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Die Ausstellungsreihe „Väter am Niederrhein“ thematisiert die private Sorgearbeit nicht nur, sondern macht sie an verschiedensten Orten sichtbar. Foto: Stadt Kleve
24. Juni 2024 Von NN-Online · Kleve

„Väter am Niederrhein“

Eine Ausstellung im Stadthallen-Foyer bietet neue Perspektiven auf die Väterrolle

KLEVE. In einer Gesellschaft, die sich stetig wandelt, ist es von entscheidender Bedeutung, traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen und Raum für neue, vielfältige Lebensentwürfe zu schaffen. Genau das ist das Ziel der Ausstellungsreihe „Väter am Niederrhein“, die private Sorgearbeit nicht nur thematisiert, sondern sie an verschiedensten Orten sichtbar macht.

Auf sechs doppelseitigen Aufstellern werden Themen rund ums Vatersein, Elternzeit und die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf von Vätern aufgegriffen und dargestellt. Die elf Portraits, entwickelt von Studierenden der Hochschule Rhein-Waal, verdeutlichen die Vielfalt des Vaterseins und sollen Mut machen, eigene Rollenbilder zu hinterfragen. Dabei geht es nicht nur um die Sichtbarmachung der Väter, sondern auch um die Anerkennung und Wertschätzung unbezahlter Sorgearbeit sowie um die Schaffung von Rahmenbedingungen, die ein engagiertes Vatersein innerhalb der Familie, im Beruf und in der Gesellschaft ermöglichen. In der Ausstellung sind zwei Klever Väter, portraitiert: Georg Hiob, Geschäftsführer Kolpinghaus Kleve und Christian Seisser, Ordnungsamtsleiter Stadt Kleve.

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Kleve hat das Niederrheinische Verbundprojekt begleitet. Studien zeigen, dass Männer im Durchschnitt knapp 21 Stunden und Frauen knapp 30 Stunden pro Woche mit unbezahlter Sorgearbeit verbringen. Dennoch geben nur 21 Prozent der Väter an, etwa die Hälfte der Betreuung übernehmen zu wollen.

Hier besteht eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Die Ausstellungsreihe setzt sich dafür ein, ein neues und differenziertes Bild von Vätern am Niederrhein und in der Öffentlichkeit zu etablieren. Das traditionelle Vaterbild entspricht oft nicht den vielfältigen Lebensentwürfen von Männern und Familienmodellen von heute. Ein kollaboratives Projekt wie „Väter am Niederrhein“ leistet hier einen wichtigen Beitrag zur gleichberechtigten Erwerbs- und privaten Sorgearbeit für Frauen und Männer. Es fördert eine familienorientierte Unternehmenskultur und trägt zur Fachkräftesicherung bei. Gleichzeitig ist es wichtig, dass unbezahlte Arbeit neben der Erwerbsarbeit geleistet werden kann. Die Ausstellungsreihe wird bis zum 11. Juli im Foyer der Stadthalle Kleve ausgestellt. Alle Besucher sind eingeladen, über ihre Vorstellungen von Familie, Beruf und Sorgearbeit nachzudenken, sich inspirieren zu lassen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Am 19. November, dem Internationalen Männertag, findet eine eigene Veranstaltung „Neue Perspektiven auf Väterrollen“ zur Ausstellung in Kleve statt. Väter die sich daran beteiligen möchten sind dazu eingeladen und melden sich bei der Gleichstellungsbeauftragten Yvonne Tertilte-Rübo, Mail: Gleichstellungsstelle@kleve.de.

Die Ausstellungsreihe „Väter am Niederrhein“ thematisiert die private Sorgearbeit nicht nur, sondern macht sie an verschiedensten Orten sichtbar. Foto: Stadt Kleve

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