Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Hermann-Josef Windeln bei der Amphibienrettung.Foto: NABU- Ortsgruppe Issum-Geldern
17. Februar 2026 Von NN-Online · Geldern

Nabu-Ortsverband sucht weitere Ehrenamtliche

Start der Amphibien-Wanderung: Nächtliche Sperrung in betroffenen Gebieten

GELDERN. Wenn die Temperaturen wieder steigen, beginnt alljährlich die Zeit der Amphibienwanderung. Wie die Stadt Geldern und die Nabu-Ortsgruppe Issum-Geldern mitteilen, wird zum Schutz der Tiere ab Mitte/Ende Februar zwischen 19 und 7.30 Uhr der Abschnitt am Marktweg, zwischen Hartefelder Dyck und Eckesdyck, mithilfe von Schranken gesperrt. Zudem werden Schranken entlang des Welberssees hinter dem Parkplatz zur Wassersportgemeinschaft sowie an der Zufahrt zum Wald aufgestellt. Diese bleiben komplett stehen. Die Maßnahme soll eine sichere Amphibienwanderung ermöglichen.

Darüber hinaus schützen an den Straßen „Am Holländer See“, „Zur Boeckelt“ und „Vernumer Straße“ Amphibienzäune die Tiere davor, auf die Fahrbahn zu gelangen. Die Stadt unterstützt die Ehrenamtlichen dabei unter anderem mit Materialien für die Amphibienzäune.

„Die kleinen Amphibien verlassen meist im Laufe des Februars ihre Winterquartiere, um sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen zu machen“, erklärt Doris Schreurs vom Bereich Umwelt, Klima und Mobilität der Stadt Geldern. „Der genaue Zeitpunkt wird meist stark vom Wetter beeinflusst. Erst bei einer Nachttemperatur von etwa sechs Grad und bei feuchter Witterung beginnt die Wanderung“, ergänzt Hermann-Josef Windeln, Vorstandsmitglied des Nabu-Kreisverbandes Kleve und Leiter der Nabu-Ortsgruppe Issum-Geldern. Diese findet ausschließlich nachts statt, weshalb die Straßensperrung tagsüber aufgehoben wird. Die Stadt Geldern macht mit Schildern an den betroffenen Bereichen auf die Amphibienwanderungen aufmerksam. Autofahrer werden dennoch dazu aufgerufen, an Straßen, die in der Nähe von Gewässern liegen, die Geschwindigkeit zu reduzieren und auf die Tiere zu achten.

Jedes Jahr engagieren sich viele Ehrenamtliche im Bereich der Amphibienwanderung, indem sie die Tiere in Eimern einsammeln, ins Laichgebiet bringen und sie so vor dem Weg über die Straße schützen. Zudem sind sie für das Öffnen und Schließen der Schranken zuständig und kümmern sich um das Aufstellen und die Reparatur der Fangzäune. „Die Amphibienschutzzäune müssen in den Boden eingegraben werden“, erklärt Windeln. Da dies ein zeitaufwändiges Projekt ist, bleiben sie ganzjährig stehen. Die Zäune „Zur Boeckelt“ und „Vernumer Straße“ werden von der Arbeitsgruppe des Nabu-Kreisverbandes und der Ortsgruppe Issum-Geldern vor der Wanderung repariert. Aktuell beteiligen sich 33 Ehrenamtliche an der Amphibienschutz-Aktion. „Wir suchen aktuell noch dringend freiwillige Helfer, die bei der Rettung der Tiere unterstützen möchten“, so Windeln. Interessierte können sich telefonisch bei Hermann-Josef Windeln unter 02831/6793 oder per E-Mail an windeln.geldern@gmail.com, oder bei Kai Lhyme, Telefon 0176/ 78755332, E-Mail kai.lhyme@gmx.de, melden.

In Geldern leben neun verschiedene Amphibienarten, von denen einige gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sind. So zum Beispiel der Kleine Wasserfrosch, Kammolch (beide gefährdet) oder der Moorfrosch (Rote-Liste-NRW: vom Aussterben bedroht).

„Im vergangenen Jahr konnten an den Amphibienzäunen insgesamt 5362 Tiere gerettet werden, 7,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor, was eine normale Schwankung darstellt“, so der Leiter der Nabu-Ortsgruppe Issum-Geldern. Ein großer Erfolg für den Tier- und Artenschutz.

Hermann-Josef Windeln bei der Amphibienrettung. Foto: NABU- Ortsgruppe Issum-Geldern

Prospekte
weitere Artikel