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Das Orga-Team für das Schulfest: (v. l) Dennis Richter, Philipp Oerding, Stefan van Wickern, Martin Külkens und Stephanie Weidemann.Fotos: Theo Leie
17. Juni 2024 · Jacqueline Kurschatke · Geldern

„Spee adé“: Gymnasium schließt bald seine Türen

Schulgemeinschaft stellt sich auf Umzug ein und veranstaltet ein Fest zum vorübergehenden Abschied

GELDERN. Das Friedrich-Spee-Gymnasium wird dem Erdboden gleichgemacht. Darauf stellen sich aktuell Hunderte Schüler und ihre Lehrer ein; sie packen das Schulleben in Umzugskartons. Ganz so aussichtslos ist die Situation aber nicht: Auf das Gelände der fast 100 Jahre alten Schule baut die Gelderner Baugesellschaft im selben Zug einen modernen Neubau. Damit reiht sich die Sanierung des FSG in eine Liste von anderen Sanierungsprojekten ein, um die Gelderner Schullandschaft attraktiver und kosteneffizienter zu gestalten. Um sich nun offiziell (wenn auch vorübergehend) von ihren Lehrräumen zu verabschieden, veranstaltet die Schulgemeinschaft am Samstag, 22. Juni, ein großes Schulfest mit Ehemaligentreffen.

Das letzte Schulfest am alten Standort soll jeden mit einbeziehen. Ob Fünftklässler oder Abiturienten, Eltern, Lehrer oder diejenigen, die nach ihrem Abschluss längst ihren eigenen Weg gegangen sind. „Wir möchten allen, die kommen, die Möglichkeit geben, noch ein letztes Mal durch die alten Gänge zu gehen und in Erinnerungen zu schwelgen. Generationen von Schülern verlieren in drei Jahren ihren Bezug zur Schule“, sagt Philipp Oerding, Lehrer am FSG und Mitorganisator des Festes. Ab 19.30 Uhr soll das Spektakel für die mehr als 1.000 erwarteten ehemaligen Schüler und Lehrer losgehen. Auf dem Programm stehen Führungen durch das Gebäude, Livemusik und viele Gespräche mit Menschen, die man Jahre nicht mehr gesehen hat. Ein Highlight: Die gebuchten Musiker sind nicht nur lokale Künstler, sondern waren auch selbst mal Schüler des FSG. „Unsere Schülerband ‚Running Potatoes‘ stammt aus den 90ern und gibt es immer noch. Das macht es sehr nostalgisch, weil viele sie von früher noch kennen“, erklärt Oerding weiter. Trotzdem gibt es auch etwas von den Jüngeren zu hören. Die Gruppe „Four + One“ setzt sich ebenfalls aus Ehemaligen zusammen. Ihre Mitglieder bekamen ihr Abizeugnis allerdings erst im letzten Jahr.

Warum sich ein Besuch des Ehemaligentreffens lohnt? Die Anwesenden sollen die Chance bekommen. sich noch einmal an den Mauern des Gebäudes zu verewigen. Oerding: „Wir denken an eine Graffiti-Aktion. Die Ehemaligen können dann auf die Wände der Schule malen.“ Sowohl das Schulfest als auch das Treffen der Ehemaligen findet auf dem großen Schulhof statt.

Das Schulfest, das sich auch an alle anderen Schülergruppen und Eltern richtet, startet bereits ab 16 Uhr. Die Q1 sorgt dabei den ganzen Nachmittag für Verpflegung. Genauso ist natürlich auch für Getränke gesorgt, die man beim Bestaunen kleinerer Attraktionen genießen kann. „Beim Schulfest gibt es mehrere Aktionen der Schüler. Im Vordergrund steht insbesondere unser Trödelmarkt. In Jahrzehnten des Schulbetriebs hat sich einiges angesammelt, dass für manche interessant sein könnte. Deshalb werden Bücher, Magnete und anderes Inventar aus den Fachschaften dort verkauft. Das Geld soll wieder den Schülern zugutekommen“, kündigt Philipp Oerding.

Auf den festlichen Samstag schauten viele Schüler und Lehrer mit einem lachenden und weinenden Auge. „Die jüngeren Kollegen freuen sich auf das neue, modernere Gebäude. Wir durften viel mit den Architekten zusammenarbeiten und Wünsche äußern. Für die jüngeren Schüler ist es mehr egal, denn für sie ändert sich nicht viel“, erklärt Oerding. Sorgen kämen aber vor allem bei organisatorischen Anliegen der Lehrer und den älteren Schülern auf. „Besonders die, die gerade Abitur machen, sind traurig, aber auch froh die letzten Jahre der alten Schule noch miterlebt zu haben. Die Zehntklässler wissen noch überhaupt nicht, wo sie ihr Abitur machen werden“, und das berge Unsicherheiten.

Was sich ändert

Zwischenzeitlich werden die Schüler der Klassen fünf bis sieben und die Abiturienten in das ehemalige Gebäude der Realschule am Westwall untergebracht. Die Klassen acht, neun und zehn müssen das Gebäude der ehemaligen Anne-Frank-Schule beziehen. Das ergibt für die Lehrer einen erheblichen Mehraufwand zwischen den beiden Schulen hin und her zu pendeln. „Wir fangen zehn Minuten früher an und machen gleichzeitig etwas längere Pausen“, kündigt Oerding an. Außerdem sei unsicher, wie es mit der technischen Ausstattung aussehen werde. „In der Corona-Zeit haben wir alles digitalisiert. Die Schüler haben Tablets, es gibt in manchen Räumen auch keine Tafeln mehr, sondern Monitore. Wir warten aktuell darauf, dass die Gebäude der alten Schulen so vorbereitet werden, dass wir unseren Unterricht normal weiterführen können.“

Die Bauleiter setzen bei dem Neubau des Friedrich-Spee-Gymnasiums auf Praktik und Multifunktionalität. „Man musste Kompromisse finden, um den Platz optimal zu nutzen. Das Gebäude wird höher auf drei Etagen ausgebaut. Dazu gibt es statt einem großen Musiksaal, eine Pausenhalle, in der man auch gut Versammlungen abhalten können wird. Draußen soll es Ecken für Erholung im Grünen geben und eine Freibühne. Der Kontakt zu den Architekten hat gut funktioniert. Sie haben uns immer wieder ihre Pläne vorgelegt und uns gefragt, was wir von ihnen halten“, erklärt Oerding abschließend. Mit dem ersten Rutsch an Schülern könne man voraussichtlich nicht früher als Anfang nächsten Jahres umziehen. Bis man das neue Gebäude des FSG dann begutachten kann, könnte es bis zum Sommer 2027 dauern.Jacqueline Kurschatke
Aus Alt mach Neu: das FSG-Gebäude in Geldern

Aus Alt mach Neu: das FSG-Gebäude in Geldern Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten

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