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Am vergangenen Mittwoch hat der Künstler Gunter Demnig in Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes eine Stolperschwelle am Bahnhof in Bedburg-Hau verlegt. Foto: Gemeinde Bedburg-Hau/Alfred Derks
6. Juni 2024 Von NN-Online · Bedburg-Hau

„Man stolpert mit dem Kopf und dem Herz“

Stolperschwelle in Bedburg-Hau verlegt: Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes

BEDBURG-HAU. Am vergangenen Mittwoch hat der Künstler Gunter Demnig in Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes eine Stolperschwelle am Bahnhof in Bedburg-Hau verlegt. Zwischen 1940 und 1944 wurden von hier aus mehr als 2.500 Patienten aus der damaligen Rheinischen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Bedburg-Hau in andere Einrichtungen oder direkt in Tötungsanstalten wie Grafeneck oder Brandenburg/Havel transportiert und ermordet.

Die begleitende Gedenkfeier wurde von Bürgermeister Stephan Reinders eröffnet. „Mit der heutigen Verlegung der Stolperschwelle erhält die Erinnerungskultur an das Geschehene eine völlig neue Qualität. Erinnern können wir uns gar nicht oft genug,“ sagte Bürgermeister Reinders und ergänzte: „Die Stolperschwelle soll uns auch in Bedburg-Hau Erinnerung, Ge-denken und Mahnung zugleich sein.“

„Mit diesem Mahnmal verbunden ist ein klarer Auftrag an uns alle: So etwas darf nie mehr passieren“ erklärte der Kaufmännische Direktor der LVR-Kliniken Holger Höhmann in seiner Rede anschließend. Acht Jugendliche in Begleitung von Charlotte Giesbers-Reijngoud trugen aus Erinnerungen von Sigrid Falkenstein an ihre Tante Anna Lehnkering vor. Anna Lehnkering, auch Änne genannt, wurde 1940 aus der damaligen Rheinischen Provinzial-Heil- und Pflegean-stalt Bedburg-Hau nach Grafeneck transportiert und anschließend in der Gaskammer ermor-det. „Sie steht mit ihrem Schicksal wie ein Mahnmal für über 200.000 andere Patienten in ganz Deutschland und für mehr als 2.500 in Bedburg-Hau, derer wir heute gedenken“, so Trü Kobusch vom Kinder- und Jugendtheater mini-art.

Der Künstler Gunter Demnig selbst dankte in einer kurzen Ansprache den Initiatoren. „Durch die Stolperschwellen und -steine werden die Geschichten hinter den oft namenlosen Opfern für jedermann greifbar. „Hier stolpert man mit dem Kopf und dem Herzen“, fügte er an.

100 Opfer der nationalsozialistischen Ideologie, deren Namen und Alter auf kleine Schilder gedruckt und an die Besucher verteilt wurden, begleiteten die Gedenkfeier still.

Die Handpan-Musik von Jaron Tripp verlieh der gesamten Veranstaltung eine besondere Atmosphäre. Dieses Projekt wurde auf Initiative von Bürgermeister Stephan Reinders und Klinik-Pfarrer Holger Mackensen und nach Beschluss des Rates im Sommer 2022 durch einen Arbeitskreis, bestehend aus Vereinsmitgliedern des Bedburg-Hauer Begegnungspark, Mitarbeitern der Verwaltung der LVR-Kliniken und der Gemeindeverwaltung Bedburg-Hau umgesetzt.

Am vergangenen Mittwoch hat der Künstler Gunter Demnig in Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes eine Stolperschwelle am Bahnhof in Bedburg-Hau verlegt. Foto: Gemeinde Bedburg-Hau/Alfred Derks

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