Vatertag rund um die Mühle
Ausstellung zur Geschichte der Sonsbecker Kneipen und Mühlenfrühstück
SONSBECK. Wenn das mal nicht für die Geselligkeit spricht: Im vergangenen Jahr durften sich die Besucher einer Ausstellung für eine Neuauflage aussprechen und gewählt wurde, mit großer Mehrheit, das Thema „Sonsbecker Kneipen“. Diesem Wunsch entspricht der Verein Denkmal an Sonsbeck nun und lädt am kommenden Donnerstag, 29. Mai, zur (erneuten) Eröffnung ein. Parallel dazu findet das Mühlenfrühstück des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) statt. Auch das hat Tradition.
Schon immer waren Kneipen Zentren für Gemeinschaft und gesellschaftliche Interaktion und dienten als Treffpunkt für den Austausch von Neuigkeiten, Geschäften und sozialen Aktivitäten. Das war (und ist) auch in Sonsbeck so. Immerhin gab es um die Jahrtausendwende (vom 19. ins 20. Jahrhundert) vor Ort elf davon. Bei knapp 2.000 Einwohnern. Mitglieder des Vereins, der damals noch unter Verein für Denkmalpflege firmierte, haben dazu Fotografien, Postkarten und Anekdoten aus den letzten 125 Jahren gesammelt und 2019 in der Gommanschen Mühle gezeigt. Titel der Ausstellung: Wo Vati in die Kneipe ging. „Wir haben uns damals durchaus über die Kneipendichte gewundert, aber das entsprach wohl einfach dem Zeitgeist“, blickt der Vorsitzende Thomas Grütters zurück und erinnert an den Festsaal Peters oder die Gaststätte „Zum Schwan“, deren Bedeutung für das Dorf schon allein durch die Telefonnummer deutlich wird – das war nämlich die „1“. Und nicht nur Ortsansässige wussten ihre Kneipen („gefeiert wurde ständig und die waren immer gut gefüllt“) zu schätzen. Der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) etwa soll einst Gefallen an der Gaststätte Plooheide gefunden haben, die um 1911 mit Kegel- und Bügelbahn sowie großem Sommergarten und ihrer Nähe zum Ortskern geworben hat. „Einmal soll Lehmbruck seine Zeche mit einem selbst gemalten Bild beglichen haben“, erzählt Grütters. Deutlich wird in der Ausstellung auch, dass die Kneipenbesitzer damals auf mehrere Standbeine gesetzt haben. So lief der landwirtschaftliche Betrieb im „Bauernhaus“ weiter, später kam sogar noch eine Tankstelle hinzu. Ein anderer Wirt unterhielt nebenbei einen Baustoffhandel. Die Ausstellung ist an Christi Himmelfahrt (Vatertag) von 8 bis 17 Uhr in der Mühle zu sehen, am Samstag, 31. Mai, sowie Sonntag, 1. Juni, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Gezeigt werden rund 50 Fotos/Postkarten, die älteste davon stammt aus dem Jahr 1899. Vor Ort haben die Besucher dann auch wieder die Möglichkeit, sich die Filmbeiträge anzusehen, die der Verein in den letzten Jahren veröffentlicht hat.
Eingebettet ist die Ausstellungseröffnung am bevorstehenden Feiertag in das Mühlenfrühstück des HVV. „Das bieten wir seit 1978 am Vatertag an“, erzählt die Vorsitzende Alexandra Schwillo. Früher hat es im Winkelschen Busch stattgefunden, seit knapp zehn Jahren werden die Bierzeltgarnituren, Kaffeetheke und Buffettische rund um die Mühle aufgebaut. Mit ganz unterschiedlichen Besucherzahlen, je nach Wetterlage. „Aber um die 500 kommen eigentlich immer“, ist Schwillo zuversichtlich, dass das Mühlenfrühstück in diesem Jahr wieder viele Leute lockt, darunter natürlich auch solche, die eine Vatertags-Radtour oder Planwagenfahrt machen und im Schatten der Mühle eine ordentliche „Grundlage“ für den Tag schaffen wollen. Das Wesentliche ist schnell zusammengefasst: gefrühstückt wird von 8 bis 12 Uhr, Erwachsene zahlen elf Euro, Kinder (bis 14 Jahren) sechs Euro. Karten gibt es vorab nicht, eine Anmeldung ist ebenfalls nicht erforderlich. Einfach vorbeikommen, bezahlen (in bar, Kartenzahlung ist nicht möglich), Platz nehmen und das Frühstück genießen. Geboten wird alles vom Aufschnitt bis zum Ei, für die Kinder steht ein Hüpfburg bereit und natürlich gibt es auch Sekt und Bier. Und falls es doch einmal zu Engpässen kommen sollte: für Nachschub ist stets gesorgt – auch am Feiertag. „Alle werden satt“, versichert Schwillo.
Freuen sich auf das Programm am Vatertag (v.l.): André Verhoeven,Viktor Ingendae und Alexandra Schwillo. NN-Foto: vs