Nachwuchs bei den Zwergottern
Wichtiger Beitrag zum Erhalt einer gefährdeten Tierart
KLEVE. Im Tiergarten Kleve gibt es erfreulichen Nachwuchs: Das Zwergotter-Jungtier, das im November zur Welt kam, ist mittlerweile rund zweieinhalb Monate alt und hat nun erstmals die geschützte Wurfhöhle verlassen. Damit ist es ab sofort auch für die Besucher des Tiergartens zu beobachten.
Zwergotter sind sogenannte Nesthocker: Sie kommen blind und taub zur Welt und sind in den ersten Lebenswochen vollständig auf die Fürsorge ihrer Eltern angewiesen. Entsprechend wurde auch der Nachwuchs im Tiergarten Kleve in einer geschützten Wurfhöhle hinter den Kulissen im Zwergotterhaus geboren. Erst jetzt, mit einem Alter von etwa zweieinhalb Monaten, beginnt das Jungtier, seine Umgebung aktiv zu erkunden, und zeigt sich erstmals außerhalb der Wurfhöhle. Nun fand auch der erste tiermedizinische Gesundheitscheck des Jungtieres statt. Dabei wurden unter anderem das Geschlecht sowie das Gewicht von 730 Gramm festgestellt: Ein kleines Weibchen entzückt derzeit die Herzen der Tiergartenmitarbeiter. Zudem erhielt der Nachwuchs routinemäßig einen Mikrochip zur eindeutigen Identifikation, der unter die Haut eingesetzt wurde. Muttertier ist die erfahrene Zwergotterdame Rina, Vater ist Leo. Zwergotter gelten laut der Roten Liste der IUCN als „gefährdet“. Die Bestände der kleinsten Otterart der Welt gehen in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Süd- und Südostasien seit Jahren zurück. Zu den Hauptursachen zählen der fortschreitende Verlust geeigneter Feuchtlebensräume, die Verschmutzung von Gewässern, die illegale Bejagung sowie der internationale Tierhandel. Zudem sind Zwergotter stark von intakten Ökosystemen abhängig, da sie vor allem in strukturreichen Fluss- und Mangrovenlandschaften leben.
Der Nachwuchs im Tiergarten stellt daher einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser gefährdeten Tierart dar und unterstreicht die zunehmende Bedeutung zoologischer Gärten im modernen Artenschutz. „Jede erfolgreiche Nachzucht einer bedrohten Art ist ein wichtiger Schritt für den Artenschutz“, betont Tiergartenleiter Martin Polotzek. „Gerade bei Arten wie dem Zwergotter, deren Lebensräume in der Natur immer stärker unter Druck geraten, übernehmen zoologische Gärten eine zentrale Verantwortung, diese Tierarten auch für künftige Generationen zu bewahren. Außerdem unterstützen wir zahlreiche In-situ-Artenschutzprojekte, die die Lebensräume von Zwergottern und unseren anderen bedrohten Tierarten in der Wildbahn schützen.“
Der Tiergarten Kleve lädt alle Besucherinnen und Besucher herzlich ein, den jungen Zwergotter zu entdecken und dabei mehr über diese faszinierende, aber bedrohte Tierart zu erfahren. Auch im Winter ist der Tiergarten Kleve täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Neben dem Zwergotternachwuchs gibt es derzeit auch Jungtiere bei den Zwergseidenäffchen und den Rüsselspringern zu bewundern. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de.