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Für den neuen Band der Schriftenreihe zur Emmericher Stadtgeschichte sind sie verantwortlich: (v. l.) Georg Romen-Naegel (Druckerei Romen), Werner Tekolf, Hanne-Dore van den Hoek (Korrektur) und Herbert Kleipaß (Geschichtsverein).NN-Foto: J. Kurschatke
22. Februar 2024 · Jacqueline Kurschatke · Emmerich

Soziales Engagement vom Mittelalter bis heute

Neues Buch über Stifte und Klöster in Emmerich im Rheinmuseum erhältlich

EMMERICH. Der Emmericher Geschichtsverein hat in Zusammenarbeit mit dem Autor Werner Tekolf ein neues Buch zur Geschichte der Klöster und Stiftungen in Emmerich herausgegeben. Darin wird die Zeit des Hochmittelalters bis zum Ende des 20. Jahrhunderts behandelt. Das Werk soll ein einfacheres Nachschlagen der Stadtentwicklung ermöglichen und ist eine Ergänzung zu der Schriftenreihe „Emmericher Forschungen“.

„Dieter Giltjes, Mitbegründer der Littgen-Stiftung, bat mich, die Entstehung und Entwicklung dieser Stiftung zu dokumentieren. Nachdem ich sämtliche Unterlagen gesichtet und den Text verfasst hatte, kam mir der Gedanke, über die weiteren Stiftungen der Stadt Emmerich zu schreiben“, erwähnt Tekolf im Vorwort seines Buches. Da es noch keine geschichtliche Zusammenfassung der Emmericher Stiftung gab, die auch vergangene Zeiten berücksichtigte, habe er es sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern, sagt Tekolf.

Drei Stiftungen gegründet

Tekolf war als Referent der Sparkasse selbst viele Jahre für Stiftungen aller Art verantwortlich. Drei gründete er sogar selbst mit: die Bürgerstiftung der Sparkasse, die Architekturstiftung und die Jugendstiftung. „Bei der Jugendstiftung ging es darum, Jugendlichen einen Raum zu verschaffen, indem sie sich frei ausleben können. Die Architekturstiftung diente zur Stadtentwicklung. Ebenfalls aus den Augen der jüngeren Menschen und wie sie sich ihre Zukunft in einer Stadt wie Emmerich vorstellen. Weil es viele Parallelen zwischen den beiden Stiftungen gab, wurden diese zusammengelegt.“

Durch seine eigene Erfahrung stellten sich ihm grundlegende Fragen, die er als Zugang zu seinem Buch nutzte. „Mich haben bei der Recherche besonders die Absichten der einzelnen Stiftungen interessiert. Warum wurden sie gegründet und wem kam das zu Gute? Recherchiert habe ich dann unter anderem im Stadtarchiv, im Evangelischen Kirchenarchiv aber auch im Internet und den bisherigen Bänden der Schriftenreihe zur Stadtgeschichte“, blickt Tekolf auf seine Arbeit zurück. Drei Jahre arbeitete er nun an seinem Buch, 256 Seiten ist es lang und besteht aus viel Text aber auch anschaulichen Dokumenten und Bildern die aus den vergangenen Jahrhunderten stammen.

Blättert man durch das Werk hindurch, wird man auf einen Exkurs über Stifte mitgenommen, davon zum Beispiel das Stift St. Martini oder das St.-Vitus-Stift in Elten. Darüber hinaus erfährt man etwas über die etwa acht Klöster, die es in Emmerich gab. „Oft haben die Klöster sich um die Schulbildung der Kinder gekümmert. Daher war es nicht selten, dass gleich neben dem Kloster auch eine Schule zu finden war“, erklärt Tekolf weiter.

Geschichtsinteressierten dürfte vor allem Kapitel sieben gefallen. Darin geht es um sogenannte Pest- und Armenhäuser. „Krankheiten gab es in der damaligen Zeit bekanntlich noch und nöcher. Diese Menschen wurden dann aus der Gesellschaft ausgeschlossen und kamen in Pesthäusern isoliert unter“, ergänzt Herbert Kleipaß vom Geschichtsverein Emmerich. In den Armenhäusern erhielten Menschen ohne eigenes Einkommen einen Schlafplatz und tägliche Verpflegung.

Frauen- und Waisenhäuser

Auch die Stiftung von Frauen- und Waisenhäusern in Emmerich thematisiert Tekolf in seinem Buch. „Wenn Frauen durch Kriege ihre Männer verloren haben oder sie selbst bei der Geburt ihres Kindes starben, unterstützten diese Stiftungen die Hinterbliebenen. Besonders häufig wurden sie ab der Zeit nach der Renaissance gegründet“, erläutert Tekolf. 550 Exemplare sind von „Emmerichs Stifte, Klöster und Stiftungen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts“ erschienen. Jeweils eins geht an die Mitglieder des Geschichtsvereins. Das macht die Auflage, die frei zum Verkauf steht, begrenzt. Für 36 Euro ist das Buch im Rheinmuseum erhältlich.

Jacqueline Kurschatke

Für den neuen Band der Schriftenreihe zur Emmericher Stadtgeschichte sind sie verantwortlich: (v. l.) Georg Romen-Naegel (Druckerei Romen), Werner Tekolf, Hanne-Dore van den Hoek (Korrektur) und Herbert Kleipaß (Geschichtsverein).NN-Foto: J. Kurschatke

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