"Kim Lawtoo, Hendrik Zimmermann und Elias Holtkamp freuen sich auf Auslandssemester, Willibrord-Gymnasium Emmerich"
18. Juni 2026 Von NN-Online · Emmerich

Mutig den Schritt ins Ausland wagen

Drei Zehntklässler des Willibrord-Gymnasiums sammeln internationale Erfahrungen

EMMERICH. Für drei Schüler des Willibrord-Gymnasiums Emmerich beginnt schon bald ein besonderes Abenteuer: Während der Einführungsphase (EF) werden Elias Holtkamp, Henrik Zimmermann und Kim Lawtoo ein halbes Jahr im Ausland verbringen. Mit unterschiedlichen Zielen, aber einer gemeinsamen Motivation möchten sie neue Kulturen kennenlernen, ihre Sprachkenntnisse verbessern und persönlich wachsen.

Während zwei der Jugendlichen nach Kanada reisen, zieht es Kim Lawtoo in die Schweiz. Elias Holtkamp wird sein Auslandssemester in Vernon in der kanadischen Provinz British Columbia verbringen. Die rund 60.000 Einwohner zählende Stadt liegt zwischen drei Seen und in unmittelbarer Nähe der Rocky Mountains. Dort wird er die Vernon Secondary School besuchen und zusätzlich Teil einer Soccer Academy sein. „Ich erhoffe mir nach dem halben Jahr, dass sich mein Englisch massiv verbessert und ich neue Eindrücke aus einer ganz anderen Kultur kennenlerne. Die meiste Zeit werde ich wahrscheinlich in der Soccer Academy verbringen“, sagt Elias.

Auch Henrik Zimmermann hat sich für Kanada entschieden. Sein Ziel ist Langley, eine kleinere Stadt in der Nähe von Vancouver. Dort wird er die Walnut Grove Secondary School besuchen, die besonders für ihre Schwerpunkte in den Naturwissenschaften und im Sport bekannt ist. Ursprünglich hatte Henrik andere Pläne: „Ich hatte zunächst überlegt, meinen Aufenthalt in den USA zu verbringen. Dann haben mich aber die Natur und das schulische Programm in Kanada überzeugt. Außerdem gibt es dort deutlich mehr Auswahl aus verschiedenen beruflichen Bereichen.“ Besonders wichtig sei ihm gewesen, nicht in einer Großstadt zu leben.

Kim Lawtoo wird dagegen in den italienischsprachigen Teil der Schweiz ziehen. Er wird bei seiner Großmutter im kleinen Ort San Vittore wohnen, unweit der italienischen Grenze. Die Entscheidung fiel überraschend schnell. „Die Idee kam relativ spontan. Ich habe den Infozettel aus der neunten Klasse meinen Eltern gegeben und mir keine großen Hoffnungen gemacht, weil die Organisation für alle Beteiligten mit viel Aufwand verbunden ist. Doch plötzlich meinten meine Eltern, dass es theoretisch umsetzbar wäre. Da war ich natürlich begeistert und habe direkt zugestimmt“, erzählt Kim.

Der Weg zum Auslandsaufenthalt erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Elias berichtet von Informationsmessen, Beratungsgesprächen und Workshops, die den Entscheidungsprozess begleiten. „Man muss nicht sofort wissen, wohin man möchte. Durch die Beratung kristallisiert sich schnell heraus, welches Land infrage kommt“, erklärt er. Nach der Wahl einer Organisation folgen Elternabende, organisatorische Fragen und schließlich das Warten auf die Gastfamilie, die häufig erst wenige Wochen vor der Abreise feststeht.

Neben großer Vorfreude begleiten die Jugendlichen auch gewisse Unsicherheiten. Henrik blickt der neuen Erfahrung jedoch überwiegend positiv entgegen: „Ich glaube, ich erwarte eine Zeit, in der ich viel erleben und sehen werde. Besonders, weil ich in Kanada meine Möglichkeiten viel mehr ausschöpfen kann – speziell in Bezug auf Sport und Natur.“ Eine Sorge beschäftigt ihn dennoch: „Meine einzige Sorge ist, dass ich mich mit meiner Gastfamilie vielleicht nicht ganz so gut verstehen werde oder dass ich auf mich allein gestellt bin, weil ich nicht mal eben meine Eltern fragen kann, sondern vieles selbst herausfinden muss.“

Kim freut sich besonders auf die landschaftlichen Möglichkeiten seiner neuen Heimat: „Vor allem freue ich mich auf die Zeit, die ich in den Alpen verbringen kann, da ich die Natur und die Berge sehr mag, und auf die lange Zeit mit meiner Großmutter.“ Außerdem sieht er in seinem neuen Tischtennisverein die Chance, schnell Kontakte zu knüpfen: „Es ist eine gute Möglichkeit, andere Jugendliche kennenzulernen.“

Beim Thema Heimweh gehen die drei unterschiedlich an die Sache heran. Elias bleibt gelassen: „Ich werde nichts wirklich vermissen, da ich weiß, dass ich nur gut fünf Monate weg bin.“ Henrik rechnet zunächst mit einer gewissen Umstellung: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am meisten meine Familie und die Zeit mit meinen Freunden vermissen werde. Aber das wird wahrscheinlich nach ein bis zwei Wochen verschwinden, weil ich in Kanada viele neue Eindrücke bekommen werde.“ Kim weiß bereits, wer ihm am meisten fehlen wird: „Heimweh werde ich höchstwahrscheinlich nicht haben. Allerdings werde ich meine Freunde und ein paar Lehrer vermissen – am meisten jedoch meine kleine Schwester.“

Die drei Schüler zeigen eindrucksvoll, wie Auslandsmobilität junge Menschen dabei unterstützen kann, selbstständiger zu werden, neue Perspektiven zu gewinnen und wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche Zukunft zu sammeln. Ihre Vorfreude auf die kommenden Monate ist groß – und ihre Geschichten werden sicherlich auch andere Schüler dazu inspirieren, den Schritt ins Ausland zu wagen.

Kim Lawtoo, Hendrik Zimmermann und Elias Holtkamp (v.l.) freuen sich auf ein Schulhalbjahr im Ausland. Foto: Willibrord-Gymnasium Emmerich

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