Veränderungen gemeinsam gestalten
Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster legt Jahresbericht 2025 vor
NIEDERRHEIN. Veränderungen gehören zum Leben – ob in Partnerschaften, Familien oder im beruflichen Alltag. Sie können verunsichern, bieten aber auch die Chance auf einen Neuanfang. Unter dem Titel „Veränderungen (mit)gestalten“ ist der Jahresbericht 2025 der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Münster erschienen. Er zeigt anhand von Praxisbeispielen, Fachbeiträgen und Zahlen, wie die Beratungsstellen Menschen in herausfordernden Lebenssituationen begleiten und sie dabei unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln.
„Wir docken an der Alltagswirklichkeit der Menschen an“, betont Andrea Stachon-Groth, Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster, im gemeinsamen Vorwort mit Ruth Rießelmann, Bereichsleitung Beratung für das Caritas-Sozialwerk. Gerade in einer Zeit, die von gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Veränderungen geprägt sei, gehe es darum, Menschen darin zu stärken, ihre eigenen Ressourcen wiederzuentdecken und Veränderungen aktiv mitzugestalten. Dass der Bedarf an Beratung weiterhin hoch ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Im Jahr 2025 nutzten 12.982 Menschen die Angebote der 38 Beratungsstellen im Bistum Münster. Insgesamt wurden 33.505 Beratungsgespräche geführt. Rund 90 Prozent davon fanden persönlich in den Beratungsstellen statt, etwa zehn Prozent telefonisch oder über digitale Angebote wie Video-, Chat- oder E-Mail-Beratung. Insgesamt wurden 9.364 Beratungsfälle begleitet – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2024: 9.175 Fälle). Für die Beratung standen 113 Beraterinnen und Berater sowie die Mitarbeiter in den Sekretariaten zur Verfügung.
Der Jahresbericht macht deutlich, dass sich die Anliegen der Ratsuchenden verändern. Einsamkeit, hochkonflikthafte Beziehungen und die Folgen gesellschaftlicher Umbrüche prägen die Beratungsarbeit zunehmend. Gleichzeitig erlebt die EFL selbst Veränderungsprozesse – etwa durch personelle Wechsel oder neue Formen der Zusammenarbeit. „(Mit)gestalten“ bedeute deshalb auch, Verantwortung für Veränderungen zu übernehmen, kreativ mit neuen Rahmenbedingungen umzugehen und den Mut zu haben, neue Wege auszuprobieren, schreiben Stachon-Groth und Rießelmann im Vorwort. Neben den statistischen Daten bietet der Jahresbericht Einblicke in die praktische Arbeit der Beratungsstellen. So werden unter anderem ein Kommunikationstraining für Paare, Gruppenangebote nach Trennungen sowie die Chancen und Grenzen Künstlicher Intelligenz in der Beratung vorgestellt. Außerdem blickt die EFL auf ihr 60-jähriges Bestehen im Bistum Münster zurück. Der Jahresbericht 2025 steht im Internet auf www.ehefamilieleben.de zum Download bereit.