Kunstcoup in Rindern
Museum Arenacum holt seltene Reymer-Porträts zurück
RINDERN. Dem Museum Arenacum ist ein echter Coup gelungen: Historische Porträts der Familie der Käsepionierin Maria Reymer kehren nach 175 Jahren an ihren Ursprungsort zurück. Ab Sonntag sind die in Privatbesitz befindlichen Werke erstmals öffentlich zu sehen.
Erst im vergangenen Jahr hatte das Museum mit rund 1000 Gästen auf Gut Hogefeld das 200-jährige Jubiläum Reymers gefeiert. 1825 brachte sie die Käseproduktion nach holländischer Art an den Niederrhein und legte damit den Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung der Region.
Die nun präsentierten Ölporträts zeigen Maria Reymers Bruder Hendricus, ihre älteren Schwestern Ida und Johanna sowie ihre Stiefmutter Petronella. Sie stammen vom niederrheinischen Maler Matthias Everhard Tinthoff und entstanden im Jahr 1851. „Diese aussergewöhnliche Schau wäre ohne die jahrzehntelange Recherche und Diplomatie von Roland Verheyen nicht möglich gewesen“, betont Museumsleiter Frank Mehring. Ergänzt wird die Ausstellung durch das Bronzerelief von Maria Reymer sowie dem Gedenkstein für die Pionierin. Dass diese Werke nun an ihren Entstehungsort zurückkehren, verleiht der Präsentation besondere Strahlkraft.
Ein zentrales Werk bleibt jedoch nach wie vor verschollen: Das Porträt Maria Reymers ging im Zweiten Weltkrieg im Zuge von Ausstellungen in München und Köln verloren. Das Museum geht daher neue Wege. „Wir lassen das Gemälde derzeit mithilfe von KI im Stil Tinthoffs neu interpretieren und werden es dann erneut in Öl anfertigen lassen - und zwar in meisterlicher Handarbeit“, erläutert Mehring.
Ein Besuch lohnt sich schon jetzt: Die Rückkehr der Originale macht Geschichte in Rindern unmittelbar erlebbar. Eröffnung ist am Sonntag, 19. April, um 14 Uhr an der Hohe Straße 114. Der Eintritt kostet drei Euro.