NRW-Heimatministerin übergibt Förderbescheid an Reeser Museum
372.700 Euro für neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung – Eröffnung zur 800-Jahr-Feier geplant
REES. Eine besondere Übergabe hat im Koenraad-Bosman-Museum in Rees stattgefunden: NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach übergab persönlich den Zuwendungsbescheid des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Die Fördersumme beläuft sich auf 372.700 Euro – und markiert einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig neu konzipierten, stadtgeschichtlichen Dauerausstellung im Reeser Museum.
„798 Jahre alt und kein bisschen leise: Die Vorbereitungen für das 800-jährige Stadtjubiläum laufen auf Hochtouren. Das ist unsere starke Heimat in Nordrhein-Westfalen“, sagte Scharrenbach im Rahmen der Übergabe des Zuwendungsbescheids. „Das erzählen dieser großen Geschichte ist ein echtes Heimatzeugnis über rund 363.000 Euro wert. Denn: Zukunft braucht immer Herkunft und Herkunft hat Zukunft. Dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Rees stehen engagierte Bürgerinnen und Bürger bereit. Heimat in der ältesten Stadt am unteren Niederrhein erlebbar zu machen. Viel Herzblut für Rees. Davon konnte ich mich überzeugen.“
NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bei ihrer Ansprache im Koenraad-Bosman-Museum in Rees. Foto: Gerhard Seybert
Knapp eine Million Euro für Reeser Museum
Das Gesamtbudget für die Entwicklung der neuen Dauerausstellung beläuft sich auf insgesamt rund 950.000 Euro. „Damit können wir für das Koenraad-Bosman-Museum eine Grundlage für eine sichere und attraktive Zukunft schaffen. Ohne die Förderung und ohne die Initiative hier vor Ort wäre das in den schwierigen finanziellen Zeiten der Kommunen nicht möglich gewesen“, betonte der Reeser Bürgermeister Sebastian Hense in seiner Ansprache und bedankte sich auch bei den Verantwortlichen des Verkehrs- und Verschönerungsverein Rees, die sich mit ihrem Engagement für den Erhalt der Fördermittel stark gemacht haben und die Umsetzung der Dauerausstellung in den Räumlichkeiten des Koenraad-Bosman-Museums begleiten. „Sie alle haben an die Zukunft des Museums geglaubt, und Sie machen diese Zukunft jetzt möglich.“
Die Ausstellung unter dem Arbeitstitel „Rees entdecken. Eine Reise durch Zeit und Raum“ soll anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt Rees im Jahr 2028 eröffnen. Im um 1850 erbauten Villengebäude des Koenraad-Bosman-Museums und in der darunter liegenden historischen Kasematte wird die Reeser Stadt- und Siedlungsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart erzählt. Herzstück des Konzepts soll die Leitfigur „Ressa“ sein, die mit Hilfe digitaler Technik erzählerisch durch die Ausstellung führt und mit Besuchern in Kommunikation tritt. Mehrsprachige, barrierearme und partizipative und spielerische Formate öffnen das Angebot für ein breites Publikum.
„Erzähldenkmale“ als Ankerpunkte der Ausstellung
Als besonderes Alleinstellungsmerkmal am Unteren Niederrhein gilt die weitgehend erhaltene mittelalterliche und frühneuzeitliche Stadtbefestigung – ihre unterschiedlichen Bestandteile werden zusammen mit anderen historischen Bauten als greifbare „Erzähldenkmale“ zu Ankerpunkten der Ausstellung. Teile der vorhandenen Kunstsammlung sollen neben den neuen Exponaten in die passenden musealen Kontexte gestellt werden.
Verantwortlich für die Antragstellungen und die Neukonzeption ist Dr. Veit Veltzke. Dem Projektleiter und früherem Museumsdirektor des LVR-Niederrheinmuseums in Wesel ist es unter anderem ein Anliegen, die oft nur wenig oder gar nicht bekannte historische Bedeutung von Rees, der ältesten mittelalterlichen Stadtgründung am Unteren Niederrhein nördlich von Duisburg, im Koenraad-Bosman-Museum zu visualisieren. „Die neue Dauerausstellung soll erlebnisorientiert sein, Geschichte durch belegte Geschichten erzählen und Entdeckerfreude an den ausgestellten Objekten wecken“, sagt Veit Veltzke.
Mit dem Förderbescheiden aus Düsseldorf und Köln sind die finanziellen Grundlagen für das Projekt gesichert. Die konzeptionelle Arbeit läuft bereits und mit den ersten Umsetzungsmaßnahmen soll im kommenden Jahr begonnen werden. Der Raum für die Wechselausstellungen ist von den Veränderungen nicht betroffen.