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Stehen an einem Scheideweg
3. Mai 2024 · Andrea Kempkens · Geldern

Stehen an einem Scheideweg

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen zu Besuch in Walbeck

WALBECK. Hoher Besuch im Spargeldorf: NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen stattete dem Spargelhof Janßen einen Besuch ab und informierte sich über den Verlauf der bisherigen Spargelsaison. Begleitet wurde die Ministerin vom Kreis Klever Bundestagsabgeordneten Stefan Rouenhoff, dem Landtagsabgeordneten Stephan Wolters und Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser.

Mit der bisherigen Ernte zeigt sich Dirk Janßen, Vorsitzender der Spargelbaugenossenschaft Walbeck und Umgegend, zufrieden - trotz anfänglicher Startschwierigkeiten: „Es war lange zu nass und zu kalt. Vor allem die hohen Regenmengen haben Probleme bereitet. So konnten wir die Folie statt im Februar erst im März auf die Felder bringen.“ Mittlerweile habe sich die Situation vor allem auch dank der steigenden Temperaturen normalisiert. Die hohen Regenmengen im Frühjahr hätten dem Pflanzenwachstum auf den Spargelfeldern durchaus gutgetan. „Wir ernten in dieser Saison deutlich dickeren Spargel als in den sehr trockenen Vorjahren“, erklärte Janßen, der den Besuch der Ministerin auch nutzte, um auf aktuelle Probleme der Spargelbauern aufmerksam zu machen. „Die Kosten steigen uns langsam übers Dach“, sagte Janßen. „Unseren Saisonarbeitern müssen wir deutlich mehr als den Mindestlohn zahlen, damit sie überhaupt noch kommen.“ Dazu würde der steigende bürokratische Aufwand die Arbeit erschweren. Vor allem in Bezug auf den Markenschutz, dem der Walbecker Spargel unterliegt, hätten die Auflagen und Kontrollen deutlich zugenommen. Auf der anderen Seite würden Kontrollen und rechtliche Maßnahmen jedoch ausbleiben, wenn Spargel zu Unrecht als „Walbecker Spargel“ deklariert und vermarktet werde. „Ich habe drei Töchter und weiß nicht, ob ich wirklich möchte, dass eine den Betrieb übernimmt in einer Situation, wie wir sie derzeitig haben“, sagte Janßen.

Ministerin Gorißen zeigte großes Verständnis für die Probleme. „Wir haben über 200 Vorschläge nach Berlin geschickt, wie wir die bürokratischen Hürden für Landwirte abbauen wollen. Wir stehen an einem Scheideweg in der Landwirtschaft: Entweder es passiert jetzt etwas oder wir erleben einen Strukturbruch.“ Direkte Rückmeldungen der Landwirte darüber, wo die Probleme liegen, seien für ihre Arbeit wichtig. „Ich brauche diese Erfahrungswerte aus der Praxis. Nur wenn wir wissen, wo es eine Unwucht gibt, können wir diese Probleme in die Fachausschussprüfungen bringen.“AK
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