Niedrigenergiehäuser in Marienbaum: Bezahlbarer Wohnraum für Familien
Mietendeckel und nachhaltige Bauweise versprechen Sicherheit
MARIENBAUM. Zur Stärkung des Wohnstandortes Xanten sind im Neubaugebiet Marienbaum auf Höhe der Steingensstraße drei neue Doppelhaushälften für Familien mit geringerem Einkommen entstanden. Diese öffentlich geförderten Niedrigenergiehäuser setzen auf Nachhaltigkeit und versprechen einen Mietendeckel für die nächsten 30 Jahre. Durchgeführt wurde das Bauprojekt von Unternehmer und Investor Tim Schnickers.
„Wir haben hier drei Gebäudekörper mit je zwei Wohneinheiten für insgesamt sechs Familien mit 19 Kindern“, berichtet Schnickers. Fertiggestellt wurden die Bauarbeiten innerhalb eines Jahres. Knapp 2,4 Millionen Euro wurden investiert, um die neuen Häuser nicht nur bezahlbar, sondern auch nachhaltig zu gestalten. „Die Mieter profitieren von einem niedrigen Mietzins. Die einzelnen Wohneinheiten sind außerdem mietpreisgebunden, damit wir für die nächsten 30 Jahre hier einen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen können“, erklärt Schnickers.
Mit jeweils etwa 100 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen, haben der Unternehmer und sein Team das beste aus dem Platz herausgeholt: Holzrahmenbauweise mit Photovoltaikanlagen, Garten und Terrasse, Begrünung auf dem Flachdach und Wärmepumpe mit Heiz- und Kühlsystemen im Sommer und Winter. Diese Maßnahmen sollen die Energiekosten stark sinken und die Mieter noch mehr entlasten. Angeboten wurden die Doppelhaushälften speziell Familien mit Wohnberechtigungsschein. Die ersten Mieter sind bereits eingezogen. „Vermieten konnten wir die Häuser in kürzester Zeit. Das verdeutlicht noch mal, wie dringend neuer Wohnraum gebraucht wird“, sagt Schnickers weiter. Die genaue Adresse der Grundstücke lautet Bürgermeister-Jordans-Straße und erhielt im Juli 2025 durch den Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt ihre offizielle Widmung. Unmittelbar neben den drei neuen Wohnhäusern entsteht derzeit auch ein neuer Kindergarten.
Auch wenn Schnickers betont, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt Xanten beim Erwerb der Grundstücke und dem Hausbau von großer Unterstützung geprägt gewesen sei, würden Bauunternehmen trotzdem noch immer viele Steine in den Weg gelegt. Damit bezieht sich Schnickers auf den Bebauungsplan der Stadt für das Neubaugebiet und die Bürokratie. „Gerade weil es so eine hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum gibt, hätten wir gern ein Mehrfamilienhaus gebaut. Aber das ließ der Bebauungsplan nicht zu.“ Tatsächlich sieht der „Bebauungsplan Nr. 189M“ für das Neubaugebiet Steingensstraße vor, dass die zur Verfügung stehenden Baugrundstücke „mit Einzel- oder Doppelhäusern bebaut werden sollen“. Schnickers stellt infrage, ob die Fassung der Planung, die vom 28. November 2022 ist, die aktuelle Bedarfslage noch immer berücksichtigt. Seitdem hätte sich viel geändert.
Trotzdem: Die Niedrigenergiehäuser bieten sechs Familien ein modernes, neues Zuhause. Bürgermeister Rafael Zur betont weitere solcher Projekte seien wünschenswert. Für die Stadt Xanten zeige es: „Man sieht daran, dass eine Niederlassung in Xanten gerade auch für Familien mit Kindern interessant ist, nicht nur für ältere Generationen.“ Das Bauprojekt von Tim Schnickers solle ein Vorbild für weitere Investoren-Modelle dieser Art sein. Man müsse anfangen, Wohnraum anders zu vermarkten. „So ein Konzept ist das Ziel. Mit Menschen, die sich für die Ortschaft einsetzen.“ Über neue Errungenschaften wie diese zu sprechen findet Zur wichtig: „Es wird oft gesagt, es wird nichts gemacht. Aber es passiert etwas. Es braucht nur mehr davon.“
Bürgermeister Rafael Zur (links) machte sich ein Bild der neuen Niedrigenergiehäuser von Tim Schnickers. NN-Foto: J. Kurschatke