Mit Herz und Nadel
Zwölf Jahre ehrenamtliche Arbeit: Klever Strickgruppe schenkt Hoffnung
KLEVE. Zahlreiche handgestrickte Mützen, Beanies und Socken überreichten Ulrike Heetlage und Heike Grote an die Neonatologie des St.-Antonius-Hospitals in Kleve, ein sichtbares Zeichen von zwölf Jahren ehrenamtlicher Arbeit.
In dieser Zeit hat die Strickgruppe rund 5.000 Kleidungsstücke gefertigt, jedes einzelne mit viel Herzblut. Für eine Mütze benötigen die Strickerinnen im Schnitt anderthalb Stunden. „Bei einem spannenden Film geht es manchmal sogar noch schneller“, lacht Ulrike Heetlage. Ihre Motivation hat einen persönlichen Hintergrund: Vor rund 21 Jahren verlor sie einst selbst ein Sternenkind, und auch ihr erstes Kind kam zu früh zur Welt: „Wir wurden damals gut aufgefangen. Diese Dankbarkeit gebe ich weiter und ich bin allen Strickerinnen sowie allen Spenderinnen und Spendern zutiefst dankbar, weil wir dieses Engagement seit Jahren gemeinsam tragen dürfen“, sagt sie. Mit jedem Kleidungsstück schenkt Ulrike und ihre Gruppe Wärme, Geborgenheit und Hoffnung in einer oft überwältigenden Situation für die Eltern. In diesem Jahr wagte sie einen besonders schweren Schritt: Zum ersten Mal verarbeitete sie ein gespendetes Brautkleid zu Decken für Sternenkinder. Ein emotionales Projekt, das ihr eigenes Schicksal und ihr Mitgefühl auf besondere Weise verbindet. Die Strickgruppe trifft sich alle zwei Wochen donnerstags im Pfarrheim Materborn. Zehn Frauen sind regelmäßig vor Ort, dazu kommen vier sogenannte „Ghost-Strickerinnen“, die beruflich verhindert sind und die Gruppe dennoch unterstützen möchten. Das hochwertige Material wird privat finanziert, daher ist die Gruppe auf Spenden angewiesen.
Wer mitstricken möchte, ist eingeladen, ein Nadelspiel genügt. Das nächste Treffen findet am 8. Januar von 13.30 bis 15.30 Uhr in der Dorfstraße 21 in Kleve, statt. Finanzielle Unterstützung ist über das Spendenkonto bei der Volksbank Emmerich-Rees möglich.