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Schon beim Filmen wurde über die Soundtracks performt und so entstanden mehrere Stunden mit Filmmaterial, von denen jedoch nur eine begrenzte Menge in dem Kurzfilm verarbeitet werden konnte. Foto: Frank Wiedemeier
17. Juni 2024 Von NN-Online · Kleve

Transformation und Kraft

HtwO: crossmedia performance zum Thema Wasser im Tichelpark Kino

KLEVE. HtwO. Das Buchstabenspiel rund um die chemische Formel H2O sagt schon, worum es in diesem multidisziplinären Kunstprojekt geht: Um Wasser. Diesem Thema nähern sich Maria Vogt (Fashion Design, Performance), Rosa Vogt (Performance), Andreas Steffens und Daniel M. Ziegler (Elektronische Musik) und Frank Wiedemeier (Film) mit ihrer jeweiligen Ausdrucksform und schaffen damit einen einzigartigen gemeinsamen Film. Zu sehen am 27. Juni um 19 Uhr im Klever Kino.

Die drei Männer haben in den letzten Jahren schon eine Reihe gemeinsamer Projekte auf die Beine gestellt: Von Streaming Konzerten bis zu einer Klanginstallation – eine Filmmusik erschien sogar auf Vinyl-Schallplatte. Von ihnen ging auch die Initiative für HtwO aus. Da das Duo Steffens/Ziegler seit 2016 immer wieder Konzerte im Dialog mit anderen Kunstformen durchgeführt hat, suchten die Musiker auch für das aktuelle Projekt eine andere Disziplin als Gegenüber und fanden diese bei den beiden Vogt-Schwestern. Die Initiative, dieses Mal im Filmstudio zu arbeiten und dort alle moderne Technik zu nutzen, ging von Frank Wiedemeier aus. Zugrunde lagen zwei Neukompositionen mit akustischen und elektronischen Instrumenten, die Andreas Steffens und Daniel M. Ziegler speziell für HtwO schufen und gemeinsam aufnahmen. Sie verarbeiten darin unter anderem Assoziationen zu Tropfen, Wellen und Spiegelungen.

Dieses akustische Material war die Grundlage für eine frei improvisierte Performance der Künstlerinnen, welche sich, in Morphsuits gekleidet, intuitiv von Rhythmen und Klängen der Musiker leiten ließen. Wasser bedeutet für die Frauen stetige Bewegung, Transformation und Verbindung, oftmals unsichtbar, unter der Wasseroberfläche und doch mit einer Kraft, ganze Felsen und Landschaften zu formen. Ihre Performances bewegen sich häufig im Zwischenmenschlichen, worin Wasser als Metapher für Veränderung und Heilung interpretiert werden kann.

Für Maria Vogt dient Mode als Ausdrucksmittel von Identität. Ihre ‚Wasserwesen‘, zu welchen sowohl Musiker als auch Performer zählen, tragen Kostüme, welche ausschließlich aus Recycling-Material bestehen und visuell an Wellen, Tropfen, Dampf, Gischt und weitere Wasserelemente anlehnen. So wie das Wasser stets neue Formen und Zustände annimmt, so wurde auch die ausrangierte Kleidung rekonstruiert, deren Risse und Narben zur Schönheit ihrer persönlichen Geschichte beitragen.

Schon beim Filmen wurde über die Soundtracks performt und so entstanden mehrere Stunden mit Filmmaterial, von denen jedoch nur eine begrenzte Menge in dem Kurzfilm verarbeitet werden konnte. Erst im Filmschnitt, den alle Fünf gemeinsam durchführten, ordneten sie die Performance-Szenen den Klangereignissen endgültig zu.

Bei der Uraufführung im Tichelpark Kino wird nicht nur der Film HtwO gezeigt. Vielmehr werden Steffens und Ziegler auch Instrumente vor der Leinwand aufbauen und live spielen. Außerdem kommen die Protagonisten zu Wort und erzählen aus ihrer jeweiligen Perspektive über das Thema – denn HtwO ist bei aller Auseinandersetzung mit Wasser kein Dokumentarfilm sondern künstlerische Verarbeitung.

Schon beim Filmen wurde über die Soundtracks performt und so entstanden mehrere Stunden mit Filmmaterial, von denen jedoch nur eine begrenzte Menge in dem Kurzfilm verarbeitet werden konnte. Foto: Frank Wiedemeier

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