„Mehr Frauen in die Wirtschaft – das nutzt allen!“
Barbara Baratie ist Mitglied der IHK-Vollversammlung
NIEDERRHEIN. Die Vollversammlung der Niederrheinischen IHK ist das „Parlament der Unternehmen“ und gestaltet die Arbeit der IHK. Zu ihren Mitgliedern gehört auch Barbara Baratie. Sie ist Inhaberin der Unternehmensentwickler in Goch. Ihren ganzheitlichen Ansatz in der Unternehmensberatung nutzen kleine Betriebe genauso wie Großunternehmen. Besonders die Teamentwicklung liegt Barbara Baratie am Herzen. Als Autorin und Keynote-Speakerin ist sie eine gefragte Stimme über die Region hinaus.
Warum engagieren Sie sich in der Vollversammlung?
Barbara Baratie: Die IHK ist für mich vor allem Chancengeberin. Kennengelernt habe ich die Institution als Initiatorin einer Ausbildungsmesse, das war bereits 1987. Der Kontakt riss nie mehr ab, 2006 machte ich mich selbstständig und seit 2009 bin ich Mitglied der Vollversammlung. Hier, im Parlament der Wirtschaft, ist ein riesiger Wissensfundus quer durch alle Branchen und Unternehmensgrößen versammelt. Die IHK ist ein echter Think Tank! Nach meiner Erfahrung treffen sich hier mutige Leute, die wirklich etwas bewegen möchten. In den Ausschüssen und in der Vollversammlung wird Wissen geteilt und alle profitieren. Wie wichtig es ist, Potenziale zu erkennen und zu heben, erfahre ich täglich in meinem eigenen Unternehmen. Wir beraten Betriebe, die mit vielfältigen Fragen zu uns kommen. Fast immer ist das notwendige Wissen im Unternehmen bereits vorhanden. Zuhören, ordnen und die Teams so entwickeln, dass sie handlungsfähig und erfolgreich sind, ist unser Rezept. Und das ist so individuell wie die Unternehmen, die zu uns kommen. Gute Ideen gibt es teilweise an Stellen, an denen man es nicht vermuten würde. Sie ans Licht zu befördern, kann wahre Wunder bewirken.
Diverse Teams sind ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor. Wir Frauen sollten noch sichtbarer werden. Wir denken häufig anders über Dinge und das kann der Wirtschaft nützen. Denn wenn die Fragen vielfältiger und bunter sind, sind es auch die Antworten. In Zeiten wie diesen ist das unverzichtbar. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich ehrenamtlich bei den Wirtschaftsfrauen der Niederrheinischen IHK und beim Frauennetzwerk der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) engagiere. Besonders junge Frauen zu ermutigen, Karriere zu machen oder ein Unternehmen zu gründen, ist für mich neben der beruflichen Herausforderung natürlich auch eine Herzensangelegenheit. Und: Wir brauchen unbedingt den Schwung junger Menschen und sollten ihnen alle Türen öffnen. Auch dafür kann die IHK ein wichtiges Forum sein.
Was ist Ihnen wichtig, um die Wirtschaft am Niederrhein voranzubringen? Baratie: Teamentwicklung ist mir wichtig, sie zieht Organisationsentwicklung nach sich und macht die regionale Wirtschaft schlagkräftiger und robuster. Daneben stehe ich für Netzwerkarbeit, wie sie auch die IHK bündelt. So können wir gemeinsam gegen bürokratische Hürden kämpfen, wie zum Beispiel unnötige Doppelstrukturen. Unsere Wirtschaft am Niederrhein hat viel Potenzial. Jetzt geht es darum, Veränderungen als Chance zu sehen und die Teams fit zu machen. Durch Fort- und Weiterbildung und vor allem durch den Mut, aktiv zu werden und Wissen zu teilen.