Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
Das Solarfaltdach wurde von Landrat Ingo Brohl, Volker Kraska (LINEG), NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Gian Andri Diem (dhp Technology), Julia Zupancic (stellvertretende Vorsitzende Genossenschaftsrat der LINEG) und Xantens Bürgermeister Rafael Zur (v.l.) offiziell in Betrieb genommen. NN-Fotos (2): Theo Leie
6. Februar 2026 · Sabrina Peters · Xanten

LINEG installiert erstes Solarfaltdach am Niederrhein auf Kläranlage in Xanten

Die Photovoltaikanlage ist die erste am Niederrhein ihrer Art

XANTEN. Ganz leise und langsam – wie eine Ziehharmonika – breitet sich das erste Solarfaltdach am Niederrhein über einem Schwachlastbelebungsbecken der Kläranlage der LINEG in Xanten-Lüttingen aus. Voll entfaltet ist es schließlich 51 Meter lang und 38 Meter breit. 240 Megawattstunden Solarstrom können hier in Zukunft pro Jahr erzeugt werden. Damit baut der Wasserwirtschaftsverband mit Verwaltungssitz in Kamp-Lintfort seine Nutzung von erneuerbarer Energie weiter aus.

Zur offiziellen Inbetriebnahme besuchte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer die Kläranlage in Xanten-Lüttingen. Das Solarfaltdach sei schließlich eine „besonders innovative Art“ einer Photovoltaikanlage. Die Technologie dieses Solarfaltdaches wurde von der dhp Technology AG aus Zizers in Graubünden in der Schweiz entwickelt und im Auftrag der LINEG auf der Kläranlage in Xanten installiert. Das Solarfaltdach besteht aus einer Leichtbaukonstruktion mit einem seilbasierten Tragwerk und einem patentierten Faltmechanismus. Das Funktionsprinzip entstammt der Seilbahntechnik, die Solarmodule hängen in Gruppen an Seilen und können vollautomatisch bewegt werden.

In Deutschland sind zurzeit rund zehn solcher Photovoltaikanlagen in Betrieb, eine davon in Nordrhein-Westfalen. Das Solarfaltdach der LINEG auf der Kläranlage in Xanten-Lüttingen ist damit die zweite Photovoltaikanlage ihrer Art in Nordrhein-Westfalen, aber die erste am Niederrhein.

„Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projektes zeigt, wie wir Wirtschaftlichkeit pragmatisch und wirkungsvoll mit Umwelt- und Klimaschutz vereinen können. Die Erzeugung und Nutzung von Solarstrom stärkt unsere energetische Unabhängigkeit und dient uns als Vorbild für den weiteren Ausbau von regenerativen Energien auf unseren Klär- und Pumpanlagen“, sagte Volker Kraska vom Vorstand der LINEG.

Das Besondere an der Anlage ist der Faltmechanismus. Dadurch werde nämlich sichergestellt, dass am Schwachlastbelebungsbecken trotz der Photovoltaikanlage Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten, zum Beispiel mit Kränen, durchgeführt werden könnten. Dennoch könne die Fläche aber gleichzeitig auch zur Solarstromproduktion in rund sechs Metern Höhe und die bestehende Infrastruktur damit doppelt genutzt werden.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer lobte diese fortschrittliche Funktionsweise. „Kläranlagen entwickeln sich zunehmend zu modernen Energie- und Ressourcenstandorten. Projekte wie dieses Faltdach in Xanten zeigen beispielhaft, welches Potenzial in bislang ungenutzten Flächen der Wasserwirtschaft steckt. Wenn wir solche Lösungen konsequent weiterdenken, können die Anlagen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur kommunalen Wertschöpfung leisten.“ Maßnahmen wie diese würden zudem dazu beitragen, dass Nordrhein-Westfalen die erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden könne. Es werde schließlich immer wichtiger, dass Deutschland unabhängiger von den Großmächten werde und den Strom in Zukunft durch etwa Solarenergie selbst produzieren könne. „Ich hoffe, dass das Beispiel Schule macht und wir nicht nur zwei solcher Anlagen in Nordrhein-Westfalen haben werden, sondern dass wir irgendwann so viele haben werden, dass man sich an die LINEG und an Xanten erinnern wird und das von hier aus die Entwicklung losging“, sagte Krischer.

Auch Kreis Wesels Landrat Ingo Brohl zeigte sich stolz über die neue Innovation in Xanten: „Die LINEG zeigt mit dem Solarfaltdach eindrucksvoll, wie Wasserwirtschaft und Energieerzeugung funktional miteinander verbunden werden können. Das ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass der ländliche Bereich mit innovativen Infrastrukturprojekten ein Treiber der notwendigen Transformationen ist.“ Der ländliche Raum lebe eben nicht „hinterm Mond“, sondern gehe oft innovativ voran.

„Das Solarfaltdach auf der Kläranlage Xanten zeigt, wie Klimaschutz und kommunale Infrastruktur sinnvoll zusammengedacht werden können – flächenschonend, effizient und mit einem hohen Anteil an Eigenversorgung. Damit macht die LINEG deutlich, dass die Energiewende in Xanten ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich ist und unsere Infrastruktur zugleich nachhaltiger und unabhängiger wird“, betonte Xantens Bürgermeister Rafael Zur.

Sabrina Peters
NRW-Umweltminister Oliver Krischer kam zur Inbetriebnahme. NN-Fotos (2): Theo Leie

NRW-Umweltminister Oliver Krischer kam zur Inbetriebnahme. NN-Fotos (2): Theo Leie Foto: Theo Leie NiederheinNachrichten

Das Solarfaltdach wurde von Landrat Ingo Brohl, Volker Kraska (LINEG), NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Gian Andri Diem (dhp Technology), Julia Zupancic (stellvertretende Vorsitzende Genossenschaftsrat der LINEG) und Xantens Bürgermeister Rafael Zur (v.l.) offiziell in Betrieb genommen. NN-Fotos (2): Theo Leie

Prospekte