Gruppe von Führungskräften und Förderern beim President's Dinner der Hochschule Rhein-Waal, inklusive Ministerin und Hochschulvertretern.
10. September 2026 Von NN-Online · Kleve

President‘s Dinner

Hochschule Rhein-Waal dankt Förderern einer Stiftungsprofessur

KLEVE. Was gemeinsame Visionen, starke Netzwerke und engagierte Förderer bewirken können, zeigte das „President‘s Dinner“ am Meyerhof Kleve. Hochschulpräsident Professor Dr. Oliver Locker-Grütjen hatte die Unterstützer der zweiten Stiftungsprofessur der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) eingeladen, um ihnen zu danken und auf die Entstehung der Professur zurückzublicken. Diese hat Professorin Dr. Natalie Laibach als Professorin für ‚Nachhaltige Landnutzungssysteme‘ an die Hochschule geführt, um hier zu wichtigen Zukunftsthemen unserer Zeit zu forschen.

Zu nasse Sommer, zu trockene Sommer. Extreme Wetterlagen nehmen stetig zu und der Klimawandel zeigt seine Folgen besonders in Regionen mit starker landwirtschaftlicher Prägung, wie dem Niederrhein. Was passiert, wenn der Boden für heimische Pflanzen in Zukunft zu trocken wird und aktuelle Strategien nicht mehr funktionieren? Hier muss Forschung ansetzen und das tut sie an der HSRW dank der Stiftungsprofessur ‚Nachhaltige Landnutzungssysteme‘, die seit zwei Jahren von Laibach bekleidet wird. „Möglich war dies nur, weil viele Menschen an einem Strang gezogen haben“, erinnert sich Locker-Grütjen. „Die Förderersuche hat viele miteinander verbunden. Ohne dieses Team gäbe es die Professur heute nicht“. Besonders dankte er Willi Röth von der Sparkasse Rhein-Maas, Ministerin Silke Gorißen, damals im Amt der Landrätin des Kreises Kleve, sowie Hans-Josef Kuypers, dem damaligen Kreiswirtschaftsförderer und Mitglied des Fördervereins Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve.

Robert Beinio, Vorsitzender des Fördervereins Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve, betonte das besondere Engagement der Förderer und Mitwirkenden: „Der Niederrhein hat starke Akteure. Für uns als Förderverein sind sie wichtige Partner, weil sie den Mehrwert von Bildung erkennen und fördern wollen“. Außerdem bedankte er sich bei der aktuellen Geschäftsführerin des Fördervereins, Brigitte Jansen, für die engagierte Begleitung und Umsetzung. 750.000 Euro und damit drei Viertel der benötigten einen Millionen Euro haben die Förderer gestiftet, um die Professur zu ermöglichen. Damit wird die Professur für fünf Jahre finanziert, bevor sie in den Haushalt der Hochschule übergeht.

Auch Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, unterstrich die Aktualität des Themenfelds. Bereits zu ihrer Zeit als Landrätin habe sie mit Locker-Grütjen über eine Professur zu Landwirtschaft und Nachhaltigkeit gesprochen. „Nachhaltige Landnutzung ist noch wichtiger geworden, als wir damals gedacht haben“, erklärte Gorißen. Wetterextreme stellten landwirtschaftliche Betriebe zunehmend vor die Aufgabe, ihre Produktion anzupassen und Ernten langfristig zu sichern. Laibach forscht zu nachhaltigen Agrarsystemen und neuen Wegen, die Landwirtschaft klimaresilient zu gestalten. Sie ist unter anderem an den HSRW-Projekten TransRegINT und TRANSPLANT beteiligt und arbeitet mit regionalen sowie überregionalen Partnern zusammen. Ein Forschungsschwerpunkt ist Körneramaranth, ein trockenheitsresistentes Pseudogetreide, das als Lebensmittel und als Rohstoff für die chemische Industrie genutzt werden kann. Neben der Forschung sei auch die Lehre entscheidend, betonte Laibach: „Wir müssen diese Themen strukturell verankern und Menschen ausbilden, die sie in der Praxis umsetzen können.“ Auch internationale Kooperationen, wie mit Stipendiaten der Alexander-von-Humboldt Stiftung bringt Laibach voran. Die Themen von Laibach sind zukunftsweisend und wissenschaftlich relevanter denn je.

Zum Abschluss appellierte Ministerin Gorißen, Ernährungssicherung vor dem Hintergrund des Klimawandels zu denken: „Wir müssen die Ernährung sichern und zugleich klimaangepasst arbeiten – mit Ernten von regionalen Feldern. Das heißt: Felder, Wasser und Klima schonen.“ Einen Beitrag dazu leistet Laibach und die Mitarbeitenden der HSRW. Damit man in Zukunft das ernten könne, was andere zuvor gesät hätten, wie Christoph Gerwers, Landrat des Kreises Kleve, in seinem Grußwort treffend sagte.

Stifter in alphabetischer Reihenfolge: Architekt Wilmsen, Förderverein der Hochschule Rhein-Waal – Campus Cleve, Karl-und-Maria-Kisters-Stiftung, Katjes Fassin GmbH + Co. KG, Landgard Stiftung, MERA Tiernahrung GmbH, PROBAT-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH, Sparkasse Rhein-Maas, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH mit Sparkassen und Volksbanken, ZEVENS-Stiftung.

Beim „President‘s Dinner“ (v.l.): Jochen Koenen (Zevens-Stiftung) ,Christoph Gerwers (Landrat), Brigitte Jansen (Förderverein der Hochschule Rhein-Waal), Judith Munzert (Zevens-Stiftung), Bastian Fassin und Julia Fassin (Katjes Fassin), Willi Röth (Sparkasse Rhein-Maas), Nicole Braun-Beinio und Robert Beinio (Förderverein der Hochschule Rhein-Waal), Silke Gorißen (Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalens), Hochschulpräsident Professor Dr. Oliver Locker-Grütjen (HSRW), Professorin Dr. Natalie Laibach (HSRW), Peter Wack (ehemalig Förderverein der Hochschule Rhein-Waal), Hans-Josef Kuypers (ehemals Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve), Michael Wilmsen (Architekt Wilmsen), Bernd Vos (Mera Tiernahrung). Foto: HSRW/Johannes Baeumer

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