„Mehr als nur Worte“
Eröffnung der Ausstellung zu Grundrechten in der Hochschule Rhein-Waal
KLEVE. Die Wanderausstellung „Grundrechte – Mehr als nur Worte“ wurde jetzt an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) feierlich eröffnet. Die Ausstellung präsentiert großformatige Fotos, kombiniert mit Textauszügen aus dem Grundgesetz, sowie illustrierte Alltagssituationen, die die Relevanz dieser fundamentalen Rechte zeigen. Sie wird bis zum 29. Mai am Campus Kleve für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Die Ausstellung möchte Impulse geben, Grundrechte sichtbar, greifbar und diskutierbar zu machen, auch im Austausch zwischen Generationen und gesellschaftlichen Gruppen. Die Wanderausstellung wird vom Verfassungsgerichtshof NRW zur Verfügung gestellt; erarbeitet wurde sie von Dr. Dirk Gilberg, Richter am Verfassungsgerichtshof NRW und Direktor des Arbeitsgerichts Köln. In seiner Rede ging er auf die Historie der Grundrechte ein und betonte: „Grundrechte sind rote Linien. Aber selbst in einer liberalen Demokratie können sie nur dann Bestand haben, wenn ihre Grenzen nicht immer ausgetestet werden.“ Als Mitbegründer der Initiative „Demokratie Niederrhein“ erläutert Günter Heenen: „Wir engagieren uns für demokratische Werte und Grundprinzipien, weil wir gerade in der heutigen Zeit das Gefühl hatten, etwas tun zu müssen.“ Bezogen auf die Hochschule führt Professor Dr. Oliver Locker-Grütjen, Präsident der HSRW, aus: „Wir als Hochschule stehen in der Verantwortung, uns klar für demokratische Prinzipen einzusetzen. Dazu gehört auch, sich nicht nur im Alltag, sondern auch auf unserem Campus gegen extremistische Ideologien, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung zu positionieren. Den in der Verfassung festgeschriebenen Grundrechten kommt dabei eine zentrale Rolle zu.“ Mit Verweis auf die Kampagne „Hochschulen zeigen Haltung“ betont Professorin Dr. Tatiana Zimenkova, Vizepräsidentin für Internationales und Diversität, die Bedeutung demokratischer Werte in Studium und Forschung und hält fest: „Als Hochschulen haben wir die Aufgabe, Demokratie zu stärken und zu schützen. Dies ist Teil der Ausbildung unserer Studierenden. Grundrechte schützen die Demokratie sowie die Freiheit und Würde eines jeden Einzelnen.“
Hochschulen sind zentrale Ort für Demokratiebildung – hier lernen Studierende kritisch zu denken und zu forschen. Meinungsfreiheit, offene Diskurse und Partizipation stehen dabei im Vordergrund. Dies beleuchtete auch Professor Dr. Jakob Lempp, Professor für Politologie mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen, in seinem Beitrag. Die Hochschule lädt am 19. Mai um 19 Uhr erneut zu einem Vortrag von Professor Lempp ein, der sich der Frage widmen wird „Demokratie in Gefahr? Zur aktuellen Lage der liberalen Demokratie in Deutschland und Europa“.
Im Rahmen der Ausstellung gab die HSRW zudem bekannt, dass die Hochschulleitung Professor Dr. Matthias Krauledat Anfang März zum Beauftragten gegen Antisemitismus ernannt hat. Um den Schutz vor Antisemitismus zu stärken, berät er das Präsidium sowie die Fakultäten und Einrichtungen der Hochschule. Zudem ist er Ansprechpartner für Studierende, Mitarbeitende, Lehrende sowie insbesondere jüdische Hochschulangehörige und Gäste. Ziel seiner Tätigkeit ist es, antisemitische Strukturen sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken, Prävention zu fördern und das Bewusstsein für Antisemitismus an der Hochschule zu schärfen.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Christoph Gerwers, Landrat des Kreises Kleve, und wird vom Lions-Club Niederrhein gefördert. Hochschulpräsident Prof. Dr. Oliver Locker-Grütjen ist Teil der unterstützenden Initiative „Demokratie Niederrhein“. Die Ausstellung wird am Campus Kleve (2. Etage von Gebäude 4) der Hochschule Rhein-Waal gezeigt und ist montags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Bei Gruppen über 15 Personen und interessierten Schulklassen wird um Anmeldung per E-Mail an events@hochschule-rhein-waal.de gebeten.
Christoph Kepser, Antenne Niederrhein; Andreas Vitek, Amtsgericht Kleve; Professor Dr. Oliver Locker-Grütjen, Hochschule Rhein-Waal; Dr. Dirk Gilberg, Verfassungsgerichtshof NRW und Arbeitsgericht Köln; Günter Heenen, Initiative „Demokratie Niederrhein“; Professor Dr. Jakob Lempp, Hochschule Rhein-Waal. Foto: Johannes Baeumer / HSRW