Stehen an einem Scheideweg
NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen zu Besuch in Walbeck
Mit der bisherigen Ernte zeigt sich Dirk Janßen, Vorsitzender der Spargelbaugenossenschaft Walbeck und Umgegend, zufrieden - trotz anfänglicher Startschwierigkeiten: „Es war lange zu nass und zu kalt. Vor allem die hohen Regenmengen haben Probleme bereitet. So konnten wir die Folie statt im Februar erst im März auf die Felder bringen.“ Mittlerweile habe sich die Situation vor allem auch dank der steigenden Temperaturen normalisiert. Die hohen Regenmengen im Frühjahr hätten dem Pflanzenwachstum auf den Spargelfeldern durchaus gutgetan. „Wir ernten in dieser Saison deutlich dickeren Spargel als in den sehr trockenen Vorjahren“, erklärte Janßen, der den Besuch der Ministerin auch nutzte, um auf aktuelle Probleme der Spargelbauern aufmerksam zu machen. „Die Kosten steigen uns langsam übers Dach“, sagte Janßen. „Unseren Saisonarbeitern müssen wir deutlich mehr als den Mindestlohn zahlen, damit sie überhaupt noch kommen.“ Dazu würde der steigende bürokratische Aufwand die Arbeit erschweren. Vor allem in Bezug auf den Markenschutz, dem der Walbecker Spargel unterliegt, hätten die Auflagen und Kontrollen deutlich zugenommen. Auf der anderen Seite würden Kontrollen und rechtliche Maßnahmen jedoch ausbleiben, wenn Spargel zu Unrecht als „Walbecker Spargel“ deklariert und vermarktet werde. „Ich habe drei Töchter und weiß nicht, ob ich wirklich möchte, dass eine den Betrieb übernimmt in einer Situation, wie wir sie derzeitig haben“, sagte Janßen.