefurt“ nie in Frage gestellt war, feierte man 1150 Jahre Villa Geizefurt. Die Erkenntnisse aus dem Kolloquium wurden in der Schriftenreihe „Weezer Archiv“ Band 3 unter dem Titel „Weeze und der Raum an Niers und Kendel im Mittelalter“ zusammengefasst und herausgegeben. Die Villa Geizefurt war ein „Lehen“ (Leihgabe) des Kloster Lorsch (Weltkulturerbe). Aus dieser Verbundenheit heraus wurden die Straßen Lorsch-, Adelholm- und Geizefurt benannt, weil man annahm, das Haus Hertefeld wäre die „Villa Geizefurt“. Da hat sich Geschichte selbst erklären wollen.

Als erste gesicherte urkundliche Erwähnung des Ortes Weeze gilt heute das Jahr 1226, als „der Herr zu Alpen, Heinrich III.“, dem Zisterzienserkloster Kamp einen Hof in der Bauernschaft Vornick schenkte. „Wise“ oder Weeze dürfte erheblich älter sein, allerdings fehlt der Nachweis.

Im Jahr 2026 kann Weeze nun also auf gesicherter Grundlage 800 Jahre urkundlich belegte Ortsgeschichte feiern. Der Bürgermeister lädt die Weezer und alle Gäste ein, dieses Jubiläum gemeinsam zu feiern, insbesondere am Festwochenende von Freitag bis Sonntag, 29. bis 31. Mai.

Urkundliche Ersterwähnung der Villa Geizefurt am 9. November 855. Foto: Staatsarchiv Würzburg.

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